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Audios

Die erzählte Recherche - Episode 30: Die DDR und Kambodscha

vom 03.12.2020 | RBB inforadio Podcast

Ende der 1960er Jahre verbrüdern sich zwei Staaten, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben: Die DDR und Kambodscha. Ein neuer rbb-Dokumentarfilm beleuchtet dieses wenig bekannte Kapitel politischer Geschichte. Zur Veröffentlichung des Films hat Jenny Barke mit dem Dokumentarfilmer Hans Sparschuh gesprochen.

Screenshot von deutschlandfunk.de

Radiofeature

Sowjetische Kriegsgefangene: Die „Erinnerungsbrücke“ in Perm

vom 04.06.2019 | Andrea Rehmsmeier

Das Radiofeature Die Erinnerungsbrücke in Perm von Andrea Rehmsmeier widmet sich einer Ausstellung über sowjetische Kriegsgefangene. Die Ausstellung ist von der Initiative Erinnerungsbrücke konzipiert, die im Rahmen einer Partnerschaft zwischen dem Bundesland Niedersachsen und der Region Perm entstanden ist. Ziel der initiative ist es, die Lebensläufe sowjetischer Kriegsgefangener in Deutschland zu rekonstruieren. Die Ausstellung in Perm stellt beispielhaft die Leben von elf ehemaligen Gefangenen vor – von denen nur zwei die Gefangenschaft überlebt haben. Die Initiative will auch eine Auseinandersetzung mit der Thematik anstoßen: sowohl auf deutscher als auch auf russischer Seite, wo das Wissen über die Leben, das Sterben und das Vermächtnis der sowjetischen Gefangenen trotz ihrer großen Präsenz sehr rudimentär ist. Ebenfalls notwendig scheint eine Debatte darüber, was den überlebenden Kriegsgefangenen nach ihrer Rückkehr in die Sowjetunion Stalins widerfuhr. Unter Generalverdacht der Kollabotation oder Spionage waren die Rückkehrenden oft vehementen Repressionen ausgesetzt. Auch wenn dies in der Ausstellung selbst nur impliziert wird – so sind die Verhörprotokolle mit den Überlebenden im Wortlaut ausgestellt, der Bezug zu Stalin und dessen Terrorregime fehlt jedoch komplett – ist die Ausstellung bereits ins Visier russischer Nationalisten gerückt, welche die Initiative nun als “ausländische Agenten” definieren lassen möchte – ein Möglichkeit der russischen Gesetzgebung, unliebsame Nichtregierungsorganisationen einer Vielzahl an Repressionen auszusetzen.

Screenshot von Deutschlandfunk.de

Radiofeature

Vor 100 Jahren in Moskau. Gründung der Kommunistischen Internationalen

vom 02.03.2019 | Jochen Stöckmann

Das Radiofeature „Vor 100 Jahren in Moskau. Gründung der Kommunistischen Internationalen“ von Deutschlandfunk beschäftigt sich mit den Anfängen der Komintern 1919. Die Komintern wurde auf Initiative Lenins nach der Oktoberrevolution gegründet und bildete den internationalen Zusammenschluss von kommunistischen Parteien. Dominiert wurde die Komintern vor allem von der kommunistischen Partei der Sowjetunion, die dadurch das Ziel verfolgte, die anderen kommunistischen Parteien weltweit beeinflussen zu können. Im Jahr 1943 wurde die Kommunistische Internationale schließlich unter Josef Stalin aufgelöst. Das Radiofeature zeichnet die Beweggründe Lenins für die Gründung der Kommunistischen Internationalen nach und beschreibt, wie sich die Situation im Jahr 1918/1919 für die Bolschewisten darstellte. Zusätzlich nimmt das Radiofeature Bezug auf die Beziehung zwischen der KPD und der Komintern und diskutiert die Rolle der deutschen Mitglieder in der internationalen Organisation.

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Veranstaltungsmitschnitt

Leonid Breschnew: Staatsmann und Schauspieler im Schatten Stalins

vom 18.03.2018

Die Osteuropahistorikerin Prof. Susanne Schattenberg stellt in der Hellen Panke e.V.  ihr neues Buch „Leonid Breschnew: Staatsmann und Schauspieler im Schatten Stalins“ vor. Moderiert wird die Veranstaltung von Dr. Wladislaw Hedeler. Nach einer Einführung in den wissenschaftlichen Werdegang der Autorin betont der Moderator den neuen Zugang, den die Autorin zur Biografie Breschnews findet. Entgegen eines großen Teils der bestehenden Arbeiten zu seiner Person, fände, so Hedeler, Schattenberg eine Herangehensweise, welche nicht vom Ende her gedacht sei, sondern in der Entwicklung des Politikers dessen kompletten Lebenslauf mit vielen Details berücksichtige. Leonid Breschnew war von 1964 bis 1982 Vorsitzender der KPdSU und prägte fast 20 Jahre lang die Entwicklung der Sowjetunion. Die Biografie füllt eine Lücke in der Literatur; die letzte deutschsprachige Biografie über Breschnew erschien 1973 – zu einem Zeitpunkt, zu dem der Politiker noch sieben Jahre leben würde. Dies ist unter anderem der immens schwierigen Archivsituation geschuldet – die Autorin beschreibt im Veranstaltungsmitschnitt anschaulich die Schwierigkeiten, denen sie im Zuge ihrer Recherche begegnet. Schattenberg bemüht sich, in ihrem Buch ein vielschichtiges Porträt Breschnews zu zeichnen, das über seine gängige Darstellung als Apparatschik, Hardliner und Vertreter einer neostalinistischen Linie hinausgeht. Den Zuhörerinnen und Zuhörern erlaubt die Autorin mit einer halbstündigen Lesung ausgewählter Buchpassagen einen ersten Einblick in ihr Werk.

Screenshot des Radiofeatures auf BR2

Radiofeature

Kommunistenjäger – Wie Joe McCarthy zum Großinquisitor der USA wurde

vom 08.02.2016 | Uli Mayer

Uli Mayer portraitiert in diesem Radiofeature den US-amerikanischen Senator Joseph McCarthy (1906 – 1956). Der republikanische Politiker initiierte 1950 eine antikommunistische Kampagne, welche die Gesellschaft der USA auch über dessen Amtszeit hinaus stark prägte (McCarthy-Ära). Grundlage der Kampagne war eine nicht-existente Namensliste angeblicher Kommunisten, die im Außenministerium arbeiten würden. Nach einer Zusammenfassung des Werdegangs McCarthys zeichnet Uli Mayer ein differenziertes Bild der Auswirkungen dessen Verschwörungstheorie auf Politik, Medien und Gesellschaft. Mayer hebt in seinem Beitrag besonders den für McCarthys typischen strategischen Umgang mit den Medien hervor. Erst in McCarthys zweiter Amtszeit entwickelte sich der korrupte Senator vom „Hinterbänkler“ zum Politstar, indem er mit seiner Verleumdungskampagne, für die er keinerlei Beweise vorlegen konnte, landesweit Schlagzeilen machte. Das bald darauf gegründete „Komitee für unamerikanische Umtriebe“ fungierte als politisches Organ der von McCarthy initiierten „Hetzjagd“ gegen Kommunisten (Vgl. Sendung). Die Sendung arbeitet mit Texten des Republikaners wie beispielsweise seinem Telegramm an den Präsidenten Truman welche seine denunziatorische Taktik verdeutlichen.

Screenshot von Radio Praha

Radiofeature

Samtene Revolution 1989: das politische Comeback von Dubček

vom 17.11.2012 | Jitka Mládková

Das Radiofeature von Jitka Mládková ist der Rolle von Alexander Dubček während der Samtenen Revolution von 1989 gewidmet. Dubček war von 1968 bis 1969 Generalsekretär der Tschechoslowakischen Kommunistischen Partei (KPČ). Durch seinen Einsatz für einen Reformkurs – bekannt geworden unter dem Begriff des „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ – wurde er zu einer zentralen Figur des Prager Frühlings. Nach der Zerschlagung der Reformbewegung musste sich Dubček aus der Politik zurückziehen. Im Zuge der Demonstrationen, die die Samtene Revolution 1989 einläuteten, kehrte er in die Politik zurück, er wurde zum Vorsitzenden des Parlaments gewählt und wurde als Spitzenkandidat für das Präsidentenamt gehandelt. Das Audiofeature zeichnet das Comeback der Politikers chronologisch nach und lässt dabei Historiker, Publizisten und Archivare zu Wort kommen. Das ganze Radiofeature können Sie hier anhören. 

Screenshot von radio.cz

Radiofeature

Moskauer Protokoll: Kapitulation der Reformer

vom 27.08.2018 | Till Janzer

Das Radiofeature von Till Janzer widmet sich den sogenannten Moskauer Protokollen. Unter diesem Begriff versteht man die Vereinbarungen, die nach der Niederschlagung des Prager Frühlings zwischen dem tschechoslowakischen Parteivorsitzenden Alexander Dubček und der sowjetischen Regierung geschlossen werden. Am 21. August 1968 schlagen Truppen des Warschauer Paktes die als „Prager Frühling“ bezeichneten Reformbewegungen nieder, die einen „Kommunismus mit menschlichem Antlitz“ zum Ziel hatten. Alexander Dubček und weitere Reformpolitiker werden nach Moskau verschleppt und zu Verhandlungen gezwungen. Deren Ergebnis ist das sogenannte Moskauer Protokoll, welches die langfristige Anwesenheit sowjetischer Truppen in der Tschechoslowakei, eine Abkehr vom Reformkurs  und die Entlassung reformwilliger Politiker festlegt. Der Historiker Oldřich Tůma von der der tschechischen Akademie der Wissenschaften kommt in dem Feature zu Wort und bereichert dieses mit seinem Fachwissen zu den Ereignissen des Jahres 1968. Den ganzen Beitrag können Sie hier nachhören.

Screenshot von radio.cz

Radiofeature

Tod am Eisernen Vorhang: Polen ermittelt gegen tschechoslowakische Ex-Politiker

vom 27.02.2017 | Markéta Kachlikova

Der Radiobeitrag von Markéta Kachlikova widmet sich den aktuellen Ermittlungen gegen frühere Spitzenpolitiker der damaligen Tschechoslowakei. Sowohl in Polen als auch in Deutschland wurden Strafverfahren gegen ehemalige Funktionäre der Kommunistischen Partein eingeleitet. Ihnen wird vorgeworfen, den Tod von polnischen bzw. deutschen Bürgerinnen und Bürgern verantwortet zu haben, die versuchten, über die tschechoslowakische Grenze nach Österreich zu fliehen. Eine der wichtigsten Personen in beiden Verfahren ist der heute 92-jährige Lubomír Štrougal. Er war von 1961 bis 1965 Innenminister und später Premierminister der Tschechoslowakei. Im Audiobeitrag kommt Vojtěch Ripka zu Wort, der als Historiker am Institut für das Studium totalitärer Regime in Prag arbeitet. Er erläutert die besondere Problematik der Verfahren, die darauf beruht, dass die Taten von der tschechischen Justiz als verjährt betrachtet werden, während die Verjährungsfristen in Polen und Deutschland deutlich länger sind. Den ganzen Beitrag können Sie hier nachhören.

Screenshot zum Beitrag auf deutschlandfunk.de

Radiofeature

Die Selbstverbrennung von Jan Palach in Prag

vom 16.01.2019 | Doris Liebermann

"Die Selbstverbrennung von Jan Palach in Prag" ist ein Radiofeature von Doris Liebermann für den Deutschlandfunk. Jan Pallach setzt sich am 16. Januar 1969 auf dem Wenzelsplatz in Prag selbst in Brand und stirbt wenige Tage später an seinen Verletzungen. Anlässlich des 50. Todestages zeichnet der Podcast die Tage zwischen Selbstverbrennung und Tod Pallachs nach. Die Selbstverbennung Pallachs war ein Protestakt gegen die brutale Niederschlagung des Prager Frühlings durch sowjetische Truppen. Als "Prager Frühling" wird eine Reformbewegung bezeichnet, die von Alexander Dubček, seit 1968 Vorsitzender der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei, mitgetragen wird. Ziel der Reformen ist es, einen "Sozialismus mit menschlichem Antlitz" zu schaffen. In der Nacht des 20. August 1968 marschieren Truppen des Warschauer Pakts ein und schlagen die Bewegung blutig nieder; die Beerdigung Jan Pallachs wird zu einer Massendemonstration, mehr als zehntausend Menschen folgen seinem Sarg. Jan Pallach wird zur Symbolfigur der Versuche der tschechoslowakischen Bevölkerung, der Unterdrückung der Sowjetunion etwas entgegen zu setzen. 

Logo: Hebbel am Ufer

Veranstaltungsmitschnitt

DDR neu erzählen!

vom 13.03.2019

Die Berliner Spielstätte Hebbel am Ufer lud vom 11. bis 17. März zu dem Performance Festival “Comrades, I Am Not Ashamed of My Communist Past” ein. Die Erinnerungspolitiken an die kommunistischen Diktaturen des so genannten Ostblocks wurden auf dem Festival künstlerisch und performativ diskutiert. Beiträge aus Berlin, Belgrad und Chişinău wurden gezeigt. Inhaltlicher Höhepunkt des Festivals war die Podiumsdiskussion „DDR neu erzählen!“ am 13. März mit Karsten Krampitz, Klaus Lederer, Luise Meier und Carola S. Rudnick, moderiert von Margarita Tsomou. Es wurde eine andere Erinnerung an die DDR gefordert, die weder verklärt noch dämonisiert, um von der offiziellen Täter-Opfer Dichotomie in der Erinnerungskultur wegzukommen. Diese Perspektive würde den Blick auf die DDR verengen und ihrer Komplexität nicht gerecht werden, so die Veranstalter im Vorfeld der Diskussion. Einen kritischen Beitrag zur „Aufarbeitung der Aufarbeitung der DDR-Geschichte” (Krampitz) leistete die Diskussion einen wichtigen Beitrag. Die Podiumsdiskussion können Sie hier nachhören.

Screenshot von Radio Praha

Radiofeature

Gefängnis für Pazifisten: Kriegsdienstverweigerer im Kommunismus

vom 05.04.2008 | Till Janzer

Der Radiobeitrag von Till Janzer beleuchtet das Schicksal von Kriegsdienstverweigerern in der damaligen Tschechoslowakei. Obwohl die Verfassung die Verweigerung des Kriegsdienstes aus Gewissensgründen zuließ, wurde diese in der Praxis nicht anerkannt. Hierbei zeigte sich die Tschechoslowakei deutlich unnachgiebiger, nicht nur als westliche Staaten, sondern auch als andere Staaten des Warschauer Pakts. Während zum Beispiel in Rumänien, Ungarn und Polen religiöse Gründe der Antragsteller zumindest gelegentlich als Gründe für die Verweigerung anerkannt wurden, hatte die DDR seit 1962 mit den sogenannten Bausoldaten eine Art zivilen Ersatzdienst geschaffen. In der Tschechoslowakei wurden Verweigerungen des Kriegsdienstes nicht nur nicht anerkannt, sondern zogen in der Regel hohe Haftstrafen nach sich. Im Radiofeature kommen mehrere ehemalige Kriegsdienstverweigerer zu Wort, die neben ihren Erfahrungen von damals auch über heutige Schwierigkeiten in ihren Rehabilitierungsprozessen berichten.

Screenshot von Radio Praha

Radiofeature

Praktisch und bescheiden: Mode im Kommunismus

vom 18.03.2017 | Jitka Mládková

Das Radiofeature von Jitka Mládková beschäftigt sich mit dem staatlichen Einfluss auf die Entwicklung der Mode in der damaligen Tschechoslowakei. Hierzu kommt in dem Beitrag vor allem die Bekleidungshistorikerin Konstantina Hlaváčková vom Prager Museum für Kunstgewerbe zu Wort. Sie spricht darüber, wie Mode nie als eigenständiges Phänomen zu betrachten ist, sondern stets aus einer spezifischen gesellschaftlichen und historischen Situation heraus entsteht. In Bezug auf die Tschechoslowakei stellt Hlaváčková heraus, wie die Kommunistische Partei seit ihrer Machtübernahme im Jahr 1948 eine schnelle Umwandlung des traditionellen Lebensstils anstrebte. Eine solche schnelle Umwandlung macht es nötig, in alle Lebensbereiche ideologisch hinein zu  wirken – auch und gerade in solch alltägliche wie Bekleidung. Das Radiofeature gibt den Zuhörenden einen Überblick darüber, wie Mode als ein Mechanismus zur Schaffung einer sozialistischen Gesellschaft instrumentalisiert wurde. 

Logo des Helle Panke e.V.

Veranstaltungsmitschnitt

Frauen in der Novemberrevolution

vom 29.01.2019

Am 29. Januar 2019 fand in der Hellen Panke die Veranstaltung Frauen in der Novemberrevolution statt. Die Autorin Dania Alasti stellte ihr Buch Frauen der Novemberrevolution: Kontinuitäten des Vergessens vor. Darin zeichnet sie nach, wie Frauen eine entscheidende Rolle in der ideologischen Orientierung der Novemberrevolution spielten. Die Autorin begibt sich auf Spurensuche: nach den politischen und gesellschaftlichen Verhältnissen, gegen welche die Frauen rebellierten – und stellt die Frage, welche dieser Verhältnisse bis heute existieren und in internationalen Frauenstreikbewegungen neu aufgegriffen werden. Weiterhin war die Historikern Gisela Notz eingeladen, sich ergänzend zur Buchvorstellung von Daria Alasti zu den bekannteren Frauenfiguren der Novemberrevolution zu äußern. Doch, wie sie eingangs bemerkte: "Ich soll über die bekannteren Frauen was sagen – also wirklich bekannt ist niemand.". Gisela Notz geht auf Dania Alastis Buch ein und bereichert deren Buchvorstellung um eigene Perspektiven und Analysen. Die Veranstaltung kann in zwei Audiomitschnitten hier nachgehört werden. 

Screenshot von deutschlandfunkkultur.de

Interview

30 Jahre friedliche Revolution. Solidarność ebnete den Weg zur Freiheit

vom 04.06.2019 | Stephan Karkowsky

Im Beitrag 30 Jahre friedliche Revolution. Solidarność ebnete den Weg zur Freiheit vom 4. Juni 2019 interviewt Stephan Karkowsky den Bürgerrechtler Wolfgang Templin zur Lage der Demokratie in Polen. Anlass ist der 30. Jahrestag der ersten freien Wahlen in Polen am 4. Juni 1989, deren Bedeutung mit dem Fall der Mauer für Deutschland vergleichbar ist. Im Gespräch berichtet Templin von der Vorbildfunktion, welche die Solidarność – der polnische Gewerkschaftsbund, der die treibende Kraft hinter dem Systemwechsel in Polen war – für die Bürgerrechtsbewegung in der DDR war. Weiterer Schwerpunkt ist die Frage der Diskrepanz zwischen dem Ziel einer freiheitlichen Gesellschaft und den antiliberalen Positionen, welche die aktuell in Polen regierende PiS-Partei vertritt. Wolfgang Templin war Bürgerrechtler in der DDR und seit der Wiedervereinigung als Publizist sowie als Mitarbeiter in diversen Institutionen zur Aufarbeitung der DDR-Geschichte tätig. Von 2010 bis 2013 war er Büroleiter der Heinrich-Böll-Stiftung in Warschau.

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Radiofeature

Geschichte vom verlorenen Sohn. Guram Dotschanaschwili: „Das erste Gewand“

vom 06.05.2019 | Uli Hufen

Geschichte vom verlorenen Sohn ist ein Radiofeature in der Deutschlandfunk-Serie „Büchermarkt“. In diesem Feature stellt Uli Hufen das Buch Das erste Gewand des georgischen Schriftstellers Guram Dotschanaschwili vor. Uli Hufen stellt den Entstehungskontext des Buches vor, berichtet über das Leben des Autors, über die Handlung des Buches  und lässt den Autor selbst zu Wort kommen. 13 Jahre hat der Autor an „Das erste Gewand“ gearbeitet, welches als sein Hauptwerk gilt.  Die Handlung ähnelt der klassischer Märchen: Protagonist ist Domenico, ein junger Mann aus einem kaukasischen Dorf, der sich auf eine Reise in die weite Welt begibt, drei Prüfungen zu bestehen hat und schließlich nach Hause zurückkehrt. Guram Dotschanaschwili, 1939 in Tbilissi geboren, studierte Geschichte und Archäologie. Bereits 1966 begann er mit der Arbeit an seinem ersten Roman "Das erste Gewand", den er 1978 beendete. Bei einer Umfrage im Rahmen der Sendung "Chemi zigni" (Mein Buch), bei der - nach dem Vorbild von BBC Big Read - nach dem Lieblingsbuch der Georgier gefragt wurde, kam der Roman mit großem Abstand auf den ersten Platz. 1985 erhielt Dotschanaschwili den Staatspreis für das literarische Gesamtwerk und 2010 den renommiertesten georgischen Literaturpreis, den SABA-Preis.

Screenshot Radio Bayern Wissen; "Rosa Luxemburg - Die Andersdenkende"

Radiofeature

Rosa Luxemburg - Die Andersdenkende

vom 18.07.2016 | Thomas Grasberger

Als einflussreiche Vertreterin der europäischen Arbeiterbewegung, des Marxismus, Antimilitarismus und "proletarischen Internationalismus", wirkte Rosa Luxemburg 1887 in der polnischen, ab 1898 auch in der deutschen Sozialdemokratie aktiv gegen Nationalismus, Opportunismus und Revisionismus. Im Kampf gegen Ausbeutung und Krieg war und blieb Rosa Luxemburg Marxistin. Jedoch sah sie diese Form der Gesellschaftslehre nie als eine starre Ideologie, sondern als eine revolutionäre Weltanschauung, "die stets nach neuen Erkenntnissen ringen muss." Folglich begrüßte die Aktivistin die Revolution in Russland und überall auf der Welt - sie wollte zwar nicht die Diktatur einer Partei aber die des Proletariats, schließlich fühlte Rosa Luxemburg sich laut eigener Aussage in der ganzen Welt Zuhause. "In einer Welt, in der es Wolken, Vögel und Menschentränen gibt", schrieb sie 1917 in einem Brief. Das Radio Feature enthält eine Kurzbiografie, thematisiert ihr politisches Engagement und den Aufstieg zu einer der wichtigsten Figuren des europäischen Marxismus, die sich mit viel Courage in einer Männerwelt behaupten und bewähren konnte. Hören Sie das Feature hier nach.

 Die Mediathek der Berliner Colloquien zur Zeitgeschichte, Screenshot von der Website

Veranstaltungsmitschnitt

Mediathek der Berliner Colloquien zur Zeitgeschichte

vom 19.03.2010 | bis zum 03.12.2016

Die Berliner Colloquien zur Zeitgeschichte sind Tagungen, die das Hamburger Instituts für Sozialforschung in Kooperation mit dem Einstein Forum Potsdam seit März 2010 ausrichtet, damit Zeithistoriker ihr Engagement nicht ausschließlich der Geschichtswissenschaft widmen, sondern auch für andere Gebiete und für soziologische, philosophische, psychologische, sowie moralische Fragen offen bleiben. Mit der Absicht dem Unerwarteten Raum zu geben, sind diese Zusammenkünfte als Laboratorien gedacht - als Forum für neue, provokante Ansätze und als Ort des Ausprobierens verschiedener Wege, unabhängig von den Zwängen des traditionellen akademischen Betriebs. Die Mediathek stellt sämtliche Aufzeichnungen der vier Mal im Jahr stattfindenen Tagungen zum Nachhören bereit. Unter anderem erörtet Martin Schaad in der Aufnahme "Blackbox Moskau" wie man Stalinist wird, Jörg Baberowski spricht in "Er gab uns das Lachen zurück" über Nikita Chruschtschow und die Entstalinisierung und Alena Ledeneva betrachtet in "Informal To The Core?" den Wandel der russischen Gesellschaft aus der globalen Perspektive.

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Radiofeature

Juden im sozialistischen Polen: "Von Religion total abgeschnitten"

vom 19.09.2018 | Markus Dichmann und David Kowalksi

Der Radiobeitrag von Markus Dichmann und David Kowalksi widmet sich der Frage jüdischer Identität im sozialistischen Polen. Hauptteil des Beitrags sind die persönlichen Eindrücke von Danka und Henri Kowalski sowie Jan Gross. Sie stammen aus jüdischen Familien in Warschau und waren Mitglieder des "Klubs der Widerspruchssuchenden", eines Lesekreises, in dem vom Regime verbotene Literatur gelesen wurde. Während ihres Aufwachsens spielt ihre Religion keinerlei Rolle, wie für so viele Polinnen und Polen aus jüdischen Familien: geprägt von sozialistischer Ideologie, zählt das Klassenbewusstsein, nicht die Religion. Dies ändert sich im Zuge der studentischen Proteste im Jahr 1968. Nachdem die friedlichen Demonstrationen von Polizisten gewaltsam niedergeschlagen wird, lautete die offizielle Deutung der Ereignisse schon bald, dass die Demonstranten von zionistischen Studierenden angestachelt worden seien. Dies bildet den Beginn dessen, was heute als "Antisemitische Kampagne" bezeichnet wird: eine öffentliche Diskreditierung jüdischer Polinnen und Polen, die in großen Zahlen das Land verlassen – so auch die drei hier im Beitrag vorgestellten. Im Radiofeature berichten das Ehepaar Kowalski und Jan Gross, welche Auswirkungen die Ereignisse auf ihre religiöse Identität hatten. 

Screenshot von radio.cz

Radiofeature

Februar 1948: Die Kommunisten ergreifen die Macht

vom 24.02.2018 | Till Janzer

Till Janzer analysiert in diesem Radiofeature die Machtübernahme der Kommunistischen Partei in der damaligen Tschechoslowakei im Februar 1948. Er ist sich dabei einig mit dem Historiker Karel Kaplan, dass der Weg zur Machtübernahme ausgesprochen kurz war und dass es erstaunlich ist, auf wie wenig Widerstand die KP stieß. Die Grundlagen für die späteren Entwicklungen lassen sich bereits während des Zweites Weltkrieges verorten: im Londoner Exil unterzeichnet der Ex-Präsident der von Deutschland besetzten Tschechoslowakei, Edvard Beneš, einen Freundschaftsvertrag mit der Sowjetunion. Zudem haben sich in dieser Zeit ein breites Spektrum linker Parteien den Kommunisten angenähert. An der Spitze dieser „Nationalen Front“, einem Zusammenschluss aus fünf linken Parteien, übernimmt Beneš nach seiner Rückkehr aus dem Exil wieder das Präsidentenamt. Till Janzer zeigt, welche wirtschaftlichen, innen- sowie außenpolitischen Ereignisse schließlich dazu führen, dass der Einfluss kommunistischer Hardliner in der Nationalen Front immer größer wird, die schließlich zum Rücktritt von Edvard Beneš führen, welcher den Beginn einer bis 1989 währenden Einparteienherrschaft markiert. Das Feature ist Teil der Reihe „Kapitel aus der Tschechischen Geschichte“ von Radio Praha. Das ganze Radiofeature können Sie hier nachhören.

Screenshot von deutschlandfunk.de

Radiofeature

Der Aufstand der Matrosen 1918. Initialzündung für die Novemberrevolution

vom 18.10.2018 | Matthias Hennies

"Der Aufstand der Matrosen 1918. Initialzündung für die Novemberrevolution" ist ein Radiofeature von Matthias Hennies für den Deutschlandfunk. Hennies zeichnet die Ereignisse des Novembers 1918 nach; er lässt Historiker und Zeitzeugen zu Wort kommen. Im November 1918 ist der Krieg für das Deutsche Reich nicht mehr zu gewinnen. Einen großen Teil der vier Kriegsjahre haben die Schiffe der deutschen Marine tatenlos im Hafen verbracht, nun sollen sie zu einer aussichtslosen Mission auslaufen. Dem verweigern sich die Matrosen, es kommt zur Meuterei. In Kiel, dem Schauplatz des Geschehens, verbünden sich kriegsmüde Bürgerinnen und Bürger, Arbeiterinnen und Arbeiter, sowie Soldaten mit den aufständischen Matrosen. Diese Bewegung bildet den Anfang dessen, was schließlich als Novemberrevolution in die Geschichte eingehen wird – und mit dem Ende der Monarchie und der ersten Demokratie auf deutschem Boden enden wird.

Screenshot des Radiobeitrags bei Deutschlandfunk

Radiofeature

Eine Lange Nacht über Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht „Ein scharfer Wind bläst durch die Lande“

vom 12.01.2019 | Tobias Barth, Lorenz Hoffmann und Hartmut Schade

Der Beitrag von Tobias Barth, Lorenz Hoffmann und Hartmut Schade im Deutschlandfunk Eine Lange Nacht über Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. „Ein scharfer Wind bläst durch die Lande“ vom 12.01.2019 beschäftigte sich anlässlich ihres 100. Todestages mit Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. Sie gründeten gemeinsam den Spartakusbund, eine Gruppe von marxistischen Sozialisten mit dem Ziel einer Revolution des Proletariats in Deutschland. Der Spartakusbund und weitere linke Gruppierungen gingen am 1. Januar 1919 in der neu gegründete Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) auf. Die Partei verfolgte das Ziel, den Kommunismus in Deutschland zu etablieren. Am 5. Januar 1919 begann der Januaraufstand, an dem sich im Verlauf auch die KPD beteiligte. Ursache des Aufstandes waren die unterschiedlichen und gegensätzlichen Ziele der Gruppen, die an der Novemberrevolution beteiligt waren. Der Januaraufstand dauerte vom 5. Januar bis zum 12. Januar an. Nach der gewaltsamen Niederschlagung des Januaraufstandes durch das Militär wurden Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht von rechtsradikalen Freikorpssoldaten verhaftet, verhört und schließlich am 15. Januar 1919 ermordet.

Screenshot von Radio Praha

Radiofeature

Tod an der Grenze: Der Fall Hartmut Tautz und die Ahndung kommunistischer Verbrechen

vom 08.08.2015 | Annette Kraus

Der 18-jährige DDR-Bürger Hartmut Tautz wollte Musik studieren, was ihm auf Grund seiner bürgerlichen Herkunft verwehrt wurde. Um sich seinen Traum trotzdem erfüllen zu können, verließ er sein Land und reiste im August 1986 nach Prag und von dort aus weiter nach Bratislava. Kurz bevor er die Grenze nach Österreich überwinden konnte berührte er einen Signaldraht bei der Grenzwachbrigade Bratislava. In der Nacht vom 9. August 1968 erlag Hartmut Tautz im Militärkrankenhaus Bratislava seinen schweren Verletzungen, die ihm die Hunde der Grenzsoldaten zugefügt hatten. Der Fall Hartmut Tautz ist nur ein Beispiel von hunderten Flüchtlingen, die bis 1989 an der tschechoslowakischen Grenze ihr Leben ließen. An ihr Schicksal erinnert nun die Plattform „Gedenken und Gewissen“, die eine strafrechtliche Verfolgung der Verantwortlichen für den Tod von hunderten Flüchtlingen vor einem internationalen Gerichtshof fordert. Das Radiofeature „Tod an der Grenze: Der Fall Hartmut Tautz und die Ahndung kommunistischer Verbrechen“ von Annette Kraus macht auf den Fall Hartmut Tautz und die Notwendigkeit, dass solche Verbrechen geahndet werden müssen aufmerksam. Zu diesem Zweck gründete sich 2011 die Plattform „Gedenken und Gewissen“, die eine gesamteuropäische Aufarbeitung dieser kommunistischen Verbrechen verfolgt. Insgesamt 48 Regierungsinstitutionen, NGOs und Opferverbände aus 18 Ländern haben sich der Plattform angeschlossen und betreiben eine Aufarbeitung der kommunistischen Verbrechen. Bis heute blieben die Verantwortlichen größtenteils unbestraft, vor allem, weil nach 1989 fast alle Richter des alten Regimes in die neue Justiz übernommen wurden. Neben den Todesfällen an der Grenze beschäftigt sich die Plattform mit einem weiteren bisher wenig beachteten Kapitel: Der Vertreibung der türkischen Minderheit aus Bulgarien im Sommer 1989.

Screenshot von Radio Praha

Radiofeature

1948: Die Maschinerie der tschechoslowakischen Justiz setzt sich unter der Regie Moskaus in Bewegung

vom 01.12.2012 | Jitka Mládková

Das Radiofeature von Jitka Mládková widmet sich einem Kapitel tschechoslowakischer Rechtsgeschichte. Die Kommunistische Partei beginnt bereits direkt nach ihrer Machtübernahme 1948 mit der sogenannten „Bereinigung“ des öffentlichen Lebens: der Enthebung von als Regimegegnerinnen und -gegnern eingestuften Personen von ihren Positionen in Verwaltung, Schulen, Medien, und anderen Institutionen. Zudem beginnt die sowjetischen Regierung unter Josef Stalin zunehmend, Druck auf die Regime der Satellitenstaaten auszuüben und politische „Säuberungen“ nach sowjetischem Vorbild durchzuführen. In der Tschechoslowakei kommt es in den frühen 1950er-Jahren schließlich zu mehreren Schauprozessen, im Zuge derer viele der Angeklagten zum Tode verurteilt werden. Dies ist jedoch nur der Auftakt eines Systems von Repression, welches bis zum Ende des kommunistischen Regimes noch unzähligen Menschen ihre Freiheit oder gar ihr Leben kosten wird. Das Radiofeature widmet sich der Frage, welche Faktoren in diesem Prozess relevant waren und aufgrund welcher Helferinnen und Helfer er erfolgreich sein konnte.

Screenshot von Radio Praha

Radiofeature

Letzte Adresse: Gedenktafeln an Häusern erinnern an Opfer des Kommunismus

vom 27.06.2017 | Martina Schneibergová

Das Radiofeature von Martina Schneibergová stellt die Umsetzung des Projekts „Die letzte Adresse“ in Tschechien vor. „Die letzte Adresse“ ist eine russische Initiative, die seit 2014 an die Opfer des sowjetischen Regimes erinnert. Hierzu werden am letzten Ort, an dem die Opfer vor ihrer Verhaftung wohnten, Plaketten angebracht, die über Namen, Profession, Geburts-, Verhaftungs- und Sterbedatum des Opfers informieren. Seit dem 27. Juli 2017 – dem tschechischen Gedenktag der Opfer des kommunistischen Regimes – finden sich auch in Prag solche Gedenktafeln. Ziel des Projektes ist es nicht, eine statistisch belastbare Zahl von Opfern darzustellen, sondern durch den Zugang über den Wohnsitz und die Präsenz in Stadtbild und Alltag einen persönlichen Zugang zum Thema zu ermöglichen. Mit dem Anspruch des persönlichen Zugangs fiel auch die Entscheidung der Initiatorinnen, die Tafeln auf die Opfer des kommunistischen Regimes in der damaligen Tschechoslowakei zu beschränken, anstatt sie auf die Opfer des sowjetischen Regimes auszuweiten. Das Projekt wird von dem Institut für das Studium totalitärer Regime, der Organisation Gulag.cz, dem Verein der politischen Gefangenen und der Prager Zweigstelle der russischen NGO Memorial unterstützt. 

Screenshot der Webseite des Readiofeaturebeitrags

Radiofeature

Revolution der Sandinisten in Nicaragua. Damals Begeisterung, heute Entsetzen

vom 10.07.2019 | Martin Reischke

Der Radiobeitrag Revolution der Sandinisten in Nicaragua. Damals Begeisterung, heute Entsetzen von Deutschlandfunk Kultur beschäftigt sich mit der Machtübernahme der sandinistischen Befreiungsfront FSLN am 19. Juli 1979 in Nicaragua. Die politisch linke FSLN stürzte die langjährige Diktatur der Somoza-Dynastie und regierte bis 1990. Die Etablierung eines humanen Sozialismus schien möglich, die ideologische Ausrichtung der FSLN reichte von revolutionärem Marxismus bis zur Befreiungstheorie. Seit 2007 regiert mit Daniel Ortega der Revolutionsführer der FSLN, der sich aber im Laufe seiner Regierungszeit zum autoritären Herrscher wandelte. 1979 wurde die sandinistische Befreiungsfront nach ihrer Machtübernahme unter anderem von der DDR-Regierung und der SPD-geführten Bundesregierung finanziell unterstützt. Unter Daniel Ortega wurde Nicaragua zu einem autoritären, diktatorischen Staat. Der Radiobeitrag zeichnet diese Entwicklung seit der Revolution 1979 nach und analysiert, wie die ehemaligen internationalen Unterstützer der FSLN heute auf Nicaragua und seine Regierung blicken.

Beitrag "Zivilgesellschaftliche Bewegungen in Osteuropa. Aufbruch Ost?" - Screenshot von detektor.fm

Podcast

Zivilgesellschaftliche Bewegungen in Osteuropa. Aufbruch Ost?

vom 08.09.2019 | Philipp Weimar

Philipp Weimars Beitrag Zivilgesellschaftliche Bewegungen in Osteuropa. Aufbruch Ost? geht der Frage nach, inwieweit das Bild, dass west- und mitteleuropäische Medien oft von Osteuropa zeichnen der tatsächlichen Realität der Region entspricht. Oft ist die Darstellung Osteuropas von Klischees geprägt; autoritätsliebend und korrupt. Davon ausgehend geht der Podcast vor allem zwei Fragen nach: inwieweit ist dieses Bild zeitgemäß – vor allem angesichts zivilgesellschaftlicher Bewegungen in Rumänien, Tschechien, Polen und den Wahlerfolgen liberaler Politiker wie Wolodymyr Selensky in der Ukraine oder Zuzana Caputova in der Slowakei? Und, inwieweit lässt sich wirklich eine klare Trennlinie zwischen Ost und West ziehen – angesichts von Figuren wie Matteo Salvini in Italien? Im Beitrag kommen WELT-Korrespondent Philipp Fritz, die Journalistin Simone Brunner und die Direktorin des Zentrums für Osteuropa- und internationale Studien, Prof. Dr. Gwendolyn Sasse, zu Wort. "Zivilgesellschaftliche Bewegungen in Osteuropa. Aufbruch Ost?" erscheint als Episode des Podcasts picd Thema, ein Podcast von piqd.de und detek-tor.fm. Die ganze Folge kann hier nachgehört werden.

Logo des Senders Deutschlandfunk Kultur

Radiofeature

Flüchtlingsgespräche in Dänisch-Sibirien – Bertolt Brecht, Margarete Steffin und Walter Benjamin im Exil

vom 05.05.2019 | Holger Teschke

Flüchtlingsgespräche in Dänisch-Sibirien – Bertolt Brecht, Margarete Steffin und Walter Benjamin im Exil ist ein Radiofeature von Holger Teschke für Deutschlandfunk Kultur. Der Beitrag vereint die Lesung von Gesprächen, Briefen und Gedichten der drei zu einem szenischen Essay, der Einblick in das Leben im Exil im dänischen Svendborg bieten. Das Jahr ist 1933 und im Zentrum der Konversationen stehen die politischen Entwicklungen in Deutschland, vor denen sie flüchteten. Zunehmend werden aber auch die Entwicklungen in der Sowjetunion thematisiert: vermeintliche Dissidentinnen und Dissidenten werden in großen Zahlen verhaftet, Schauprozesse werden geführt – und auch Bekannte der drei, die nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten ebenfalls aus Deutschland flohen, aber die Sowjetunion als Ziel wählten, werden verhaftet und in sibirische Lager deportiert. Bertolt Brecht und Margarete Steffin hatten Deutschland 1933, einen Tag nach dem Reichstagsbrand, verlassen und kamen nach mehreren Zwischenstationen nach Dänemark, das sie erst 1939, als der Einmarsch deutscher Truppen bevorstand, wieder verlassen würden. Walter Benjamin, der seit 1933 im Exil in Paris lebte, stand in regem Kontakt mit Steffin und Brecht und verbrachte längere Zeit in Dänemark.

Screenshot des Podcasts "Der Mann hinter Marx"

Didaktisches Material | Radiofeature

Der Mann hinter Marx: Friedrich Engels, Sozialist und Kaufmann

vom 23.11.2012

Auf seiner Website bietet der Radiosender Bayern 2 in der Kategorie radioWissen einen Podcast und begleitendes Material für den Unterricht über das Leben und Wirken des Philosophen Friedrich Engels an. In dem 20-minütigen Audiobeitrag wird der Mann vorgestellt, der zusammen mit Karl Marx die Gesellschaftstheorie entwarf, die heute Marxismus genannt wird. Der 1920 als ältester Sohn eines preußischen und streng christlichen Textilfabrikanten geborene Friedrich Engels machte zunächst eine Kaufmannslehre und war bis zum Alter von 50 Jahren in leitender Position in der väterlichen Spinnerei in Manchester tätig. Mit dem Geld, das er dabei verdiente, unterstützte er Marx bei der Arbeit an dessen Lebenswerk Das Kapital. Seine eigenen Texte über die bevorstehende Revolution des Proletariats verfasste Engels nach Feierabend. Der Podcast ist auch Teil der Arbeitsmaterialien, die zur Einbindung des Themas in den Geschichtsunterricht online zur Verfügung gestellt werden.

Prof. Dr. Jörg Baberowski, Quelle: Wikimedia Commons

Veranstaltungsmitschnitt

"Er gab uns das Lachen zurück". Nikita Chruschtschow und die Entstalinisierung

vom 20.02.2014 | Jörg Baberowski

In dieser Aufnahme der Berliner Colloquien zur Zeitgeschichte spricht Historiker und Professor Dr. Jörg Baberowski über die Entstalinisierung durch Nikita Chruschtschow. Von Stalins Tod bis zum Beginn der offenen Entstalinisierung durch Chruschtschows Geheimrede auf dem XX. Parteitag 1956, erläutert er die mühsame Überwindung einer Schreckens-Diktatur. Als Stalin im Jahr 1953 starb, gab es für die Gefolgsleute und die Untertanen nichts anderes als diese Diktatur. Es hatte in Russland und in der Sowjetunion niemals eine Demokratie gegeben und Chruschtschow hatte kein anderes Instrument als die Partei, um Öffentlichkeit herzustellen und Reformen voranzutreiben. Die Entstalinisierung war ein Werk der Diktatur, die vollbrachte, wozu niemand sonst imstande gewesen wäre. Millionen Menschen waren ums Leben gekommen, selbst die Täter waren zu Opfern geworden, eine ganze Gesellschaft traumatisiert. Nur diese eine Ordnung schien imstande, die Sowjetunion zu befreien. Den vollständigen Mitschnitt gibt es hier zum Nachhören.

Screenshot von Radio Praha

Radiofeature

Parlamentswahlen 1946 – Abstimmung auf dem Weg zum Kommunismus

vom 28.05.2016 | Jakub Šiška

Am 22. Mai 1946 fanden in der Tschechoslowakei die ersten Parlamentswahlen nach dem Zweiten Weltkrieg statt. Das Radiofeature von Jakub Šiška zeichnet die wesentlichen Ergebnisse dieser Wahl nach und liefert Erklärungen für das Zustandekommen des Wahlergebnisses. Im Gegensatz zu den Wahlen während der Zwischenkriegszeit, bei denen teilweise über 30 Parteien um die Wählerstimmen konkurrierten, waren bei den Wahlen 1946 lediglich vier Parteien jeweils sowohl für den tschechischen Landesteil als auch für den slowakischen Landesteil am Wahlkampf beteiligt. Für den tschechischen Landesteil waren die kommunistische KSČ, die sozialdemokratische Partei ČSDSD, die Volkspartei und die Volkssozialisten zugelassen, für den slowakischen Teil die KSS als Vertreter der Kommunisten, die Demokratische Partei, eine christliche Partei und die sozialdemokratische SP. Dadurch kandidierten in beiden Landesteilen jeweils vier unterschiedliche Parteien, lediglich die Kommunisten traten in beiden Landesteilen zur Wahl an, durch die scheinbar unabhängig gegründete KSS. Zudem wurde der Konkurrenzkampf zwischen den zur Wahl stehenden Parteien durch die Vorgabe, dass alle am Wahlkampf teilnehmenden Parteien der so genannten Nationalen Front angehören mussten, stark eingeschränkt. Durch diese Neuerung konnte keine Opposition entstehen. Geprägt wurden diese ersten Parlamentswahlen nach dem Zweiten Weltkrieg vor allem auch durch die neu eingeführte Wahlpflicht. Wähler, die sich mit keinem Parteiprogrammen identifizieren konnten, hatten lediglich die Möglichkeit diese Haltung durch die Abgabe eines weißen Abstimmungszettels zum Ausdruck zu bringen. 1946 erreichten die Kommunisten im ganzen Land durchschnittlich über 30 Prozent der Wählerstimmen. Obwohl im slowakischen Landesteil die Demokratische Partei als Sieger hervorging, erhielten die Kommunisten am Ende insgesamt 114 von 300 Parlamentssitzen und siegten somit souverän. Diese Parlamentswahlen waren die letzten Wahlen vor der endgültigen Machtübernahme durch die Kommunisten im Jahr 1948.

Screenshot von radio.cz

Radiofeature

Tschechoslowakische Bartholomäusnacht vor 60 Jahren – Feldzug gegen katholische Kirche

vom 24.04.2010 | Jitka Mládková

Das Radiofeature von Jitka Mládková widmet sich der sogenannten „Aktion K“. Hinter diesem Decknamen verbirgt sich eine drastische Maßnahme, mit der das kommunistische Regime in der damaligen Tschechoslowakei gegen die katholische Kirche vorging. Am 14. April 1950, nur gute zwei Jahre nach Regierungsantritt der Kommunistischen Partei, überfallen bewaffnete Kräfte des Polizei- und Parteiapparats die Klöster der männlichen Orden. Die Ordensmitglieder werden verhaftet, viele von ihnen zur Zwangsarbeit verurteilt. 13 Geistliche überlebten die Verhaftung und die anschließenden Verhöre nicht. Diese Aktion bildet den Auftakt für jahrelange Repressionen gegenüber den Kirchen des Landes: im organisierten Glauben sah das kommunistischen Regime eine Bedrohung seines Anspruches, sämtliche Lebensbereiche der Bevölkerung zu kontrollieren. Im Radiobeitrag kommen Historiker sowie Zeitzeugen zu Wort. Den ganzen Beitrag können Sie hier nachhören.

Screenshot: der Beitrag auf deutschlandfunk.de

Radiofeature

100 Jahre Acht-Stunden Tag. Der lange Kampf um faire Arbeitszeiten

vom 30.12.2018 | Gerhard Schröder

"100 Jahre Acht-Stunden Tag. Der lange Kampf um faire Arbeitszeiten" ist ein Radiofeature von Gerhard Schröder für den Deutschlandfunk in der Reihe "Geschichte Aktuell". Beginnend im November 1918, zeichnet der Beitrag nach, wie die Situation in Deutschland nach Ende des Ersten Weltkrieges, und vor allem die Novemberrevolution, den Weg zur Einführung des Acht-Stunden-Tages ebnet. Die Arbeitsbedingungen im späten 19. Und frühen 20. Jahrhundert sind katastrophal. Neben niedrigen Löhnen und mangelndem Arbeitsschutz sind außerdem die Arbeitszeiten unvorstellbar lang: 14- bis 16-Stunden Tage waren üblich. Unter Mitwirkung von Karl Marx und Friedrich Engels fordert die Internationale Arbeiter Assoziation bereits 1866 den Acht-Stunden-Tag. Bis auf einige wenige Ausnahmen bleiben die Forderungen jedoch lange ungehört, die Machtverhältnisse unverändert. Dies ändert sich schlagartig, als die Novemberrevolution in Deutschland, stark beeinflusst von den Ideen der Russischen Revolution im Jahr zuvor, unter Arbeitgebern die Sorge weckt, dass auch sie den revolutionären Bewegungen zum Opfer fallen würden. Ein zuvor undenkbares Verhandeln mit Gewerkschaften und Eingehen auf deren Forderungen schien den Arbeitgebern als einzige Möglichkeit, den radikaleren kommunistischen Strömungen innerhalb der revolutionären Bewegung etwas entgegen zu setzen. Am 1. Januar 1919 wurde der Acht-Stunden-Tag gesetzlich eingeführt. In den folgenden Jahrzehnten kommen weitere Verkürzungen der Arbeitszeit hinzu: nach Einführung der Fünf-Tage-Woche die schrittweise weitere Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit. Das Feature zeichnet die Debatten um diese Entwicklung nach und lässt Historiker, Arbeitnehmer und Gewerkschaftler zum Thema zu Wort kommen. Der Beitrag kann hier nachgehört werden. 

Screenshot Webseite Deutschlandfunk

Radiofeature

68 – Europa auf den Barrikaden

vom 24.12.2018 | bis zum 28.12.2018

Der 5-teilige Audiobeitrag des Deutschlandfunks „68 – Europa auf den Barrikaden“ berichtet von den Ereignissen um das Jahr 1968 in Jugoslawien, Italien, Polen, England und Spanien. Die so genannte 68er-Bewegung war eine soziale Bewegung, aus der die Neue Linke mit ihren unterschiedlichen Vorstellungen des Sozialismus hervorging. Ihren Ursprung hatte die Bewegung in den USA und den Protesten gegen den Vietnamkrieg. Daraufhin setzten in zahlreichen europäischen Staaten ebenfalls Protestwellen ein, wie beispielsweise die März-Unruhen in Polen, die Jugendrevolte in der Bundesrepublik Deutschland oder der Prager Frühling in der ehemaligen Tschechoslowakei. Jugoslawien erfüllte innerhalb der weltweiten 68er-Bewegung eine Sonderrolle: Das System sollte nicht gestürzt, sondern reformiert werden und den versprochenen Sozialismus umsetzen. In Polen reagierte die kommunistische Regierung auf die Protestwellen mit einem antisemitischen Programm, woraufhin über 15.000 polnische jüdische Bürgerinnen und Bürger ausgebürgert wurden oder zum Verlassen des Landes gezwungen wurden. In Spanien richteten sich die Jugendproteste 1968 vor allem gegen die diktatorische Herrschaft Francos und legte eine wesentliche Grundlage für die Demokratie in Spanien. Der Beitrag des DLF liefert einen Überblick über die 68er-Bewegung in den einzelnen Staaten und beleuchtete, wodurch die Bewegung in den einzelnen Staaten geprägt wurde. Insgesamt war die 1968er-Bewegung die erste globale Jugendbewegung.

Screenshot

Radiofeature

Die Verfolgung der Kirchen im Kommunismus

vom 03.11.2007 | Till Janzer

Die Verfolgung der Kirchen von 1948 bis 1989 unter dem kommunistischen Regime stellt bis heute eines der dunkelsten Kapitel in der Geschichte der Tschechoslowakei dar. Das Radiofeature „Die Verfolgung der Kirchen im Kommunismus“ von Till Janzer beleuchtet diese Ereignisse und zeichnet die immer umfassendere Verfolgung der Kirche in der Tschechoslowakei unter dem kommunistischen Staatspräsident Klement Gottwald nach. Bereits kurz nach Gottwalds Machtübernahme begannen die Säuberungen, von denen besonders katholische Schüler und Lehrer betroffen waren. Ziel war die Neutralisierung der Kirche und Einführung einer Nationalkirche, die dem Regime dienen würde. Zu diesem Zweck wurden im Oktober 1949 zahlreiche Glaubensgemeinschaften enteignet, Schätze der Kirche zerstört und am 26. Februar 1950 beschloss das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei die Liquidierung aller Klöster des Landes. Im Rahmen dieser „Aktion K“ wurden alle Klöster überfallen, zahlreiche Ordensschwestern interniert und über 2000 Ordensbrüder in Lagern inhaftiert. Diese umfassende Verfolgung und Vernichtung der Kirche hatte weitreichende Folgen: Gehörten 1950 noch rund 65 % der tschechoslowakischen Bevölkerung dem Christentum an, so sank diese Zahl durch die jahrzehntelange Unterdrückung bis 1960 auf unter 35%. Noch heute ist die Zahl der bekennenden Christen in Tschechien so niedrig wie in kaum einem anderen europäischen Land.

Screenshot des Gulag-Zeitzeugenarchivs

Podcast | Interview

Gulag-Zeitzeugenarchiv

vom 28.10.2015 | Dr. Meinhard Stark

In den vergangenen Jahrzehnten hat der Historiker Dr. Meinhard Stark mehr als 250 ehemalige Lagerhäftlinge bzw. ihre Kinder in Russland, Polen, Kasachstan, Litauen und Deutschland interviewt. Im Rahmen eines von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur geförderten Projektes der Abteilung für Osteuropäische Geschichte der Universität Bonn sind die über 1.200 Stunden umfassenden Gespräche ebenso wie die schriftlichen Unterlagen im Umfang von mehr als 46.000 Blatt digitalisiert worden. Einige der beeindruckenden Interviews sind nun als Podcasts verfügbar. Jede Interviewpartner/in wird in einem Online-Dossier mit privaten und aktuellen Fotos, Dokumenten und dem Weg der Deportation in einer interaktiven Karte vorgestellt. Die Interviews sind als Podcasts in Gesamtlänge verfügbar und mit einem Manuskript und einer Biografie versehen. Es besteht ebenso die Möglichkeit, thematisch gegliederte Einzelpodcasts abzuspielen, die bei jedem Zeitzeugen und jeder Zeitzeugin mit denselben Schwerpunkten verfügbar sind. So kann ein Nutzer etwa alle Einzelpodcasts zum Thema „Lagertopograhie und Haftordnung“ anhören.  Die Audiodateien können direkt online angehört oder zur nicht-kommerziellen Nutzung kostenlos heruntergeladen werden. Exemplarisch finden Sie nachfolgend drei Ausschnitte aus Zeitzeugeninterviews, die einen ersten Einblick vermitteln sollen.

Screenshot von ndr.de

Radiofeature

Antisemitismus im Kreml

vom 28.02.2018 | Jens Rosbach

Jens Rosbachs Radiofeature „Antisemitismus im Kreml“ widmet sich der Frage nach der Verfolgung von sowjetischen Jüdinnen und Juden unter Stalin. Ein großer Teil der jüdischen Bevölkerung hatte die Oktoberrevolution unterstützt – auch wegen der klaren Haltung gegen Antisemitismus der Bolschewiki. Unter Stalin verkehrte sich diese Haltung jedoch nach und nach ins Gegenteil. Kann für die Zeit des Zweiten Weltkrieges ein staatlicher Antisemitismus noch nicht direkt nachgezeichnet werden, ändert sich dies in dessen Folgejahren und manifestiert sich in konkreten Aktionen wie der Auflösung des Jüdischen Antifaschistischen Komitees und der Ermordung dessen Führung, die Unterdrückung jiddischer Kultur und der Verhaftung jüdischer Kreml-Ärzte und -Ärztinnen. Historikerinnen und Historiker sind sich uneinig, ob diese Formen der Unterdrückung die Vorboten einer geplanten ethnischen Säuberung darstellen. Nicht fraglich ist jedoch die Präsenz antisemitischer Einstellungen in der Sowjetunion sowie deren Reproduktion und Manifestierung durch die staatlichen Medien. Hören Sie das gesamte Feature hier nach.

Der Beitrag zum Nachlesen und Nachhören, Screenshot von deutschlandfunkkultur.de

Interview

Chinesischer Schriftsteller Liao Yiwu

vom 31.05.2019 | Dieter Kassel

Im Beitrag Ich hasse dieses sogenannte kommunistische China vom 31. Mai 2019 spricht Dieter Kassel für den Deutschlandfunk mit dem chinesischen Schriftsteller Liao Yiwu. Analss des Gesprächs ist der anstehende Jahrestag des Massakers auf dem Platz des Himmlichen Friedens in Peking, dem Tiananmen-Massaker. Damals wurden die Proteste von Studierenden blutig niedergeschlagen. Liao Yiwu schrieb in der Nacht vor der Niederschlagung ein Gedicht, welches das Verhalten der Regierung kritisierte. Aufgrund dieses Gedichtes wurde er verhaftet, lange Zeit im Gefängnis inhaftiert, gefoltert und gelangte 2011 schließlich nach Deutschland und ist weiterhin als Schriftlsteller tätig; seine Werke sind in China verboten. Zum 30. Jahrestag von Tiananmen will er sein Gedicht von 1989 öffentlich vortragen. Mit Dieter Kassel sprach er darüber, welche Aktualität sein Gedicht heute noch hat, welche Rolle seine Werke in China trotz Verbot haben können und wie die Entscheidung, jenes Gedicht zu schreiben, sein Leben für immer verändert hat. 

Screenshot SWR2 Webseite

Radiofeature

Eine Brieffreundschaft hinter dem Eisernen Vorhang

vom 20.09.2018

Die Folge Eine Brieffreundschaft hinter dem Eisernen Vorhang von SWR2 Leben beschäftigt mit dem 60-jährigen Weißrussen Pjotr, welcher auf der Suche nach seiner früheren Brieffreundin Gabi ist. Acht Jahre dauerte der Briefwechsel zwischen den Schülern aus DDR und UdSSR.1982 brach er den Kontakt ab, da er mit dem Wiedereintritt in die sowjetische Armee keinen Kontakt mit einer Ausländerin haben durfte und wollte. Dieser Plan ging zwar nicht auf, doch trotzdem lebte die Freundschaft nicht wieder auf. Seit 1994 sucht er Gabi - bislang vergebens - und möchte sich entschuldigen. Der Podcast erscheint in der Reihe SWR2 Leben. Die Reportagen spielen in der sozialen Realität und im Alltag und sollen Nahsichten auf Menschen zeigen. Autorin der Folge ist Olga Kapustina.

Logo des Helle Panke e.V.

Veranstaltungsmitschnitt

Die KPD und der Judenhass während der Weimarer Republik

vom 11.09.2018

Am 11. September 2018 fand in den Räumlichkeiten des Helle Panke e.V, ein Vortrag von Dr. Olaf Kistmacher zum Thema "Die KPD und der Judenhass während der Weimarer Republik" statt. Kistmacher erläuterte, wie die KPD einerseits zu den Parteien der Weimarer Republik gehörte, die Antisemitismus kritisierte und eine völkische Gesinnung wie die der NSDAP ablehnten. Gleichzeitig finden sich in Reden und Artikeln von KPD-Mitgliedern auffallend häufig Verweise auf "reiche Juden", denen es sich im Sinne des Klassenkampfes entgegen zu stellen gelte. Der Vortrag analysierte, welche Reaktionsweisen auf diese bestimmte Form des Antisemitismus in den eigenen Reihen es gab. Dr. Olaf Kistmacher ist Historiker und Journalist; seine Dissertation Arbeit und "jüdisches Kapital". Antisemitische Aussagen in der KPD-Tageszeitung "Die Rote Fahne" während der Weimarer Republik erschien 2016. Mit Sina Arnold veröffentlichte er das Buch Der Fall Ethel und Julius Rosenberg. Antikommunismus, Antisemitismus und Sexismus in den USA zu Beginn des Kalten Krieges. Die Tickets für die Veranstaltung kosten 2€. 

Screenshot der Webseite

Veranstaltungsmitschnitt

Wolfgang Abendroth: Politik – Geschichte – Arbeiterbewegung

vom 31.07.2017

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung hat zusammen mit dem Offizin-Verlag und dem Distel-Verlag Vorlesungen von Wolfgang Abendroth (1906 – 1985) digitalisiert und als Audio-Dateien auf Wolfgangabendroth.org online gestellt. Das Internetprojekt widmet sich dem Staatsrechtler, Politologen und Historiker, der einen starken Einfluss auf den politischen und wissenschaftlichen Diskurs innerhalb der westdeutschen Nachkriegslinken hatte sowie selbst politisch aktiv war, beispielsweise als Unterstützer der Studierendenproteste. Die Website bietet erstmalig veröffentlichte digitale Tonaufnahmen von Abendroths Vorlesung „Einführung in die Geschichte der Arbeiterbewegung“, die er 1976 bis 1978 an der Frankfurter Akademie der Arbeit hielt. In dieser stellte der sozialistische Denker die Entwicklung der Arbeiterbewegung im gesamtgeschichtlichen Zusammenhang dar. Beginnend mit der Entstehung des Unionsmus und der Genossenschaften Anfang des 19. Jahrhunderts, erläutern Abendroths Vorträge die Geschichte des „Klassenkampf des Proletariats“ in Europa mit besonderm Fokus auf Deutschland. So schließt die Reihe mit der Situation in Deustchland in den Jahren 1918 – 1919. Hier schildert er die Entwicklung von der Spaltung der Sozialdemokratie und den Januarkämpfen bis zu den Wahlen zur Nationalversammlung. Über die Streamings hinaus bietet das Online-Projekt eine Einführung in Abendroths geschichtspolitische Konzeption. Die Aufnahmen stamnmen aus dem Besitz des Gewerkschafters und Linken Politikers Thomas Händel, der als studentischer Mitarbeiter von Abendroth die Vorlesungen seines Lehrers auf Kassette aufnahm und diese nun der Stiftung zur Verfügung gestellt hat. Hier können Sie in der Abendrothmediathek stöbern.

Logo des WDR

Radiofeature

Working Class Heroes: Hymnen für eine gerechte Welt

vom 01.05.2019 | Philip Stegers

Anlässlich des Tages der Arbeit am 1. Mai sendete der WDR das  Radiofeature „Working Class Heroes: Hymnen für eine gerechte Welt“ von Philip Stegers. Das Feature porträtiert berühmte Sängerinnen, Sänger und Bands, die mit ihren Liedern soziale Missstände anprangern und auf eine gutes Leben für alle Mitglieder der Gesellschaft hinsingen. Künstlerinnen und Künstler unterschiedlicher Genres  aus  den USA, England und Deutschland werden vorgestellt. Was vielen ihnen gemeinsam ist, ist ein linkes Weltbild, oft inspiriert von den Ideen des Kommunismus – was, vor allem in den USA der McCarthy-Ära, aber auch im Deutschland (West) des Kalten Krieges eine radikale Herausforderung des geltenden westlich-kapitalistischen Wertesystems darstellt. Vorgestellt werden: John Lennon,  Woody Guthrie, Bob Dylan, Joan Baez, Pete Seeger, Bruce Springsteen, Rio Reiser, Hannes Wader, The Kinks, Billy Bragg. Der Beitrag ist Teil der WDR 4 Serie „Legenden“.

Screenshot von radio.cz

Radiofeature

Letzte Ruhe für Stalins tschechischen Gesandten

vom 24.02.2018 | Martina Schneibergova

Das Radiofeature von Martina Schneibergova widmet sich der Gedenkstätte auf dem Prager Vitkov-Hügel. Hier wurde der Leichnam Klement Gottwalds aufbewahrt. Gottwald war Staatsoberhaupt der damaligen Tschechoslowakei vom kommunistischen Umsturz 1948 bis zum seinem Tod 1953. Die Jahre seiner Regierung gelten als die repressivste Epoche kommunistischer Herrschaft. Heute erinnert eine Dauerausstellung in dem ehemaligen Mausoleum an die grausamen 1950er-Jahre. Der Kurator der Dauerausstellung, Marek Junek, berichtet von der Geschichte des Gebäudes und davon, wie die Ausstattung des damaligen Mausoleums mit in die Ausstellung einbezogen wird: So werden den Besucherinnen und Besuchern die unterirdischen Räumlichkeiten zugänglich gemacht, in denen der Leichnam Gottwalds balsamiert wurde. Dieser war damals nur den zuständigen Ärzten zugänglich und blieb die meiste Zeit versiegelt. Martina Schneibergova besucht für den Beitrag die Gedenkstätte und lässt Zuhörerinnen und Zuhörer direkt an ihren Eindrücken vom Besuch des bedrückenden Ortes teilhaben. Den gesamten Beitrag können Sie hier nachhören.

Screenshot von radio.cz

Radiofeature

„Arbeitsscheu, drogenabhängig, sexuell abartig“ – Repressionen und Kampagnen gegen Langhaarige

vom 02.04.2011 | Patrick Gschwend

Das Radiofeature von Patrick Gschwend widmet sich der Repression des kommunistischen Regimes der damaligen Tschechoslowakei gegenüber Jugendlichen. Genauer, gegen einem Trend, der sowohl im „Westen“ als auch im „Osten“ bezeichnend für die 1960er-Jahre war: Lange Haare bei Männern. Diese Erscheinung waren nicht nur ein rein modisches Phänomen, sondern immer auch eine Abgrenzung zur Generation der Eltern und damit auch zu deren Autorität. Die Botschaft, die die langen Haare vermittelten, war in kommunistisch regierten Staaten eine hochpolitische – politischer, oft, als den Trägern langer Haare dies bewusst war. Der Radiobeitrag berichtet von dem Verbot, das die Kommunistische Partei 1966 gegen das Tragen langer Haare erließ, von der Diffamierungskampagne, die das Regime fuhr, sowie von den Protesten der Jugendlichen gegen die repressiven Maßnahmen. Im Interview kommt außerdem Filip Pospíšil zu Wort: der Anthropologe hat zusammen mit dem Historiker Petr Blažek das Buch „Vraťte nám vlasy!“ (dt.:Gebt uns die Haare zurück!) veröffentlicht, die erste wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Thematik. Den gesamten Beitrag können Sie hier nachhören.

Cover: Sechs Tage im April. Erich Mühsams Räterepublik

Hörbuch

Sechs Tage im April. Erich Mühsams Räterepublik

vom 20.02.2019 | Markus Liske

Markus Liskes Hörspiel „Sechs Tage im April“ handelt vom Leben und Wirken des Dichters und Aktivisten Erich Mühsam. Liske setzt Texte, Tagebuchauszüge und Briefe Mühsams zu einer Art Collage zusammen und kommentiert diese. Das Ergebnis ist eine Erzählung, die Zuhörerinnen und Zuhörern einen tiefen Einblick in die Person Erich Mühsam und dessen Zeit erlaubt. Erich Mühsam wird 1878 in Berlin geboren und wächst in Lübeck auf. Ab 1909 lebt er in München. Im Zuge der Novemberrevolution 1918/19 ist er eine entscheidende Figur in der Ausrufung der bayerischen Räterepublik. Bei einem Putschversuch der republikanischen Schutztruppe wird er festgenommen und zu Festungshaft verurteilt; er verbringt die folgenden fünf Jahre in Haft. Während der Weimarer Republik engagierte er sich in der Roten Hilfe für politische Gefangene. 1933 wird er nach dem Reichstagsbrand verhaftet und 16 Monate später im Konzentrationslager Oranienburg ermordet. Markus Liskes Hörspiel dokumentiert eindrücklich das lebenslange Ringen Erich Mühsams um eine freie und solidarische Gesellschaftsordnung.

Screenshot von Radio Praha

Radiofeature

Zucker, Marmor und Revolution

vom 12.01.2019 | Strahinja Bućan

Das Radiofeature „Zucker, Marmor und Revolution“ von Strahinja Bućan für Radio Praha liefert einen Rückblick auf die kubanische Revolution vor 60 Jahren und analysiert die enge Beziehung zwischen Kuba und dem Gebiet des heutigen Tschechien seit dem 19. Jahrhundert. Zwar wurde Kuba offiziell 1902 unabhängig, aber dennoch bestimmten hauptsächlich die USA über das Land. Ab den 1920er-Jahren entstanden zwischen beiden Staaten enge diplomatische und wirtschaftliche Beziehungen. Nach 1938 wanderten viele tschechoslowakische Juden nach Kuba aus. Ab 1948 wurden die politischen Differenzen zwischen beiden Staaten immer größer. Auf der einen Seite stand das kapitalistische Kuba und auf der anderen die sozialistische ČSSR. 1959 übernahm Fidel Castro, Vorsitzender der Kommunistischen Partei Kubas, die Macht. Er war die treibende Kraft hinter der kubanischen Revolution 1959 und führte die „Bewegung des 26. Juli (M-26-7)“, die die Revolution vorantrieb. Diese führte zum Sturz von Diktator Batista. In Folge dessen kam es unter Castro wie einige Jahre zuvor in der ČSSR zur Errichtung einer kommunistischen Diktatur. Aus der „Bewegung des 26. Juli“ ging 1965 die KP Kubas hervor.

Flyer der Veranstaltungsreihe: „Vorwärts und nicht vergessen“ – Zu Folgen, Aktualität und kritischer Rezeption der Oktoberrevolution

Veranstaltungsmitschnitt

„Vorwärts und nicht vergessen“ – Zu Folgen, Aktualität und kritischer Rezeption der Oktoberrevolution

vom 16.10.2017 | bis zum 23.11.2017

Die Gruppe the future is unwritten, der Kulturraum e.V. (KreV) und die Sassulitsch Gruppe organisieren, gefördert von der Rosa-Luxemburg Stiftung eine Veranstaltungsreihe in dem Leipziger Clubprojekt Institut für Zukunft (IfZ) zu Folgen, Aktualität und kritischer Rezeption der Oktoberrevolution. Neben den Vorträgen im IfZ wird die Reihe mit einer Revue eröffnet. Begleitend zu den Veranstaltungen sendet das hallenser Radioprogramm Radio Corax eine Reihe zur Oktoberrevolution, die jeden Montag vom 16.10. bis 27.11.2017 von jeweils 13:00 bis 15:10 Uhr zu hören ist. Ein ganztätiger Lektürekurs zu linker Kritik am Bolschewismus wird am 4. November stattfinden. Die Vorträge beschäftigen sich unter anderem mit dem Antikommunismus in der Bundesrepublik, Antisemitismus in der Sowjetunion und Russland oder den Auswirkungen der Revolution auf die Geschlechterverhältnisse.  Programm: Jeden Montag, 16.10.-27.11.2017, 13:00-15:10 Uhr – Sendereihe zur Oktoberrevolution auf Radio Corax Mo 16.10.2017, 19 Uhr, UT Connewitz, Leipzig Revue – zur kritischen Einführung Do 19.10.2017, 19 Uhr, IfZ, Leipzig Christian Schmidt: Zur Ideengeschichte des Kommunismus. Mi 25.10.2017, 19 Uhr, IfZ, Leipzig Marcel Bois: Zeitgenössische Rezeption und weltweite Auswirkung der Oktoberrevolution. Do 02.11.2017, 19 Uhr, IfZ, Leipzig Felicita Reuschling: Kommunistka. Die Utopie der Revolution von Geschlechter-, Liebes- und Reproduktionsverhältnissen Sa 04.11.2017, 10 Uhr, Translib. Communistisches Labor Leipzig Lektürekurs Sassulitsch: Linke Kritik am Bolschewismus. Di 07.11.2017, 19 Uhr, IfZ, Leipzig Felix Klopotek: Mit Marx gegen Lenin: Das Verhältnis des Rätekommunismus zur Oktoberrevolution Di 14.11.2017, 19 Uhr, IfZ, Leipzig Olaf Kistenmacher: „Stille Pogrome“? Judenfeindschaft in Russland nach der Oktoberrevolution Mi 15.11.2017, 19 Uhr, IfZ, Leipzig Philipp Eichhorn: „Wir haben einen Abgrund an Landesverrat im Lande.“ Antikommunismus als Vergesellschaftung der BRD. Mo 20.11.2017, 19 Uhr. IfZ, Leipzig Hannes Gießler Furlan: Von der Oktoberrevolution zum Stalinismus – die ursprüngliche Akkumulation. Do 23.11.2017, 19 Uhr, IfZ, Leipzig Rote Couch: Was bleibt? Oktoberevolution – Kritik – Politische Praxis?

Screenshot von Radio Praha

Radiofeature

Januar 1969: Wie die Ideen des Prager Frühlings verloren gingen

vom 25.01.2014 | Jitka Mládková

Das Radiofeature von Jitka Mládková zeichnet die politischen Entwicklungen nach, die in der damaligen Tschechoslowakei auf den Prager Frühling von 1968 folgte. Nachdem die kommunistische Staatsführung im Januar 1968 einen Reformkurs beschlossen hatte, und dieser Beschluss durch den Einmarsch von Warschauer-Pakt-Truppen gewaltsam niedergeschlagen wurde, zweifelte eine große Zahl Menschen daran, dass die Regierung ihren Reformkurs fortsetzen würde: diejenigen Politiker, die noch 1968 nach Moskau verschleppt worden waren, durften erst nach Hause zurückkehren, nachdem sie sich in den „Moskauer Protokollen“ offiziell von ihren Reformbestreben distanziert hatten. Seitdem waren sie in ihren offiziellen Aussagen – die im Beitrag zitiert werden – sehr vage geblieben. Das Resultat dieser Entwicklungen war eine zunehmende Spaltung zwischen Bevölkerung und Regierung, die durch die zunehmende Durchsetzung repressiver Maßnahmen gegenüber der Bevölkerung weiter voran getrieben wurde. In diese zunehmend stagnierende Situation platzte am 16. Januar 1969 schließlich die Nachricht, dass sich der Student Jan Palach aus Protest gegen die aktuellen politischen Entwicklungen selbst angezündet hatte; er starb vier Tage darauf an seinen Verletzungen. Zwei Monate darauf vollzog sich ein Machtwechsel in der Kommunistischen Partei, im Zuge dessen dem Reformprogramm endgültig abgesagt wurde. 

Radiofeature: Eigentum ist Diebstahl: Die frühen Sozialisten, Screenshot von Website von Bayern 2

Radiofeature

Eigentum ist Diebstahl: Die frühen Sozialisten

vom 19.07.2010 | Christian Feldmann

Die Kommunisten Marx und Engels hatten an ihren Vorgängern einiges auszusetzen: Einige beschimpften sie beispielsweise als soziale „Quacksalber, die mit allerhand Flickwerk, ohne jede Gefahr für Kapital und Profit, die gesellschaftlichen Mißstände aller Art zu beseitigen versprachen“. Dennoch übernahmen sie viel Ideengut der Vordenker.Das Feature des Bayerischen Rundfunks verfolgt die Spuren dieser Frühsozialisten. Dabei wird schnell klar, dass die Sehnsucht nach einem gerechten Idealstaats „so alt wie die Menschheit“ ist. Vom Gemeineigentum oder der gerechten Verteilung von Gütern träumten tatsächlich bereits Anhänger der alten Religionen Persiens, Chinas und Palästinas.Doch erst mit der Französischen Revolution gewannen sozialistische Utopien an politischer Stoßkraft. Noch war es aber keine Bewegung der Arbeiter, sondern emanzipierter Bürger: So experimentierten der französische Ökonom Claude Henri Comte de Saint-Simon oder der britische Textilunternehmer Robert Owen mit Genossenschaften, während, der deutsche Schneidergeselle Wilhelm Weitling die Abschaffung des Geldes und eine zentralistische Planwirtschaft forderte – Ideen, die selbst nach Zusammenbruch des „real existierenden Sozialismus“ bis heute überlebt haben. Hören Sie das Feature hier nach.