Spartakiaden (1969)
Siehe auch die Jahre 1966 1975 1979 1985
Nach Spartacus, dem Führer des großen römischen Sklavenaufstandes (74–71 v. Chr.) benannte Sportfeste der kommunistischen Arbeiterbewegung (1921 in Prag, 1928 in Moskau, 1931 in Berlin). In Moskau wurde 1958 das „Sportkomitee der befreundeten Armeen“ gegründet. Diese Organisation der Armee-Sportverbände hält alle 2 Jahre Armee-S. ab.
In Mitteldeutschland werden regelmäßig Kinder- und Jugend-S. veranstaltet. Nach dem Muster der Olympischen Spiele durchgeführt, dienen diese Veranstaltungen der Förderung und Auslese von Nachwuchs-Spitzensportlern, besonders in den olympischen Sportarten, und gleichzeitig der Bildung des sozialistischen ➝Bewußtseins durch das organisatorische und ideologi[S. 585]sche Zeremoniell (Erziehungs- und Bildungswesen). „Mit hervorragenden Leistungen und diszipliniertem Auftreten werdet ihr am besten jenen danken, die uns so hervorragende sportliche Möglichkeiten geben, und das sind in erster Linie die Werktätigen der DDR, das Zentralkomitee der SED und die Regierung unseres Landes. Erfreuen werden die guten Ergebnisse, die ihr, liebe Sportfreunde, hier in Berlin zu Ehren unseres sozialistischen Vaterlandes erzielt, vor allem unseren großen Freund und Förderer der Jugend und des Sports, Walter Ulbricht, denn ihm liegt die Entwicklung des Kinder- und Jugendsports besonders am Herzen“ (Manfred ➝Ewald, Präsident des DTSB, in seiner Ansprache zur Eröffnung der ersten deutschen Kinder- und Jugend-S. im Juli 1966 in Berlin). Schon die zur Vorbereitung der S. veranstalteten Trainingslager bieten die Möglichkeit, die Erziehungsarbeit in den Vordergrund zu rücken. „Es gab Aussprachen mit Arbeitersportlern und Widerstandskämpfern, Mahn- und Gedenkstätten wurden besucht. So konnte die Erziehung zum Kollektivgeist, zur Einsatzbereitschaft, zur Ordnung und Disziplin gefördert werden“ („BZ am Abend“ v. 10. 8. 1966).
Seit 1968 gibt es auch GST-S.
Fundstelle: A bis Z. Elfte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1969: S. 584–585