DDR von A-Z, Band 1966

Tag der Befreiung (1966)

 

 

Siehe auch die Jahre 1959 1960 1962 1963 1965 1969


 

So bezeichnet das Regime erst seit Mai 1950 den 8. Mai, die Wiederkehr des Tages, an dem 1945 die deutsche Wehrmacht kapitulierte. Am 21. 4. 1950 erhob die provis. Volkskammer den 8. Mai als TdB. zum gesetzlichen Feiertag. Am 5. 5. 1950 wagte die Regierung der SBZ zu behaupten: „Am 8. Mai 1945 öffnete die Sowjetarmee dem deutschen Volke das Tor zu einer Zukunft in Frieden und Fortschritt … Demokratie und Humanismus.“ Damit wurde die parteikomm. Propaganda eingeleitet, zu der SED und Regierung den TdB. mit Aufmärschen und Festreden alljährlich mißbrauchen. — Zum 8. 5. 1964 dankten Ulbricht und die Regierung telegrafisch der SU für „die Befreiung des deutschen Volkes“ und behaupteten: „Die SU unterstützt stets das deutsche Volk im Kampf um die Durchsetzung seiner nationalen Interessen.“

 

Unter den „Losungen zum 20. Jahrestag der Befreiung“, die die Nationale Front zum 8. 5. 1965 dem deutschen Volke bot, befanden sich folgende: „Ruhm und Ehre den Helden der Sowjetunion, die uns vom faschistischen Joch befreiten! Dank den Kämpfern der internationalen Widerstandsbewegung gegen den Faschismus! … Die Deutsche Demokratische Republik ist die hoffnungsvolle Zukunft!“


 

Fundstelle: SBZ von A bis Z. Zehnte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1966: S. 476


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.