Orientierungsziffern (1963)
Siehe auch die Jahre 1965 1966
Hilfsmittel der Planung. O. werden nach Weisungen der Wirtschaftskommission beim ZK der SED in der Staatlichen ➝Plankommission bei den Entwürfen für die Perspektivpläne (Fünfjahrplan, Siebenjahrplan) und für den Jahresplan (Volkswirtschaftsplan) festgesetzt. O. gibt es für folgende Planteile: Bruttoproduktion, Warenproduktion, Investitionsfonds, Materialfonds, Importfonds, Arbeitsproduktivität, Arbeitskräfte und Selbstkostensenkung. Nach der Bestätigung durch den Ministerrat gehen die O. an den Volkswirtschaftsrat und von dort an die mittleren Wirtschaftsverwaltungsinstanzen (VVB, Bezirkswirtschaftsräte, Ministerien), wo sie aufgegliedert und sodann an die Produktionsbetriebe zur Stellungnahme weitergeleitet werden. In den Produktionsbetrieben dienen die O. zur Aufstellung des Betriebsplans. Im Rahmen der Produktionspropaganda werden die O. in Belegschaftsversammlungen vorgetragen und diskutiert. Die Betriebsleitungen stellen danach den Planvorschlag des Betriebes zusammen und geben ihn an die Vorgesetzten mittleren Verwaltungsinstanzen, die sie - gegebenenfalls ergänzt oder geändert zusammengefaßt für alle ihnen angeschlossenen Betriebe an den Volkswirtschaftsrat zurückreichen, der sie nach Zusammenfassung und Überarbeitung in Form eines Vorschlags für den Volkswirtschaftsplan an die Staatliche Plankommission zurückgibt.
Die bei der Staatlichen Plankommission eingegangenen Planvorschläge der mittleren Wirtschaftsinstanzen werden von dieser nach Ermessen berücksichtigt. Die Planziele der endgültigen Volkswirtschaftspläne werden als Kennziffern bezeichnet. Positionen, deren Planerfüllung von besonderer Bedeutung ist, weil davon die Gesamtentwicklung der Wirtschaft abhängig ist, werden Staatsplanpositionen genannt.
Fundstelle: SBZ von A bis Z. Achte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1963: S. 347
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