Warenkontore, Zentrale (1966)
Siehe auch die Jahre 1960 1962 1963 1965 1969 1975 1979
Mit Anordnung vom 23. 3. 1960 als zentrale Lenkungsorgane für die Warenversorgung des Binnenhandels mit Industriewaren gebildet. Sie sind nachgeordnete zentrale Organe des Ministeriums für Handel und Versorgung zur Sicherung der Warenfonds in Menge, Sortiment und Qualität und sollen in Zusammenarbeit mit den Großhandelsgesellschaften und den Handelsorganen unter Auswertung der Bedarfsermittlung Einfluß auf die Produktion und Einfuhr von Konsumgütern zur Verbesserung der Versorgung der Bevölkerung nehmen. Den ZW. stehen Beiräte zur Seite. ZW. wurden gegründet für Textil- und Kurzwaren in Chemnitz, Schuhe und Lederwaren in Leipzig, Technik und Fahrzeuge in Berlin, Haushaltswaren in Berlin und Möbel und Kulturwaren in Berlin. Der Begriff Kulturwaren ist sehr weit gefaßt und umfaßt alles von der Sportausrüstung über Jagdutensilien und Lehrmittel sowie Bijouterie waren und Keramik bis zu den Kosmetika und Haushaltsreinigungsmitteln. Diese ZW. wurden 1955 zur Verbesserung der Handelstätigkeit auf dem Lebensmittelsektor um das ZW. für Lebensmittel, Obst und Gemüse und Haushaltchemie mit dem Sitz in Berlin erweitert.
Im neuen ökonomischen System hat man jetzt den ersten Schritt zur Auflösung der ZW. getan, indem zunächst unter Wegfall des ZW. für Textil- und Kurzwaren eine Großhandelsdirektion Textil- und Kurzwaren als Wirtschaftsorganisation aller Großhandelsbetriebe dieser Branche gegründet wurde. Mit solchen ökonomischen Einheiten hofft man eine Verbesserung der Zusammenarbeit mit der Industrie zu erreichen. Zusätzlich wurden dieser Institution Testverkaufsstellen angegliedert. Nach erfolgreichem Experiment sollen die anderen ZW. des Industriewarengroßhandels folgen.
Fundstelle: SBZ von A bis Z. Zehnte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1966: S. 522
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