DDR von A-Z, Band 1966

Rettungsdienst (1966)

 

 

Siehe auch die Jahre 1969 1975 1979


 

Innerhalb der „operativen Organisation“ des Deutschen [S. 403]Roten Kreuzes der SBZ gibt es zwei Arten von R., den Wasser-R. und den Berg-R. Beide unterstehen als besondere Abteilungen dem Sekretariat des Kreiskomitees und untergliedern sich in „Züge“ und „Einsatzgruppen“.

 

Der „Berg-R. des DRK“ wurde bisher vor allem in der Sächsischen Schweiz und im Bezirk Suhl tätig. Er arbeitet eng mit dem Feriendienst des FDGB zusammen, klärt die Urlauber über die Gefahren der Bergwelt auf, informiert die Bevölkerung über ihr Verhalten bei Unfällen, legt Schutzhütten an, stellt Warntafeln auf und unterhält Unfallhilfsstellen. Im Bezirk Suhl leisten jährlich etwa 740 Mitgl. der Einsatzgruppen in 3.000 bis 4.000 Fällen erste Hilfe. In den schroffen Bergen der Sächsischen Schweiz, die gern zum Klettern benutzt werden, mußten die 150 Angehörigen der Unfallhilfsstellen Rathen und Biehlatal 1964 in mehr als 600 Fällen Rettungsdienste leisten. Fünf Tote wurden geborgen. Der „Wasser-R. des DRK“, der für die Abwendung drohender Gefahren auf allen Gewässern der SBZ zuständig ist, führt an den Küsten die spezielle Bezeichnung „Seenot-R.“. Seine Aufgaben entsprechen etwa denen der „Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger“, Sitz Bremen. Zwischen beiden besteht seit 1956 ein Übereinkommen über gegenseitige Verständigung und Hilfe bei Rettungsarbeiten im benachbarten Küstengebiet und über die Versorgung von Rettungsschiffen. Im Küstenbereich der SBZ unterhält das DRK Motorrettungsstationen in Timmendorf/Poel, Warnemünde, Barhöft, Saßnitz und auf der Insel Rügen. Ruderrettungsstationen gibt es in Kühlungsborn, Wustrow, Prerow, Zingst und Zinnowitz. Die Küstenfunkstelle Rügen-Radio hat im Seenotdienst die Aufgabe, SOS-Meldungen aufzunehmen und sie schnellstens an die nächste Seenotstation weiterzugeben.


 

Fundstelle: SBZ von A bis Z. Zehnte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1966: S. 402–403


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.