DDR von A-Z, Band 1966

Reproduktion (1966)

 

 

Siehe auch die Jahre 1962 1963 1965 1969 1975 1979 1985


 

Grundbegriff der marxistischen und marxistisch-leninistischen Ökonomie, der besagt, daß die Schaffung von Werten durch Arbeit (materielle Produktion) zwei Elemente enthält: einmal all das, was zur Kompensation des Aufwandes an Einrichtungs-, Material- und Arbeitskosten in Rechnung zu stellen ist („einfache R.“); zweitens den durch die Bearbeitung geschaffenen „Mehrwert“, der, je nach dem Wirtschaftssystem, in größerem oder geringerem Maß zur Ausweitung der Produktion — sog. „erweiterte R.“ durch Akkumulation von Kapital — bzw. zur Konsumtion — sei es durch die Eigentümer der Produktionsmittel oder durch die produzierenden Arbeitskräfte — Verwendung findet. Während — nach marxistischer Sicht — im Kapitalismus die Bourgeoisie sich den gesamten Mehrwert — vorwiegend zwecks erweiterter R. — aneigne und der Arbeiterschaft (Proletariat) als Lohn nur so viel überlasse, wie zur R. der Arbeitskraft dringend erforderlich sei, behauptet der Marxismus-Leninismus, daß in der von ihm manipulierten Sozialordnung die auch von ihm bejahte Ausweitung der R. letztlich den Massen zugute komme. Tatsächlich bleibt aber aus verschiedenen Gründen der Lebensstandard erheblich unter dem der „kapitalistischen“ Industriegesellschaften.


 

Fundstelle: SBZ von A bis Z. Zehnte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1966: S. 401


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.