DDR von A-Z, Band 1969

Fraktionsbildung (1969)

 

 

Siehe auch:


 

Im Pj. im Gegensatz zum westlichen Sprachgebrauch, der unter Fraktionen vor allem die Abgeordnetengruppen der verschiedenen Parteien im Parlament versteht, der innerparteiliche Vorgang der Bildung unterschiedlicher Meinungen und Gruppen in der jeweiligen kommun. Monopolpartei. Fraktionen sind danach Gruppen innerhalb einer kommun. Partei, die die offizielle Linie nicht anerkennen und (vor allem in obersten parteilichen Führungsgremien) Parteigänger für Abweichungen werden bzw. Zusammenschlüsse solcher Abweichler darstellen. In der SED haben 1953 (Zaisser-Herrnstadt-Fraktion) und 1956/57 (Schirdewan-Wollweber-Oelßner-Fraktion) derartige F. eine wirkliche oder gemäß der Behauptung der erfolgreich gebliebenen Ulbricht-Gruppe eine gewisse Rolle gespielt. (Säuberungen, Opposition, Widerstand)

 

Literaturangaben

  • Jänicke, Martin: Der dritte Weg — Die antistalinistische Opposition gegen Ulbricht seit 1953. Köln 1964, Neuer Deutscher Verlag. 267 S.
  • Stern, Carola: Porträt einer bolschewistischen Partei — Entwicklung, Funktion und Situation der SED. Köln 1957, Verlag für Politik und Wirtschaft. 372 S.
  • Dies.: Ulbricht — eine politische Biographie. Köln 1964, Kiepenheuer und Witsch. 352 S. m. Abb.

 

Fundstelle: A bis Z. Elfte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1969: S. 219


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.