Fraktionsbildung (1966)
Siehe auch:
- Fraktion, Fraktionsbildung: 1985
Im Pj. im Gegensatz zum westlichen Sprachgebrauch, der unter Fraktionen vor allem die Abgeordnetengruppen der verschiedenen Parteien im Parlament versteht, bes. der innerparteiliche Spaltungsvorgang in der jeweiligen bolschewistischen Monopolpartei. Fraktionen sind danach Gruppen innerhalb einer „kommunistischen (bzw. bolschewistischen) Arbeiterpartei“, die die offizielle Linie nicht anerkennen und (vor allem in obersten parteilichen Führungsgremien) Parteigänger für Abweichungen werden bzw. Zusammenschlüsse solcher Abweichler darstellen. In der SED haben 1953 (Zaisser-Herrnstadt-Fraktion) und 1956/57 (Schirdewan-Wollweber-Oelßner-Fraktion) derartige F. eine wirkliche oder gemäß der Behauptung der erfolgreich verbliebenen Ulbricht-Gruppe angebliche Rolle gespielt. (Säuberungen, Opposition, Widerstand)
Literaturangaben
- Jänicke, Martin: Der dritte Weg — Die antistalinistische Opposition gegen Ulbricht seit 1953. Köln 1964, Neuer Deutscher Verlag. 267 S.
- Stern, Carola: Porträt einer bolschewistischen Partei — Entwicklung, Funktion und Situation der SED. Köln 1957, Verlag für Politik und Wirtschaft. 372 S.
- Floyd, David: Die feindlichen Genossen — Der russisch-chinesische Konflikt (a. d. Engl.). München 1964, Droemer. 475 S.
Fundstelle: SBZ von A bis Z. Zehnte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1966: S. 151
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