Havemann, Robert (1965)
Siehe auch das Jahr 1966
* 11. 3. 1910 in München als Sohn eines Lehrers. 1929 bis 1933 Studium der Chemie an den Universitäten München und Berlin. 1932 Mitgl. der KPD. Mitarbeiter im Kaiser-Wilhelm-Institut für physikalische Chemie. 1933 dort von den Nazis entlassen. 1935 Promotion zum Dr. phil. an der Universität Berlin (Physikal. Chemie). Seit 1937 wissenschaftl. Assistent am dortigen pharmakol. Institut. 1945 vom Volksgerichtshof unter Freisler zum Tode verurteilt. Vollstreckungsaufschub wegen Forschungsarbeiten für das Heereswaffenamt. Frühjahr 1945 von der Roten Armee befreit. Bis 1950 Leiter der Kaiser-Wilhelm-Institute in Berlin-Dahlem. Seit 1946 Lehrtätigkeit an der Humboldt-Universität in Ost-Berlin. 1950 bis 1964 Direktor des physikalisch-chemischen Instituts der Humboldt-Universität und Ordinarius für physikalische Chemie.
1960 geriet H. wegen seiner Forderung einer neuen Interpretation des marxistischen Freiheitsbegriffs in Gegensatz zur SED. Parteiausschluß. Am 14. 3. 1964 wurde H. von seinen Verpflichtungen an der Universität entbunden und ist seitdem Leiter der Arbeitsstelle für Foto-Chemie im Forschungszentrum Adlershof der Akademie der Wissenschaften.
Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 180
Die biographischen Angaben spiegeln den Kenntnisstand der Handbuchredaktion im Jahre 1965 wider.
Sie sind daher für allgemeine Informationszwecke als veraltet anzusehen und zudem häufig nicht fehlerfrei.
Für diesen Eintrag wird auf den Personeneintrag in der Rubrik BioLeX https://www.kommunismusgeschichte.de/biolex/article/detail/havemann-robert verwiesen.
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