Biermann, Wolf (1966)
* 1936 in Hamburg als Sohn eines Altkommunisten, siedelte 1953 nach Ostberlin über, studierte Philosophie und betätigte sich als Regieassistent. Seit etwa 5 Jahren fanden seine originellen und aggressiven Chansons, die er auch selbst vertonte und zur Laute sang, hüben und drüben Beachtung. Im Anschluß an einen Leseabend der Deutschen ➝Akademie der Künste in Ostberlin erhielt B., der sich zwar als Kommunisten bezeichnete, aber „offenbar den Sozialismus ohne politische Führung aufbauen“ wollte („Neues Deutschland“ v. 6. 12. 1965) 1963 Auftrittsverbot. 1965/66 wurde B. neuerdings Prügelknabe für „Spießbürgerlichkeit“, „Immoralität“ und „Skeptizismus“, die die SED in der Literatur und Filmproduktion der jüngsten Zeit entdeckt hatte und auf dem 11. „Plenum“ im Dez. 1965 scharf kritisierte. Veröffentlicht ist bisher nur „Die Drahtharfe“, und zwar in der BRD, 1960.
Fundstelle: SBZ von A bis Z. Zehnte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1966: S. 86
Die biographischen Angaben spiegeln den Kenntnisstand der Handbuchredaktion im Jahre 1966 wider.
Sie sind daher für allgemeine Informationszwecke als veraltet anzusehen und zudem häufig nicht fehlerfrei.
Für diesen Eintrag wird auf den Personeneintrag in der Rubrik BioLeX https://www.kommunismusgeschichte.de/biolex/article/detail/biermann-wolf verwiesen.
| Bibliotheksverband, Deutscher | A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z | Bilanzen, volkswirtschaftliche |