DDR von A-Z, Band 1966

Bolz, Lothar (1966)

 

 

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* 3. 9. 1903 in Gleiwitz/OS als Sohn eines Uhrmachermeisters. Studierte Jura, Literatur- und Kunstgeschichte, Dr. jur., Rechtsanwalt beim Oberlandesgericht Breslau. Vermutlich seit etwa 1929 Mitgl. der KPD und Mitarbeiter des sowjet. Geheimdienstes. 1933 aus der Anwaltschaft ausgeschlossen, emigrierte er nach Danzig und 1939 in die SU. Lehrer der deutschen Sprache und Literatur an sowjet. Universitäten, später Assistent am Marx-Engels-Lenin-Institut in Moskau. Seit 1942 Lehrer in Kriegsgefangenenlagern, Mitbegründer des Nationalkomitees Freies Deutschland; gab als „Rudolf Germersheim“ ein Blatt für deutsche Kriegsgefangene heraus.

 

Ende 1946 Rückkehr nach Deutschland, bis 1948 als Jurist in Sachsen-Anhalt tätig. Gründete am 16. 6. 1948 auf Anordnung der SMAD die NDPD, seit 3. 9. 1948 deren Vors. Von Jan. bis Okt. 1949 Mitgl. des Plenums der DWK. Vom 12. 10. 1949 bis 1. 10. 1953 Minister für Aufbau und seit 1950 Stellv. des Ministerpräsidenten bzw. stellv. Vors. des Ministerrates. Seit 1. 10. 1953 als Nachfolger Georg ➝Dertingers Außenminister. Seit 7. 10. 1949 Abg. der Volkskammer. — Wurde am 24. 6. 1965 wegen „angegriffener Gesundheit“ vom Amt des Außenministers entbunden, blieb aber einer der Stellv. des Vors. des Ministerrates.


 

Fundstelle: SBZ von A bis Z. Zehnte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1966: S. 88


 

Die biographischen Angaben spiegeln den Kenntnisstand der Handbuchredaktion im Jahre 1966 wider.

Sie sind daher für allgemeine Informationszwecke als veraltet anzusehen und zudem häufig nicht fehlerfrei.

 

Für diesen Eintrag wird auf den Personeneintrag in der Rubrik BioLeX https://www.kommunismusgeschichte.de/biolex/article/detail/bolz-lothar verwiesen.


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.