Gesellschaft (1966)
Siehe auch die Jahre 1969 1975 1979
Die soziale Lebens- und Wirtschaftsform der Menschen, vor allem (ursprünglich als „bürgerliche G.“), soweit sie in Staatsgebilden modernen Zuschnitts vereint sind. Gemäß dem Historischen Materialismus in der Version Lenins sind alle nicht bolschewistisch geführten G. sowie die G. der Diktatur des Proletariats Klassen-G. (Klassenkampf). Mit der wissenschaftlich-technischen („zweiten“) Revolution und der „Abschwächung des Klassenkampfes“ ist in den Volksdemokratien eine ausgesprochene Leistungs-G. im Aufbau mit einer funktionellen Oberschicht (Intelligenz, 15 bis 20 v. H.), einer Mittelschicht von Spezialisten, in der Arbeiter und Angestellte zunehmend verschmolzen sind (rund zwei Drittel) und einer zahlenmäßig geringen unqualifizierten Unterschicht (15–20 v. H.). Die G. ist extrem mobil, die Erwerbstätigen haben im Prinzip den Status von Staatsangestellten, die Jugend wird systematisch schon im Schulalter in die Leistungs-G. einbezogen, die Geschlechter sind grundsätzlich gleichberechtigt (Familienrecht), die Privatsphäre wird in Grenzen, soweit mit der angestrebten Vergesellschaftung vereinbar, toleriert.
Diese sich auch in der SBZ abzeichnende gesellschaftliche Schichtung ändert nichts am Herrschaftsmonopol der Partei und am Prinzip der bolschewistischen Parteilichkeit. (Reformkommunismus)
Literaturangaben
- Ludz, Peter Christian (Hrsg.): Studien u. Materialien zur Soziologie der DDR (Sonderheft 8 der Kölner Zeitschr. für Soziologie…). Köln 1964, Westdeutscher Verlag. 540 S.
Fundstelle: SBZ von A bis Z. Zehnte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1966: S. 166
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