DDR von A-Z, Band 1966

Maifeier (1966)

 

 

Siehe auch die Jahre 1960 1962 1963 1965 1969 1975 1979 1985


 

Nach 1945 wurde die M. zunächst wieder wie vor 1933 begangen: als Kampf- und Feiertag für internat. Solidarität der Werktätigen, Achtstundentag u. Gewerkschaftsziele. Doch mehr und mehr mißbrauchten die SED und der FDGB die M. für ihre Agitationszwecke. Der 1. Mai 1951 wurde hingestellt als Tag des „Friedenskampfes“ (Frieden) im sowjet. Sinne, als Werbetag für eine „Aktionseinheit der Arbeiterklasse“. Schon damals nahm die Armee (bis 1955 KVP) einen breiten Raum bei den Aufmärschen zur M. ein, die von Jahr zu Jahr militärischer wurden.

 

Die Losungen zum 1. Mai bezeugen alljährlich, daß die M. ein Mittel der Parteiagitation und der alles lenkenden Staatsmacht ist. — So hieß es in den M.-Losungen 1964 antreiberisch: „Kollektive der sozialistischen Arbeit! Seid Bahnbrecher des wissenschaftlich-technischen Fortschritts. Setzt euch im sozialistischen Massenwettbewerb an die Spitze!“ Und: „Werktätige der Landwirtschaft! Wetteifert um den besten Zustand der Kulturen und um höchste Erträge auf dem Feld und im Stall!“

 

In den M.-Losungen 1965 finden sich auch solche, die Kampfgeist und eine zugleich sozialistische und gesamtdeutsch-patriotische Haltung fordern. So z. B.: 10. „Es lebe die KPD und ihr mutiger Kampf für Frieden, Demokratie und Verständigung! 24. Es lebe die Deutsche Demokratische Republik, das Fundament des künftigen friedlichen Deutschlands! 25. Künstler und Kulturschaffende! Gestaltet das Menschenbild des Sozialismus mit hoher künstlerischer Meisterschaft! 29. Sportlerinnen und Sportler! Erringt sportliche Siege zur Ehre unserer Republik! … 30. Angehörige der bewaffneten Organe! Seid gegen des Volkes Feind stets wachsam und gefechtsbereit!“


 

Fundstelle: SBZ von A bis Z. Zehnte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1966: S. 296


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.