DDR von A-Z, Band 1969

Berufslenkung (1969)

 

 

Siehe auch:


 

Die B. ist in den letzten Jahren von den früheren Methoden des primitiven Zwangs auf Jugendliche und Eltern abgekommen. Zwar hat auch jetzt noch die B. in erster Linie die Aufgabe, die jährlich aufgestellten Arbeitskräfte- und Berufsausbildungspläne realisieren zu helfen, aber es werden dabei nach Möglichkeit — auch im Interesse einer hohen Arbeitsproduktivität — Berufswünsche und Neigungen der Jugendlichen berücksichtigt. Die B. richtet z. Z. ihr besonderes Augenmerk auf die Gewinnung junger Mädchen für technische Berufe. Der Anteil der Mädchen an solchen Berufen wird gegenwärtig mit 17 v. H. beziffert.

 

Die Kreisämter für Arbeit und Berufsausbildung ermitteln alljährlich die Anzahl und die Berufswünsche der Schulabgänger und stellen sie dem Plan für die Berufsausbildung des Kreises gegenüber. Aus dieser Gegenüberstellung ergeben sich die erforderlichen Maßnahmen der B., z. B. Vorträge in Schulen und Einzelberatungen von Schulabgängern. — Die Kreisämter geben an die Schulen Lehrstellenverzeichnisse. Die Zahl der angebotenen Stellen entspricht der Zahl der Schulabgänger an den einzelnen Schulen. In gleicher Anzahl werden [S. 101] den Schulen Bewerbungskarten als Vordrucke zur Verfügung gestellt. Die Betriebe dürfen Bewerbungen nur in Form dieser amtlichen Bewerbungskarten entgegennehmen.

 

Die individuelle Berufsberatung mit psychotechnischen Eignungsprüfungen, die in der BRD üblich ist, gibt es in der „DDR“ nicht. Statt dessen gibt es in den Schulen eine umfassende theoretische und praktische Berufsaufklärung, die die richtige Berufsfindung ermöglichen soll.

 

Die Institutionen der B. sind die Staatliche ➝Plankommission, die Ämter für Arbeit und Berufsausbildung bei den Bezirks- und Kreisräten und die Schulen. (Berufsausbildung)


 

Fundstelle: A bis Z. Elfte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1969: S. 100–101


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.