DDR von A-Z, Band 1963

Wirtschaftsgemeinschaft mit der SU (1963)

 

 

Erstmals im Febr. 1961 nach dem Abschluß des Kreditabkommens zwischen der SU und der SBZ in der SED-Propaganda verwendetes Schlagwort. Die vom SED-Regime als Gegenleistung für den Milliardenkredit zugesagten zusätzlichen Warenlieferungen nach der SU machten umfangreiche Umstellungen im Produktionsprogramm der Industrie erforderlich Profiländerung), was auch Kürzungen in den Plänen zur Folge hatte, die die Versorgung der Bevölkerung betrafen. Um diese umfassenden Planänderungen zugunsten der SU der Bevölkerung schmackhaft zu machen, erfanden die SED-Propagandisten das Schlagwort von der mit angeblichen Vorteilen verbundenen „engen Wirtschaftsgemeinschaft mit der SU“. Seit Mitte 1962 jedoch ist dieses Schlagwort wieder aus dem Verkehr gezogen (in der SU ist es ohnehin niemals verwendet worden). An Stelle der Propaganda für eine verstärkte bilaterale Bindung der SBZ an die SU steht seitdem wieder die Notwendigkeit einer umfassenden Koordinierung aller Länder des Sowjetblocks (Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe) im Mittelpunkt der SED-Propaganda.


 

Fundstelle: SBZ von A bis Z. Achte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1963: S. 527


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.