Zeitsummenmethode (1966)
Siehe auch die Jahre 1963 1965 1969
Durch Ministerratsbeschluß vom Okt. 1962 zur allgemeinen Einführung in der Industrie der SBZ vorgesehene Methode zur Messung der Arbeitsproduktivität. Offiziell wurde mitgeteilt, daß die Z. bis Ende 1964 in 60 v. H. der zentralgeleiteten Industriebetriebe „mehr oder weniger ausreichend“ eingeführt wurde. Sie besteht darin, daß die Entwicklung der Arbeitsproduktivität nicht mehr durch die Division der Zahl der Arbeitskräfte durch den Produktionswert (pro-Kopf-Methode) ermittelt wird, sondern durch die Addition des effektiven Zeitaufwandes für jeden einzelnen Arbeitsvorgang. Die zahlreichen Kritiker aus der Praxis erklärten, die Z. sei zu kompliziert und erfordere einen hohen Personalaufwand; außerdem lasse sich der Zeitaufwand nicht durchweg für jeden Arbeitsvor[S. 551]gang hinreichend genau erfassen. Die Schwierigkeiten führten dazu, daß die Abrechnung der Arbeitsproduktivität in den Industriebetrieben seit 1964 stark zurückgegangen ist. Es hatte sich als unmöglich erwiesen, die von der Staatlichen ➝Plankommission auf der Grundlage von Preiskennziffern vorgegebenen Planaufgaben umzurechnen in differenzierte Zeitsummenziffern. In die methodischen Vorschriften zur Einführung des Neuen ökonomischen Systems wurde die Z. nicht aufgenommen. Der Initiator der Z., Prof. Fritz ➝Behrens, bemüht sich indessen weiterhin um die Einführung dieser Methode.
Fundstelle: SBZ von A bis Z. Zehnte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1966: S. 550–551