Dertinger, Georg (1966)
Siehe auch die Jahre 1953 1954 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1965
* 25. 12. 1902 in Berlin, Realgymnasium, juristisches und volkswirtschaftliches Studium, Journalist, bei dem Bundesblatt des „Stahlhelm“, später dort Chefredakteur. Hatte zeitweise Fühlung zum Treviranus-Flügel der Deutschnationalen Partei, ja sogar zum „Tatkreis“. Doch stand er dem „Herrenklub“ und v. Papen näher. Nach dem Jan. 1933 vertrat D. seine konservativ-kirchliche Linie nur verdeckt. Ab 1935 durfte er nicht mehr für reichsdeutsche, sondern nur noch für ausländische Zeitungen schreiben.
Nach 1945 Pressereferent der CDU in Berlin, 1946 Generalsekr. der CDU, trat in Opposition zu Jakob Kaiser. Nach der Trennung von Kaiser trat D. bei der Säuberung der Partei hervor und forderte u. a. die vorbehaltlose Anerkennung der Oder-Neiße-Linie. Dieser Verrat an seinen früheren Auffassungen und am Gedanken der Selbstbestimmung machte ihn zum Werkzeug des Sowjetimperialismus. Seit 12. 10. 1949 Außenminister der „DDR“. D. unterzeichnete das Abkommen mit Polen vom 6. 7. 1950, in dem die Oder-Neiße-Linie als „Friedensgrenze“ bezeichnet wird.
Am 15. 1. 1953 als „Spion“ und „Verräter“ vom SSD verhaftet und im Juni 1954 zu 14 Jahren Zuchthaus verurteilt. Im Juni 1959 irrtümlich als amnestiert gemeldet, wurde D. erst am 26. 5. 1964 „begnadigt“.
Fundstelle: SBZ von A bis Z. Zehnte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1966: S. 104
Die biographischen Angaben spiegeln den Kenntnisstand der Handbuchredaktion im Jahre 1966 wider.
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Für diesen Eintrag wird auf den Personeneintrag in der Rubrik BioLeX https://www.kommunismusgeschichte.de/biolex/article/detail/dertinger-georg verwiesen.