DDR von A-Z, Band 1969

Elternbeiräte (1969)

 

 

Siehe auch die Jahre 1953 1954 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1965 1966 1975 1979


 

Da gewählte Ausschüsse ein Hemmnis der offiziellen Schulpolitik bilden konnten, arbeitete man bis 1951 mit der von der SED gelenkten „Vereinigung der Freunde der neuen Schule“, die willkürlich zusammengesetzte Ausschüsse für jede Schule bildete. Erst durch VO vom 12. 4. 1951 wurden E. geschafft, deren Wahl durch Wahlausschüsse manipuliert wird.

 

Nach der Elternbeiratsverordnung vom 15. 11. 1966 hat der für die Dauer von zwei Jahren gewählte E. die Bereitschaft und Initiative der Eltern zu fördern und sie auf die aktive Unterstützung der Bildungs- und Erziehungsarbeit an der Schule, auf die sozialistische Erziehung der Kinder in der Familie, auf die Unterstützung einer inhaltsreichen und interessanten Tätigkeit der FDJ und der Jungen Pioniere, auf die Zusammenarbeit mit den an der Erziehung beteiligten gesellschaftlichen Kräften zu lenken. Bemerkenswert ist, daß in die E. Eltern gewählt werden, die sie „sozialistische Bildungs- und Erziehungsarbeit der Schule aktiv unterstützen“, daß aber auch „besonders bewährte“ Mitglieder nach dem Ausscheiden ihrer Kinder aus der Schule in den E. gewählt werden können. Der Vorsitzende des E. ist Mitglied des Pädagogischen Rates der Schule. Der E. arbeitet nach einem Jahresarbeitsplan und tritt regelmäßig, mindestens einmal innerhalb von 8 Wochen, zur Beratung zusammen. — Bei jeder Schulklasse besteht ein Klassenelternaktiv (3–7 Mitglieder). Es soll u.a. den Klassenleiter bei der Entwicklung des Schülerkollektivs helfen, die sozialisti[S. 168]sche Erziehung in den Familien unterstützen und Einfluß auf die Entwicklung der außerunterrichtlichen Tätigkeit, einschl. der Erziehung in Horten und der Feriengestaltung nehmen.

 

Literaturangaben

  • Lange, Max Gustav: Totalitäre Erziehung — Das Erziehungssystem der Sowjetzone Deutschlands. Mit einer Einl. v. A. R. L. Gurland (Schr. d. Inst. f. pol. Wissenschaft, Berlin, Bd. 3). Frankfurt a. M. 1954, Verlag Frankfurter Hefte. 432 S.

 

Fundstelle: A bis Z. Elfte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1969: S. 167–168


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.