DDR von A-Z, Band 1969

Friedrich-Schiller-Universität Jena (1969)

 

 

Siehe auch die Jahre 1975 1979 1985


 

Entstanden aus dem am 19. 3. 1548 gegründeten Gymnasium academicum, am 15. 8. 1557 zur U. erhoben, führt sie ihre [S. 229]heutige Bezeichnung seit dem 10. 11. 1934. Sie wurde nach dem Zusammenbruch als erste der Universitäten in Mitteldeutschland wiedereröffnet (15. 10. 1945). Sie besitzt 6 Fakultäten: Philosophische, Rechtswiss., Theologische, Medizinische, Mathematisch-Naturwiss., Landwirtschaftl. F. Die Rechtswiss. F. wurde 1923 zur Rechts- und Staatswiss. F. erweitert, als Rechts- und Wirtschaftswiss. 1945 eröffnet, 1949 in eine Rechtswiss. F. und eine Wirtschaftswiss. Fachrichtung geteilt, die der 1947 geschaffenen Gesellschaftswiss. F. (im Herbst 1950 aufgelöst) eingegliedert wurde. Zu den aufgelösten F. gehören auch die Pädagogische F. (1945 als Sozialpädagog. F. gegründet, 1948 in Pädagog. F. umbenannt, 1954 als Institut für Pädagogik in die Philosoph. F. eingegliedert) und die ABF „Fred Oelßner“, die Ende Juli 1963 geschlossen wurde.

 

Prof. Dr. med. habil. Franz Bolck ist seit dem 9. 1. 1968 Rektor der U., die, wie auch die Humboldt-U. und die TH Magdeburg, zu den „Beispielhochschulen“ gehört, an denen die Hochschulreform am weitesten vorangetrieben wurde. An der U. Jena, die in Planung und Ablauf der Forschung eng mit dem VEB Carl Zeiss verflochten ist, entstanden im Frühjahr 1968 die Sektionen Chemie, Physik, Mathematik, Ökonomische Kybernetik; sie konzentrieren sich auf den wissenschaftlichen Gerätebau, der 75 v. H. des Forschungspotentials der gesamten U. ausmacht. Zu Beginn des Studienjahres 1968/69 wurden die Sektionen Biologie, Marxismus-Leninismus, Geschichte/Philosophie, Sprachwissenschaften, Literaturwissenschaften und Kulturtheorie, Sportwissenschaften gegründet. Es besteht die Absicht, die Landwirtschaftliche und die Juristische. F. an anderen Hochschuleinrichtungen der „DDR“ zu konzentrieren.


 

Fundstelle: A bis Z. Elfte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1969: S. 228–229


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.