DDR von A-Z, Band 1966

Sozialistischen Leitung, Prinzip der (1966)

 

 

Siehe auch:

  • Leitung, Prinzip der Sozialistischen: 1960 1962 1963
  • Sozialistischen Leitung, Prinzip der: 1965

 

Das angestrebte, aber bisher nur in konfusen und großenteils widersprüchlichen Ansätzen entwickelte System der gesellschaftlichen Gesamtmanipulation, das auf der einen Seite streng parteilich geleitet sein soll und den zentralen Dirigismus der Gesamtplanung auch für den Fall eines späteren „Absterbens des Staates“ nicht preisgeben, auf der anderen Seite aber in zunehmendem Maße die Gesamtgesellschaft „in die Leitung einbeziehen“ soll, so z. B. durch das Prinzip der Brigaden, die Produktionsberatungen, die mannigfachen auf die Gewerkschaften (FDGB) delegierten Aufgaben sozialer Selbstverwaltung, die zahlreichen, Expertenkenntnis wie sog. Masseninitiative nutzenden Ausschüsse, Kommissionen und Aktivs. (Regierung und Verwaltung) Slogan hierfür: „Arbeite mit, plane mit, regiere mit.“ Auf jeden Fall bleiben indes alle Entscheidungen von politischer Tragweite dem Parteiapparat vorbehalten. (Arbeit mit den Menschen, operativer ➝Arbeitsstil, Bürokratismus, Wirtschaft, Teil I, Arbeitspolitik, Vergesellschaftung)

 

Literaturangaben

  • Ludz, Peter Christian (Hrsg.): Studien u. Materialien zur Soziologie der DDR (Sonderheft 8 der Kölner Zeitschr. für Soziologie…). Köln 1964, Westdeutscher Verlag. 540 S.
  • Meissner, Boris: Sowjetdemokratie und bolschewistische Parteidiktatur. Berlin 1963, Colloquium-Verlag. 192 S.
  • Richert, Ernst (m. e. Einl. von Martin Drath): Macht ohne Mandat — der Staatsapparat in der SBZ. 2., erw. Aufl. (Schr. d. Inst. f. polit. Wissenschaft, Berlin, Bd. 11). Köln 1963, Westdeutscher Verlag. 349 S.

 

Fundstelle: SBZ von A bis Z. Zehnte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1966: S. 431


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.