Rationalisierung (1963)
Siehe auch:
Der Begriff R. wird als „kapitalistisch“ gemieden. Neuerdings spricht man jedoch von „sozialistischer“ R. Die SED-Propaganda verwendet, wenn R. gemeint ist, meistens die Begriffe „technischer Fortschritt“, „Neue Technik“, „Sozialistische Rekonstruktion“ usw. Bereits seit vielen Jahren werden umfassende technische Erneuerungen und Verbesserungen der Produktionseinrichtungen in Industrie und Landwirtschaft angekündigt, die zentralen Leistungsinstanzen waren jedoch nicht in der Lage, in ausreichendem Maße die erforderlichen Finanzmittel und das benötigte Material bereitzustellen (Materialversorgung). Nach offiziellen Verlautbarungen ist die technische Ausstattung der Industriebetriebe, insbesondere des Maschinenbausektors, veraltet. Zwar werden in großem Umfange auch wieder Maschinen aller Art produziert (Maschinenbau), aber der größte Teil — besonders Werkzeugmaschinen — wird exportiert, da das Regime anders nicht in der Lage ist, Rohstoffe und sonstiges Material zu importieren. Die SED versucht, mit immerwährendem Druck auf die Betriebsleitungen und auf die Arbeiter (Arbeitspolitik, Wettbewerbe) durch Intensivierung der Arbeitsleistungen die zu einer umfassenden R. der Industrie und der Landwirtschaft fehlenden Finanzmittel zu ersetzen. (Sozialistische ➝Rekonstruktion, Plan Neue Technik, Produktionsaufgebot, Vorschlagswesen, Investitionen)
Literaturangaben
- Wagenlehner, Günther: Das sowjetische Wirtschaftssystem und Karl Marx, Köln 1960, Kiepenheuer und Witsch. 353 S.
Fundstelle: SBZ von A bis Z. Achte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1963: S. 383
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