DDR von A-Z, Band 1966

Schwarze Pumpe (1966)

 

 

Siehe auch die Jahre 1958 1959 1960 1962 1963 1965 1969 1975


 

Name eines in der Nähe von Hoyerswerda (Lausitz) seit Herbst 1955 im Aufbau befindlichen Braunkohlen-Großkombinats. (Der Name ist von einem früher auf dem Gelände befindlichen Gasthaus übernommen worden.) Das Werk soll in seiner letzten Ausbaustufe nach dem Vorbild der in Lauchhammer (Lausitz) neu errichteten Großkokerei einen neuartigen, für die Erzverhüttung geeigneten Hochtemperatur-Hartkoks (BHT-Koks) erzeugen, um die Einfuhrabhängigkeit bei Hüttenkoks zu mindern. Als Nebenprodukte sollen in großen Mengen Gas, Teer, Öle und Elektroenergie anfallen.

 

Die erste Ausbaustufe wurde 1961 fertiggestellt. Sie umfaßt eine Brikettfabrik mit einer Jahresproduktion von rd. 3 Mill. t und ein Kraftwerk mit einer Kapazität von 250 Megawatt.

 

Die zweite Baustufe wurde teilweise 1964 in Betrieb genommen, und zwar eine zweite Brikettfabrik mit einem zugehörigen Kraftwerk, ferner ein Druckgaswerk mit 16 Generatoren (von insgesamt vierzig geplanten Generatoren). In der Endausbaustufe soll dieser Werksteil jährlich 4,8 Mrd. cbm Gas an das Fernnetz abgeben. (Energiewirtschaft)

 

Die dritte Baustufe, die die Anlagen für die Herstellung des BHT-Kokses einschließt, war Ende 1965 noch nicht in Angriff genommen. Sie wird für eine Jahres[S. 419]produktion von 1,8 Mill. t BHT-Koks ausgelegt.

 

Die für das Kombinat benötigten Riesenmengen an Braunkohle werden in den Tagebauen in unmittelbarer Umgebung des Werkes gewonnen.

 

Als Wohnstadt für die Beschäftigten des Kombinats ist seit 1955 im Nordosten der Kreisstadt Hoyerswerda eine neue Stadt „Hoyerswerda-Neustadt“ im Aufbau. Ende 1964 wohnten dort schon 28.000 Menschen; bis 1970 soll die Einwohnerzahl auf über 55.000 ansteigen.


 

Fundstelle: SBZ von A bis Z. Zehnte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1966: S. 418–419


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.