DDR von A-Z, Band 1966

Filmarchiv, Staatliches (1966)

 

 

Siehe auch:


 

Errichtet am 1. 10. 1955, nachdem im Vorjahr die Übergabe der 1945 von der SU beschlagnahmten Bestände des ehemaligen Reichs[S. 141]filmarchivs an die SBZ eingeleitet worden war. Das StF. sollte nach seinem Statut „die bedeutendsten Filme der westdeutschen und internationalen Produktion erwerben und konservieren“, erhält aber außerdem eine Kopie jedes in der SBZ hergestellten Films. Mit rd. 70 Mill. Metern Film ist das StF. heute eines der größten Filmarchive der Welt. Es kauft jährlich bis zu 500 Filme an, konserviert alte Nitrofilme unter erheblichem Aufwand durch Umkopierung, sammelt aber auch Fachliteratur, Drehbücher, Dekorationsentwürfe, Plakate, Filmprogramme, ältere Filmgeräte und alles sonstige filmgeschichtliche Material. Verwertet wird das Filmmaterial u.a. in Dokumentarfilmen der DEFA (z. B. „Du und mancher Kamerad“), ferner auch durch Vorführung in geschlossenen Veranstaltungen der Filmclubs (ca. 120) und in dem zu diesem Zweck gegründeten Filmtheater „Camera“ in Ostberlin. Das StF., das der Hauptverwaltung Film im Ministerium für Kultur untersteht und etwa 100 Mitarbeiter beschäftigt, erhält gegenwärtig für sein Filmlager einen Neubau bei Berlin-Wilhelmshagen. (Filmwesen)


 

Fundstelle: SBZ von A bis Z. Zehnte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1966: S. 140–141


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.