DDR von A-Z, Band 1963

Parteikontrolle in den Betrieben, Kommissionen für (1963)

 

 

Siehe auch die Jahre 1962 1965 1966 1969 1975 1979


 

Die KfP. wurden 1959 nach sowjet. Vorbild gegründet, um die Kontrolle der SED über die Staats- und Wirtschaftsbürokratie systematisch auszubauen. Sie sollen „sich ausschließlich damit beschäftigen, wie die Durchführung bestimmter Aufgaben des Siebenjahrplanes und der sozialistischen Rekonstruktion gesichert wird“ (Ulbricht). Anders als die Beauftragten der Kommission für Staatliche Kontrolle (Kontrollkommission) sind die KfP. Organe der BPO und werden von den Bezirks- und Kreisleitungen gelenkt. Sie sollen in den Betrieben durch eine „Kontrolle von unten“ die von den SED-Bezirks- und Kreisleitungen ausgeübte „Kontrolle von oben“ ergänzen, dafür sorgen, daß der „Zusammenhang von Ökonomie und Politik“ beachtet wird und feststellen, wo es in den Köpfen der Menschen „falsche Ansichten gibt“. In Großbetrieben werden KfP. nicht nur bei den zentralen Parteileitungen, sondern auch in Abteilungs-Parteiorganisationen gebildet; auch für einzelne Sachgebiete. In allen KfP. sollen Produktionsarbeiter die Mehrheit bilden, um zu verhindern, daß die leitenden Fachleute in den Kommissionen die Belange und Interessen der Verwaltungs- und Wirtschaftsleitungen durchsetzen. (Kontrolle, Helfer d. staatl. Kontrolle)


 

Fundstelle: SBZ von A bis Z. Achte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1963: S. 353


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.