DDR von A-Z, Band 1969

Multimoment-Methode (1969)

 

 

Aus westlichen Ländern — z. B. den USA — seit [S. 434]1966 versuchsweise eingeführte Methode der Normzeitermittlung bei im Stücklohn auszuführenden Arbeiten (Arbeitsnormen). Es handelt sich hierbei um „Häufigkeitsstudien“ durch Augenschein. Stoppuhren zur Messung der einzelnen Arbeitsgänge fallen dabei weg. Beobachter des Arbeitsablaufes machen in bestimmten Zeitabständen Rundgänge durch die Werkstatt und notieren die dabei beobachteten Vorgänge und Arbeitsergebnisse an den einzelnen Arbeitsplätzen. Durch eine Vielzahl der Beobachtungen (daher „Multimoment“) wird die tatsächliche Zusammensetzung der aufgewandten Arbeitszeit erkennbar (z. B. operative Zeit, Vorbereitungs- und Wartungszeit, Verlustzeit usw.). Auch der Auslastungsgrad der Maschinen wird dabei offenkundig. Angeblich sollen auch Nichtfachleute nach kurzer Einweisung in der Lage sein, sich an den Zeitaufnahmen zu beteiligen. Gegenüber der bisherigen Methode der Normzeitermittlung durch Zeitmessungen mit der Stoppuhr sollen bei dem damit beschäftigten Personal bis zu 80 v. H. Arbeitszeit eingespart werden können. Die Einführung der MM-Methode soll „schrittweise“ erfolgen.


 

Fundstelle: A bis Z. Elfte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1969: S. 433–434


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.