DDR von A-Z, Band 1966

Deutscher Turn- und Sportbund (DTSB) (1966)

 

 

Siehe auch:

  • Deutscher Turn- und Sportbund (DTSB): 1965 1969 1975
  • Deutscher Turn- und Sportbund (DTSB) der DDR: 1979 1985

 

Am 27./28. 4. 1957 als Nachfolger des Deutschen Sportausschusses gegründete Massenorganisation, der alle Sportler unmittelbar angehören. Wie es in dem Statut heißt, vereinigt der DTSB „die auf dem Territorium der DDR bestehenden Sportorganisationen zu einer einheitlichen demokratischen Organisation“.

 

Der DTSB gliedert sich in a) Bezirks-, [S. 108]Kreis- und Grundorganisationen sowie die noch bestehenden vier Sportvereinigungen (Sport); b) 32 Sportverbände, wie die Fachausschüsse der einzelnen Sportarten genannt werden. Nach dem auch hier gültigen Prinzip des demokratischen Zentralismus werden alle Organe „gewählt“ und unterliegen den Weisungen der übergeordneten Leitungen. In diesen Leitungen dürfen nur „Bürger der DDR tätig sein, die für die Stärkung und Festigung der Arbeiter-und-Bauern-Macht wirken und am sozialistischen Aufbau teilnehmen“. Präsident ist Manfred ➝Ewald.

 

Wie der Bundesgerichtshof festgestellt hat, ist „der DTSB eine von der SED gelenkte Massenorganisation, die ihre sog. gesamtdeutsche Arbeit im Rahmen der SED-Gesamtorganisation für Westarbeit betreibt“ (BGH, Beschl. vom 14. 3. 1961 — ROW 1961 S. 253).


 

Fundstelle: SBZ von A bis Z. Zehnte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1966: S. 107–108


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.