Intermetall (1966)
Siehe auch die Jahre 1969 1975 1979
Im Juli 1964 von Sowjetblockländern gegr. Organisation „zum Zwecke der rationellen Auslastung der Produktionskapazitäten und der Erhöhung des technisch-ökonomischen Niveaus der Produktion auf dem Gebiete der Schwarzmetallurgie“ (also der Eisen- und Stahlindustrie). Es war auffällig, daß I. nur von drei der im Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) zusammengeschlossenen Länder gegründet worden ist: von Ungarn, Polen und der CS SR. Erst Monate später traten die Sowjetzone, die SU und Bulgarien bei. Rumänien ist überhaupt nicht beigetreten, obwohl es eine Eisen- und Stahlindustrie besitzt und weiter ausbaut; ihre Kapazität entsprach 1965 etwa der in der SBZ. Auch Albanien ist nicht beigetreten. — Daß eine solche Organisation außerhalb des Rahmens des RGW gegründet wurde, obwohl es im RGW seit 1956 schon eine ständige Kommission für Schwarzmetallurgie gibt, weist auf die großen Unstimmigkeiten zwischen den Mitgliedsländern des RGW hin. Allerdings sind auch im Rahmen der I. bisher noch keine allseitigen und verbindlichen Produktionsabsprachen zustande gekommen. Auf einer Tagung im August 1965 wurde lediglich beschlossen, „zweiseitige Kontakte“ zwischen den Mitgliedsländern zu pflegen.
Fundstelle: SBZ von A bis Z. Zehnte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1966: S. 214