Nomenklatursystem (1969)
Siehe auch:
Nach dem N. arbeiten seit 1949/50 alle Kaderabt. der SED, der Massenorganisationen, der zentralen Dienststellen und der Wirtschaft. Personen, die auf Grund ihrer beruflichen Arbeit oder ihrer politischen Funktion für das System wichtig sind (Kaderpolitik), unterstehen in allen personalpolitischen Fragen der Kaderabt. ihrer übergeordneten Dienststelle. Versetzungen, Entlassungen usw. dürfen nur mit Zustimmung dieser für sie zuständigen N.-Stelle vorgenommen werden. Hohe SED-Funktionäre (Minister, Staatssekretäre, 1. SED-Bezirkssekretäre usw., aber auch Lehrkörper und Schüler der SED-Parteihochschule) unterstehen der Nomenklatur des ZK der SED. Durch das aus der SU übernommene N. soll eine genaue Abgrenzung der Zuständigkeit der verschiedenen Kaderabt. in personalpolitischen Fragen erreicht werden.
Auch in der Wirtschaftsplanung verwendet man oft den Begriff Nomenklatur für Erzeugnis- und Materiallisten (z. B. für die Produktionsplanung und die Materialverteilung). (Erzeugnis- und Leistungsnomenklatur)
Literaturangaben
- Schultz, Joachim: Der Funktionär in der Einheitspartei — Kaderpolitik und Bürokratisierung in der SED (Schr. d. Inst. f. polit. Wissenschaft, Berlin, Bd. 8). Stuttgart 1956, Ring-Verlag. 285 S.
Fundstelle: A bis Z. Elfte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1969: S. 450