Huchel, Peter (1966)
Siehe auch die Jahre 1960 1962 1963 1965
* 3. 4. 1903 in Berlin. Beamtensohn, Studien der Literatur und Philosophie an den Universitäten Berlin, Freiburg und Wien. H. wurde schon vor 1933 als Lyriker bekannt („Der Knabenteich“ 1932) und preisgekrönt. Seit 1940 Soldat. Sowjet. Kriegsgefangenschaft. Nach dem Kriege künstlerischer Sendeleiter am Berliner Rundfunk. Seit Mai 1949 Chefredakteur der literarischen Zeitschrift „Sinn und Form“, die unter seiner Leitung Ansehen auch im Westen gewann, deren Leitung er aber niederlegte, als die SED ihn 1961 scharf kritisierte und ihm Bodo Uhse als Mitredakteur beigeben wollte. Mitgl. der Deutschen ➝Akademie der Künste in Ostberlin, Korresp. Mitgl. der Freien Akademie der Künste in Hamburg. 1951 Nationalpreis. 1963 Fontanepreis des Senats von Berlin.
H. gehört zu den bedeutendsten lebenden Lyrikern Deutschlands. Seine Dichtung ist aus märkischer Landschaft gewachsen, be[S. 203]schreibt in prägnanten Bildern und melodisch tönender Sprache Natur und Menschen besonders des Dorfes. Als Anhänger der Bodenreform („Das Gesetz“, Fragment) näherte er sich dem Sozialismus, trat aber der SED nicht bei und zog sich bald aus dem polit. Leben zurück. Seit dem Band „Gedichte“ 1948 hat H. nur noch vereinzelt in Zeitschriften veröffentlicht.
Literaturangaben
- Balluseck, Lothar von: Dichter im Dienst — der sozialistische Realismus in der deutschen Literatur. 2., erw. Aufl., Wiesbaden 1963, Limes-Verlag. 288 S. m. zahlr. Abb.
Fundstelle: SBZ von A bis Z. Zehnte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1966: S. 202–203
Die biographischen Angaben spiegeln den Kenntnisstand der Handbuchredaktion im Jahre 1966 wider.
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