Betriebswirtschaft, Sozialistische (1969)
Siehe auch die Jahre 1975 1979
„Verfahrenslehre des Wirtschaftens zur Beherrschung und eigenverantwort[S. 108]liche Leitung des Reproduktionsprozesses in den Betrieben, Kombinaten, Erzeugnisgruppen, Kooperationsverbänden und Vereinigungen Volkseigener Betriebe“ (Neuer Weg, Ostberlin, Heft 1/1968). Dieser Begriff wurde 1966/1967 in Anlehnung an den als Teil der bürgerlichen Ökonomie bezeichneten Begriff „Betriebswirtschaftslehre“ eingeführt. In diesem neuen Begriff sind alle ökonomischen Funktionen zusammengefaßt, die bisher unter den Bezeichnungen Industrieökonomik, Betriebsökonomik und Arbeitsökonomik behandelt worden sind, d.h. die Gesamtheit der Maßnahmen zur Lenkung, Leitung und Planung des betrieblichen Produktionsprozesses. Zur SB. gehören: Betriebsplanung, Betriebsorganisation, Betriebsleitung, Prognostik (Prognosen), Rechnungsführung.
Als besondere Kennzeichen der SB. gegenüber der Betriebswirtschaft in der BRD werden genannt: „Ausgeprägter politischer Charakter, da sie sozialistische Warenproduzenten betrifft“; sie dient der „Festigung der Positionen in der Klassenauseinandersetzung mit dem westdeutschen Imperialismus“; sie hat die „ideologische Funktion, die Wege zur Lösung der Aufgaben des ökonomischen Systems des Sozialismus im Betrieb bewußt zu machen. Die Funktionsbereiche der SB. sind in der Graphik am Kopf dieser Seite dargestellt. (Sozialistische ➝Wirtschaftsführung)

Fundstelle: A bis Z. Elfte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1969: S. 107–108
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