DDR von A-Z, Band 1969

Grundrente (1969)

 

 

Siehe auch die Jahre 1965 1966 1975 1979


 

Sie ist dasjenige Einkommen, das sich als Besitzeinkommen lediglich aus der Verfügung über Grund und [S. 261]Boden ergibt. Die G. bildet einen der Hauptkritikpunkte der sozialistischen Richtungen am kapitalistischen Wirtschaftssystem. Im Sozialismus ist die private Aneignung der G. verschwunden; sie tritt aber in Form der Differentialrente auch in der produktionsgenossenschaftlichen Landbewirtschaftung auf. Die Differentialrente ist das Vorzugseinkommen, das auf Grund unterschiedlicher Produktionskosten dem Produzenten mit den geringeren Produktionskosten zufließt. Sie beruht auf der Bodengüte (Fruchtbarkeitsrente), auf der Standortslage des Bodens (Lagerente) sowie auf der unterschiedlichen Bewirtschaftungs- und Organisationsintensität der Böden (Intensitätsrente). Das aus der Differentialrente bezogene Einkommen verbleibt teilweise in den LPG als Anlagevermögen zur weiteren Steigerung oder Rationalisierung der Agrarproduktion, teilweise fließt es dem Staatshaushalt zu.


 

Fundstelle: A bis Z. Elfte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1969: S. 260–261


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.