DDR von A-Z, Band 1966

Masseninitiative (1966)

 

 

Siehe auch die Jahre 1953 1954 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1965 1969 1975 1979


 

Aus der marxistisch-leninistischen Lehre von der Revolution (Marxismus-Leninismus) abgeleiteter Begriff des Pj., der die revolutionäre ➝Wachsamkeit der organisierten Massen fordert und voraussetzt; von der SED-Führung als Hilfsmittel zur Verwirklichung der Pläne benutzt. Die Massen sollen unter Anleitung der unteren Partei- und Gewerkschaftsorgane durch ihren Einsatz, durch „Verbesserungsvorschläge“, durch sozialistischen ➝Wettbewerb, durch Massenkontrolle u. a. dazu beitragen, daß die Planziele erreicht werden. Ferner dient die M. zur scheindemokratischen Bemäntelung autoritärer Maßnahmen. — Die Auseinandersetzung um das sinnvolle Maß der Steuerung der M. durch den Parteiapparat wurde bereits in den Anfängen des Bolschewismus, bes. zwischen Lenin und Rosa Luxemburg, geführt. Seit der Phase des Tauwetters ist sie erneut, vor allem in Hinblick auf die Wirtschaftspolitik (Benary, Liberman-Diskussion), zu stärkerer Aktualität gelangt. (Spontaneität, Syndikalismus, Prinzip der ➝sozialistischen Leitung)


 

Fundstelle: SBZ von A bis Z. Zehnte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1966: S. 304


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.