DDR von A-Z, Band 1969

Plasteindustrie (1969)

 

 

Siehe auch:


 

In Mitteldeutschland im Vergleich zu westlichen Industrieländern verspätet entwickelter Zweig der Kunststoffproduktion. Zu den Erzeugnissen der P. gehören insbesondere Polymerisationsprodukte (z. B. Polyvinylchlorid) und Kondensationsprodukte (Pheno- und Aminoplaste). Die P. wurde auf der Verwendung von Inhaltsstoffen der Braunkohle aufgebaut, da eigene Erdölvorkommen fehlen. Ausgangsstoff ist bis in die jüngste Zeit überwiegend der aus Braunkohle gewonnene Kalziumkarbid. Die Umstellung auf Erdöl als Ausgangsstoff ist im Gange, wird jedoch erst um das Jahr 1975 abgeschlossen sein. (Erdölindustrie)

 

In der P. — einschließlich der Verarbeitung von Plastrohstoffen — gibt es rd. 260 Betriebe mit 27.300 Beschäftigten. 16.200 davon sind in volkseigenen und 8.500 in halbstaatlichen Betrieben tätig. Innerhalb der Chemischen Industrie hat die P. einen Anteil am Produktionswert von rd. 8 v. H. In der Pro-Kopf-Produktion (je Einwohner) im internationalen Maßstab steht die P. der „DDR“ an 8. Stelle. (Vergleich: die BRD steht an erster Stelle.)


 

Fundstelle: A bis Z. Elfte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1969: S. 483


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.