Musikschulen (1969)
Siehe auch die Jahre 1975 1979 1985
Auf Grund einer VO vom 25. 2. 1955 sollten in allen Kreisstädten Volks-M. als Bildungsstätten für Laien eingerichtet werden. Ihre Aufgabe war, musikalische Kenntnisse und Fertigkeiten zu vermitteln und die Volkskunstgruppen (Laienkunst, Kulturelle Massenarbeit), vor allem durch Ausbildung von Gruppenleitern, anzuregen und zu fördern. Die Volks-M., deren es 1968 82 mit 121 Außenstellen und 224 Stützpunkten gab, an denen 1966/67 rd. 32.000 Schüler unterrichtet wurden, bezogen mit der Zeit auch andere Gebiete künstlerischen Laienschaffens in ihre Arbeit ein und sollten auf Grund eines Beschlusses der Kulturkonferenz 1960 des ZK der SED in Volkskunstschulen umgewandelt werden; in welchem Umfange dieser Beschluß verwirklicht wurde, ist nicht bekannt. Durch eine VO vom 12. 10. 1959 wurden alle Volks-M. in M. umbenannt. Als Einrichtungen der Räte der Kreise oder Stadtkreise sollen sie musikalisch besonders interessierte und begabte Oberschüler und Werktätige „in langfristiger systematischer Ausbildung zu hohen musikalischen Leistungen führen, sie im Geist des Sozialismus erziehen und zur aktiven schöpferischen Teilnahme am kulturellen Leben der sozialistischen Gesellschaft befähigen“. Die Schüler werden von Schulen, Betrieben, LPG, „gesellschaftlichen Organisationen“ delegiert und sollen den größten Teil ihrer Freizeit dem Musikunterricht und dem häuslichen Üben widmen. An manchen M., so z. B. 1966 in Leipzig-Stadt, Zeitz, Wismar, Rostock und Jena, wurden Klassen für bildende Kunst eingerichtet, deren Lehrzeit für Schüler in der Grundstufe 7 Jahre, in der Oberstufe 4 Jahre dauert; daneben gibt es auch Klassen für andere Jugendliche und für Erwachsene.
Die Existenzmöglichkeiten der privaten Musiklehrer wurden durch die M. mehr und mehr beeinträchtigt, und von den 2.000 „freischaffenden Musikerziehern“, die 1968 noch vorhanden sein sollten, hat sich ein erheblicher Teil daher als „Vertragslehrer“ an die M. gebunden. (Musik)
Fundstelle: A bis Z. Elfte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1969: S. 435