Bruttoproduktion (1969)
Siehe auch:
Begriff aus dem Bereich der statistischen Erfassung volkswirtschaftlicher Leistungen. Die B. nach Auffassung des SED-Regimes ist die Gesamtheit der in einer Wirtschaftsperiode (gewöhnlich in einem Jahr) produzierten Güter und materiellen Dienstleistungen. Die B. wird ausgedrückt in sog. unveränderlichen ➝Planpreisen, d. h. fiktiven Preisen für zusammengefaßte Warengruppen, die als Hilfsmittel der Planung und der Planabrechnung für die Dauer einer Planperiode Gültigkeit haben. Die Summe der betrieblichen B.-Werte ergibt das gesellschaftliche ➝Gesamtprodukt.
Die Darstellung der wirtschaftlichen Entwicklung nach den Zahlen der B. führt zu [S. 129]unrealen Aufblähungen der Zuwachsraten, da die B. sämtliche Vorleistungen der Zulieferer einschließt. Die Sowjetblockländer — zuerst die SU — haben inzwischen erkannt, daß sie sich mit der Bruttorechnung überhöhte Zuwachsraten vortäuschen, während die reale Entwicklung sehr viel bescheidener verläuft. In der „DDR“ ist vorgesehen, neben der Bruttorechnung auch die statistischen Voraussetzungen für eine künftige Nettorechnung zu schaffen.
Fundstelle: A bis Z. Elfte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1969: S. 128–129