DDR von A-Z, Band 1963

Sowjetblock (1963)

 

 

Siehe auch die Jahre 1959 1960 1962 1965 1966


 

Der Ostblock. Von einigen westeuropäischen Wirtschaftswissenschaftlern entgegen dem internationalen Sprachgebrauch einseitig für den im Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe integrierten Teil des Ostblocks verwandter Terminus. Politisch-machtmäßig entspricht der S. im engeren Sinne dem Gebiet der Staaten, die dem Warschauer Beistandspakt angehören. Die Sowjetregierung muß etwa seit 1956, stärker noch seit 1961 darauf verzichten, eine unmittelbare Befehlsgewalt über die Kommunistischen Parteien und damit die Regierungen der europäischen Satellitenländer auszuüben. Die sowjetische Vorherrschaft über die Staaten des S., die sich auf der Parteiebene wie auf allen Ebenen des politischen, wirtschaftlich-sozialen und geistig-kulturellen Lebens auswirkt, hat mittelbare und getarnte Formen angenommen. Dennoch darf nicht übersehen werden, daß 1. die SBZ völlig in der Hand der sowjet. imperialistischen Militärmacht ist; daß 2. dieses Machtgewicht auch alle anderen Staaten des S. außer Albanien im Ernstfall und in wesentlicher Beziehung dem sowjetischen Willen unterwirft; und daß 3. Albanien seit 1961 nur auf Grund seiner geopolitischen Außen- und Inselstellung eine Ausnahme bildet, aber nicht ernstlich ins Gewicht fällt. (Polyzentrismus)


 

Fundstelle: SBZ von A bis Z. Achte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1963: S. 432


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.