DDR von A-Z, Band 1966

Claudius, Eduard (1966)

 

 

(mit bürgerlichem Namen Schmidt) * 29. 7. 1911 in Buer bei Gelsenkirchen als Sohn eines Bauarbeiters; Maurerlehre; schon mit 16 Jahren Gewerkschaftsfunktionär und Korrespondent kommun. Zeitungen. 1932 Eintritt in die KPD, 1934 Emigration in die Schweiz, 1936 Flucht nach Spanien; Mitkämpfer, später Kriegskommissar in der internationalen Brigade; 1939 wieder in der Schweiz und zeitweilig interniert; 1945 Teilnahme an Partisanenkämpfen in Italien. 1945–1947 Pressechef im Bayerischen Ministerium für Entnazifizierung. 1947 Übersiedlung nach Potsdam. 1955 bis 1957 erster Sekretär des Deutschen ➝Schriftstellerverbandes. 1956 Generalkonsul in Syrien, 1959 Botschafter in Vietnam. Heute wieder als freiberuflicher Schriftsteller tätig. Sekretär der Sektion Dichtkunst und Sprachpflege der Deutschen ➝Akademie der Künste. 1951 Nationalpreis, 1955 Literaturpreis des FDGB.

 

Nach einer frühen Novelle „Das Opfer“ (1938) entstand in der Schweizer Internierung der Roman „Grüne Oliven und nackte Berge“ (Zürich 1944, Ostberlin 1954), in dem B. „ein — bei aller Subjektivität — zumindest teilweise wahres Bild der Zustände während des Bürgerkrieges“ in Spanien zeichnete, das vom offiziellen Geschichtsbild der SED erheblich abwich. Den Rang dieses Erlebnisbuches haben die späteren Arbeiten (z. B. „Menschen an unserer Seite“, Roman, 1951, „Von der Liebe soll man nicht sprechen“, Roman, 1957, und „Das Mädchen ‚Sanfte Wolke‘“, Erzählungen, 1962) nicht entfernt wieder erreicht.

 

Literaturangaben

  • Reich-Ranicki, Marcel: Deutsche Literatur in Ost und West — Prosa seit 1945. München 1963, Piper. 498 S.

 

Fundstelle: SBZ von A bis Z. Zehnte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1966: S. 97


 

Die biographischen Angaben spiegeln den Kenntnisstand der Handbuchredaktion im Jahre 1966 wider.

Sie sind daher für allgemeine Informationszwecke als veraltet anzusehen und zudem häufig nicht fehlerfrei.

 

Für diesen Eintrag wird auf den Personeneintrag in der Rubrik BioLeX https://www.kommunismusgeschichte.de/biolex/article/detail/claudius-eduard verwiesen.


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.