Bruttoproduktion, Industrielle (1966)
Siehe auch:
In der SBZ Gesamtwert aller für den Absatz bestimmten Erzeugnisse und materiellen Leistungen industrieller Art einschließlich der eigenen Reparaturen und Investitionsleistungen der Betriebe sowie einschließlich ihres Eigenverbrauchs bei Kohle, Erzen, Roheisen und Rohstahl. Seit 1958 zählen auch die Bestandsveränderungen an unvollendeten Erzeugnissen zur IB. Die statistische Berichterstattung über die IB. erfolgt nicht nach den tatsächlichen Preisen (Industrieabgabepreise), sondern auf der Basis sog. unveränderlicher ➝Planpreise, d.h. fiktiver Preise für zusammengefaßte Warengruppen, die als Hilfsmittel der Planung und der Planabrechnung für die Dauer einer Planungsperiode Gültigkeit haben. Der Wert der IB. schließt in sich sämtliche Vorleistungen der Zulieferer ein. Die Zahlen der sowjetzonalen Statistik können daher nicht ohne weiteres den westdeutschen Zahlen gegenübergestellt werden, da letztere nach dem Nettoprinzip errechnet sind. d.h. die Materialbezüge der Betriebe sind darin nicht enthalten.
Die Sowjetblockländer — zuerst die SU — haben inzwischen erkannt, daß sie sich mit der Bruttorechnung überhöhte Zuwachsraten vortäuschen, während die reale Entwicklung sehr viel bescheidener verläuft. In der SBZ ist daher erstmals für 1964 vorgesehen, neben der Bruttorechnung auch die statistischen Voraussetzungen für eine künftige Nettorechnung zu schaffen. (Industrielle ➝Zuwachsrate)
Fundstelle: SBZ von A bis Z. Zehnte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1966: S. 91