Produktionskomitees (1969)
Siehe auch die Jahre 1965 1966 1975 1979
Seit 1963 in volkseigenen Großbetrieben eingeführte Organe zur Produktionspropaganda und Kontrolle der Betriebsleitungen. Die P. lösten in Großbetrieben die Ständigen ➝Produktionsberatungen ab. Von den letzteren unterscheiden sich die P. u.a. dadurch, daß der Vorsitzende nicht mehr ein FDGB-Funktionär, sondern jeweils der erste Sekretär der Betriebsparteiorganisation der SED ist. Die P. gelten als „gesellschaftliche Organe der Belegschaft“, ihre Mitglieder werden jedoch durch die Betriebsparteiorganisation der SED vorgeschlagen bzw. bestimmt.
Die P. setzen sich zusammen aus Vertretern der „gesellschaftlichen Organisationen“ im Betrieb (SED, FDGB, FDJ, DF usw.), ferner aus Ingenieuren, Technikern, Meistern und Facharbeitern. Die Kontrollfunktion der P. gegenüber der Betriebsleitung wurde durch eine VO vom Febr. 1966 verstärkt. Danach ist der Betriebsdirektor verpflichtet, dem P. wichtige Materialien (Planangebot, Rationalisierungskonzeption, Maßnahmen Neue Technik, Lohnverteilung usw.) vorzulegen und ihm am Jahresende einen Bericht über die Wirtschaftstätigkeit zu erstatten. Ausgewählte Mitglieder der P. bilden ein Ökonomisches Aktiv, das berechtigt ist, dem Betriebsdirektor Vorschläge zu machen, die dieser „für die Durchführung der betrieblichen Aufgaben auswerten und nutzbar machen“ muß. — Die P. sollen auch der „politischen Massenarbeit“ in den Betrieben Impulse geben. In einer Grußadresse des ZK der SED an die neugegründeten P. vom Okt. 1964 heißt es: „Das Zentralkomitee ist davon überzeugt, daß die Zusammenarbeit aller gesellschaftlichen Kräfte im P. schneller zur Verwirklichung der Partei- und Regierungsbeschlüsse in den Betrieben führt.“
Fundstelle: A bis Z. Elfte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1969: S. 498
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