DDR von A-Z, Band 1965

Kaufkraft (1965)

 

 

Siehe auch die Jahre 1962 1963 1966 1969 1975 1979 1985


 

Die Arbeitnehmer sind im Vergleich zu denen der BRD nicht nur durch die im Jahre 1963 um etwa 30 v. H. niedrigeren Durchschnittslöhne (Lohnpolitik), sondern auch durch die geringere K. ihres Einkommens benachteiligt. Da das Regime nicht in der Lage ist, dem Kauffonds der Bevölkerung einen entsprechenden Warenfonds gegenüberzustellen, wird „überschüssiges“ Umlaufgeld zugunsten des Staatshaushaltes abgeschöpft, indem die Einzelhandelspreise für Gebrauchsgüter und Lebensmittel sowie für Dienstleistungen amtlich entsprechend hoch fixiert werden.

 

Die K. des Geldes für Gebrauchsgüter, Lebensmittel und Dienstleistungen ist entsprechend niedriger als in der BRD. (Währung, Lebensstandard)

 

Nach einer Berechnung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung in Berlin (West) betrug der finanzielle Mehraufwand der Verbraucher in der SBZ — je nach der durch das Familieneinkommen bestimmten „Verbrauchergruppe“ — Mitte 1961 zwischen 14 und 29 v. H. Dieser Kaufkraftnachteil für die mitteldeutsche Bevölkerung hat sich seitdem nur ganz wenig verändert.

 


 

Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 214


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.