Kuczinski, Jürgen (1965)
Siehe auch die Jahre 1960 1962 1963 1966
* 17. 9. 1904 in Elberfeld als Sohn eines Bankiers. Studium der Geschichte, Philosophie und Nationalökonomie, Dr. phil. Statistiker und wissenschaftl. Schriftsteller, veröffentlichte wiederholt Artikel im KPD-Organ „Rote Fahne“. Nach 1933 Emigration nach London, nach 1945 in die SBZ, 1946 SED, führende Funktionen im Kulturbund, 1947 Präs. d. Gesellschaft zum Studium der Kultur der SU (Gesellschaft für ➝Deutsch-Sowjetische Freundschaft), 1950 von Friedrich ➝Ebert abgelöst. Professur an der Humboldt-Univ. in Ost-Berlin für Pol. Ökonomie und Wirtschaftsgeschichte, 1954 Dekan der Wirtschaftswissenschaftl. Fakultät, mehrere Jahre Direktor des Wirtschaftswissenschaftl. Instituts. Seit 1954 Mitherausgeber der Zeitschrift „Sowjetwissenschaft“, Mitautor des Buches „Weltall — Erde — Mensch“, das für die atheistische Jugenderziehung benutzt wird: Nach 1956 mehrmals wegen „revisionistischer Tendenzen“ von der SED-Führung kritisiert, vor allem im Zusammenhang mit einer Artikelserie in der „Einheit“. Übte auf der Hochschulkonferenz 1958 Selbstkritik, gestand „ernste Fehler“ ein. 1963 Direktor des Instituts für Geschichte der Wirtschaftswissenschaften der DAdW und Mitgl. der Staatl. Kommission zur Gestaltung des einheitlichen sozialistischen Bildungssystems. Zahlreiche Veröffentlichungen, u.a. „Labour Conditions in Western Europe 1820–1935“, 7 Bde., „So werden Kriege gemacht“, Reiseberichte über die SU.
Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 240
Die biographischen Angaben spiegeln den Kenntnisstand der Handbuchredaktion im Jahre 1965 wider.
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Für allgemeine Personenrecherchen wird neben der Rubrik BioLeX
auch auf andere biographische Nachschlagewerke verwiesen.
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