Wirtschaftswerbung (1969)
Siehe auch die Jahre 1975 1979
Nachdem die WW. früher als typische Erscheinung des Kapitalismus betrachtet wurde, hat man inzwischen eingesehen, daß „die allgemeine Ursache der WW. die Herausbildung der gesellschaftlichen Arbeitsteilung ist“ und „sie zu einem wichtigen Instrument bei der Gestaltung der Beziehungen zwischen Produktion und Konsumtion geworden ist“ („ökonomisches Lexikon“, Ost-Berlin 1967, S. 1107).
Die WW. dient der Produktionspropaganda, der Unterstützung des Absatzes von Produktionsmitteln und Konsumgütern sowie der Lenkung des Verbrauchs. Sie erstreckt sich sowohl auf den Binnen-, als auch auf den Außenmarkt.
Die gesamte WW. ist ein Monopol der SED, die daraus beträchtliche Einnahmen bezieht (Zentrag). Auf dem Binnenmarkt ist für die gesamte WW. sowie für die politische Sichtwerbung (Werbung) die „Deutsche Werbeanzeigen-Gesellschaft“ (Dewag), Berlin, zuständig. Gegr. am 1. 10. 1945 als „Deutsche Werbe- und Anzeigengesellschaft“ in Dresden. Hauptsitz wurde 1949 nach Berlin verlegt. Sie ist nach Zentralabteilungen innerhalb der einzelnen Branchen gegliedert und unterhält in allen größeren Städten selbständige Betriebe mit eigener Wirtschaftsführung. Bis 1951 betreute sie auch die Reisebüros. Für Auslandswerbung arbeitet die Dewag eng zusammen mit der Außenhandelswerbe-Gesellschaft m.b.H. „Interwerbung“. Letztere ist ein Zusammenschluß der Abt. für Werbung der Kammer für Außenhandel und der Auslandsanzeigenwerbung der Dewag. Sie arbeitet als Verbindungsstelle zu allen Handelsmissionen im Ausland sowie zu den maßgebenden ausländischen Werbeunternehmen einschl. Verlagen. Werbeaufträge aus dem Ausland und der BRD für Waren und Dienstleistungen in der „DDR“ sind der Interwerbung zu erteilen und auch über diese abzurechnen, sofern es sich nicht um Aufwendungen zur Ausgestaltung von Messeständen in Leipzig handelt (GBl. II, Nr. 83).
Fundstelle: A bis Z. Elfte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1969: S. 736
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