DDR von A-Z, Band 1965

Offenstall (1965)

 

 

Siehe auch die Jahre 1959 1960 1962 1963 1966 1969


 

Bezeichnung für verschiedene Arten von Rindviehställen, deren wesentliche Merkmale eine offene (meist Süd-) Seite, leichte Bauweise, längere Mistlagerung (Tiefstall), begrenzter Auslauf und besondere Futtereinrichtungen sind. Wegen Baukosten- und Arbeitsersparnis sowie gesunder Viehhaltung unter klimatisch geeigneten Verhältnissen in Westdeutschand seit 1950 experimentiert, wo es schon mehrere tausend O. gibt. In der SBZ wird der O. im Zusammenhang mit der Bildung von LPG — Typ III und als Ausweg aus den Materialversorgungsschwierigkeiten mit dem Attribut einer „sozialistischen Errungenschaft“ versehen und als parteiamtliche Aufgabe verkündet. In Wirklichkeit ist die Haltung im O. zu einer Primitivhaltung abgeglitten. Die erstellten, sehr primitiven Stallungen lassen auch keine Möglichkeit ihrer baulichen Verbesserung zu. (Naturgemäße Viehhaltung)


 

Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 310


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.