DDR von A-Z, Band 1965

Cremer, Fritz (1965)

 

 

Siehe auch die Jahre 1963 1966


 

* 22. 10. 1906 in Arnsberg/Westf. als Sohn eines Handwerkers. Ausbildung als Steinbildhauer. 1926 KJVD, später KPD, Mitbegr. des Roten Studentenbundes an der Hochschule für freie und angewandte Kunst in Berlin. 1934 bis 1939 versch. Studienreisen. 1937 Staatspreis. 1938 Leiter eines Meisterateliers der Preuß. Akademie der Künste. 1940 Einberufung zur Wehrmacht, nach Verleihung des Rompreises vorübergehend freigestellt, 1944 bis 1946 in jugoslaw. Kriegsgefangenschaft. 1946 Prof. an der Akademie für angewandte Kunst in Wien, 1950 Übersiedlung nach Berlin, Mitgl. der SED und der Deutschen ➝Akademie der Künste.

 

1952 und 1958 Nationalpreis. C. schuf Denkmäler für die Opfer des Faschismus u.a. in Wien, Mauthausen, Buchenwald und eindrucksvolle monumentale Gewandfiguren: „Die Trauernde“, „Die Anklagende“. Da seine Kunst als Formalismus angegriffen wurde, stellte er sich auf sozialistischen Realismus um: „Aufbauhelfer“, Porträtplastik des Aktivisten „Franz Franik“. Die Sowjet. Intervention in Ungarn 1956 rechtfertigte er in dem graphischen Zyklus „Ungarn-Vision“. Auf dem V. Kongreß des Verbandes ➝Bildender Künstler 1964 wandte er sich in einem aufsehenerregenden Diskussionsbeitrag gegen die doktrinäre Reglementierung der Kunst.


 

Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 86


 

Die biographischen Angaben spiegeln den Kenntnisstand der Handbuchredaktion im Jahre 1965 wider.

Sie sind daher für allgemeine Informationszwecke als veraltet anzusehen und zudem häufig nicht fehlerfrei.

 

Für diesen Eintrag wird auf den Personeneintrag in der Rubrik BioLeX https://www.kommunismusgeschichte.de/biolex/article/detail/cremer-fritz verwiesen.


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.