Reproduktion (1969)
Siehe auch die Jahre 1962 1963 1965 1966 1975 1979 1985
Begriff aus der Politischen Ökonomie, mit dem die ständige Fortsetzung des Produktionsprozesses bezeichnet wird. Voraussetzung für die sogenannte „einfache R.“ (Fortführung der Produktion auf gleicher Höhe) ist der Ersatz der verbrauchten Produktionsmittel sowie der zur Erhaltung der menschlichen Arbeitskraft notwendigen Lebens- und Unterhaltsmittel aus der laufenden Produktion. Die Bereitstellung eines Teils des durch den Produktionsprozeß geschaffenen und nicht zum bloßen Ersatz notwendigen „Mehrproduktes“ und die daraus resultierende Ausdehnung der Produktion auf technisch gleichem oder höherem Niveau werden im marxistisch-leninistischen Sprachgebrauch als „erweiterte R.“ bezeichnet. Nach dieser Auffassung ist sowohl für den Kapitalismus als auch für den Sozialismus die erweiterte R. typisch.
In der Lehre des Marxismus-Leninismus umfaßt der Begriff R. nicht nur die R. der sachlichen Produktionsmittel, sondern auch die der Produktionsverhältnisse. Demgemäß wird von der kapitalistischen R. behauptet, sie reproduziere auch ständig die Ausbeutungsverhältnisse, da sie die Kapitalisten immer wieder als Eigentümer und die Arbeiter immer wieder als Lohnarbeiter aus dem Produktionsprozeß hervorgehen lasse. Dagegen wird für die sozialistische R. in Anspruch genommen, sie führe zu einer planmäßigen ständigen Verbesserung der materiellen und kulturellen Lebensbedingungen der Werktätigen.
Fundstelle: A bis Z. Elfte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1969: S. 531
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