...

 

JHK - JHK 2019

Die kommunistischen Parteien Ostasiens und die chinesisch-sowjetische Spaltung

JHK 2019 | Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung | Seite 105-123 | Metropol Verlag

Autor/in: Danhui Li/Yafeng Xia

1. Einleitung

 Als sich die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) und die Kommunistische Partei der Sowjetunion (KPdSU) in den frühen 1960er-Jahren immer mehr auf eine Spaltung zubewegten, war der Bruch im chinesisch-sowjetischen Bündnis nur teilweise in der Öffentlichkeit zu erkennen. Ein Großteil des Konflikts fand nicht offen statt. Während dieses Prozesses traten zwei Phänomene gleichzeitig auf. Erstens gab es vor dem Hintergrund der chinesisch-sowjetischen ideologischen Polemik eine Spaltung in der internationalen kommunistischen Bewegung. Obwohl der Anteil des linken Lagers in der internationalen kommunistischen Bewegung stärker wurde, nahmen die linken Kräfte noch keine dominierende Position ein. Weil die KPCh sich formell mit der Polemik der KPdSU auseinandersetzte, versuchte sie, um den Trend in der internationalen kommunistischen Bewegung umzukehren, eine antirevisionistische Einheitsfront zu errichten. Zweitens begann Mao Zedong, der Vorsitzende des Zentralkomitees der KPCh, die sowjetische Bedrohung der nationalen Sicherheitsinteressen Chinas zu fürchten. 1964 kam es zu einem Wendepunkt: In der antiimperialistischen und antirevisionistischen diplomatischen Strategie Chinas, »mit zwei Fäusten zu schlagen«, wurde der antirevisionistische ideologische Kampf mit der nationalen Sicherheitsstrategie Chinas verknüpft. Anders gesagt, Chinas nationale Verteidigungsstrategie beinhaltete auch die Vorbereitungen auf einen Zweifrontenkrieg – sowohl mit den Vereinigten Staaten als auch mit der Sowjetunion. Daher war es wichtig, dass die KPCh versuchte, die Entwicklung der kommunistischen Bewegungen in Chinas Nachbarländern zu beeinflussen und die Beziehungen zu den Ländern des sozialistischen Blocks in seiner Peripherie zu festigen. Seinerzeit folgten die Partei der Werktätigen Vietnams (PdWV) und die Partei der Arbeit Koreas (PdAK) sowie andere linke Parteien, wie die Kommunistische Partei Japans (KPJ), die Kommunistische Partei Indonesiens (PKI), die Kommunistische Partei Birmas, die Kommunistische Partei Malaysias und die Kommunistische Partei Thailands der KPCh. Sie repräsentierten den harten Kern des linken Lagers. Für die KPCh war es von vitalem Interesse, dass sie während dieser neuen Phase des Kampfes der KPCh und der KPdSU weiterhin die Unterstützung dieser Parteien erhielt.

Von den 13 Ländern des sozialistischen Blocks befinden sich vier (China, die Mongolei, Vietnam und Nordkorea) in Ostasien, drei davon – die Mongolei, Vietnam und Nordkorea – liegen entlang der chinesischen Grenze. Die mit der Sowjetunion verbündete Mongolei akzeptierte 1963 den militärischen Schutz der Sowjetunion. Umso wichtiger war es, dass die KPCh enge Beziehungen zur vietnamesischen Partei der Werktätigen sowie zur koreanischen Partei der Arbeit unterhielt. In der Konkurrenz um die Führungsrolle in der internationalen kommunistischen Bewegung und zum Schutz der nationalen Sicherheitsinteressen Chinas zu einer Zeit, als sich die Beziehungen zur Sowjetunion verschlechterten, war es notwendig, dass die KPCh im antirevisionistischen Kampf auf die Unterstützung der PdWV und der PdAK zählen konnte.

Die ostasiatischen kommunistischen Parteien teilten ein historisches Schicksal mit der KPCh und trugen die Verantwortung, die antiimperialistischen nationalen Befreiungsbewegungen zu führen. Nachdem die KPCh 1949 die politische Macht ergriffen hatte, betrachtete sie die Unterstützung und Förderung der kommunistischen Bewegungen in Ostasien nicht nur als ihre internationale Pflicht, sondern auch als Teil ihrer Theorie, politische Macht durch bewaffnete Gewalt zu ergreifen. In Südost- und Südasien folgten die kommunistischen Parteien der revolutionären Erfahrung Chinas, indem sie die ländlichen Gebiete benutzten, um die Städte zu umzingeln. Unterdessen ahmte die KPJ in Nordostasien die bewaffneten Aufstände während der russischen Oktoberrevolution nach, wobei die mittleren und kleinen Städte zuerst eingenommen wurden und danach die Ausweitung der Revolution auf die Städte und Dörfer erfolgte. Ein Bericht der CIA im November 1967 stellte fest: Im Fernen Osten waren die kommunistischen Parteien in Nordvietnam, Nordkorea, Japan und Indonesien »keine gehorsamen Gefolgsleute Chinas, sondern ihre freiwilligen Verbündeten, deren Anti-Chruščëv-Position sich zu einem großen Teil von dem ableitete, was sie als dessen weiche Linie gegenüber den Vereinigten Staaten ansahen«.[1] Die Unterstützung der ostasiatischen kommunistischen Parteien zu gewinnen war letztendlich entscheidend, um die Frage zu beantworten, wer als die wahren Marxisten anzusehen waren – Maos KPCh oder Chruščëvs KPdSU?

 

2. Unterstützung und Hanois unbeständige Beziehungen zu Peking und Moskau

Von 1954 bis 1965 hingen Hanois Beziehungen zu Peking und Moskau von der jeweiligen Politik der KP Chinas und der KPdSU gegenüber Vietnam ab. Angefangen mit der Unterzeichnung der Genfer Konvention im Juli 1954 und bis in die späten 1950er-Jahre hinein konzentrierten sich die chinesischen Führer auf den Aufbau der Wirtschaft im Land. Das erklärte Ziel der KPCh bestand in der Aufrechterhaltung der Neutralität in Indochina.[2] Auf dem Erweiterten 15. Plenum des 2. Zentralkomitees der Vietnamesischen Arbeiterpartei (VAP) 1959 beschloss die Partei, einen gewaltsamen Selbstverteidigungskampf in Südvietnam zu führen und ihren revolutionären bewaffneten Weg zur Befreiung des Südens zu bekräftigen.[3] Zu dieser Zeit bot China dieser Position jedoch wenig Unterstützung.[4]

Nach 1960 entwickelten sich die bewaffneten Kämpfe in Südvietnam weiter. Gleichzeitig wandte sich die KPCh in ihrer Innen- und Außenpolitik nach links, und die Führer der KPCh wurden radikaler bei der Unterstützung bewaffneter Kämpfe in anderen Ländern. 1960 stellte das Zentralkomitee der KP Chinas gegenüber der PdWV unmissverständlich klar: »In der Vergangenheit waren wir uns der Situation vor Ort nicht bewusst und wir glaubten, dass es nicht der richtige Zeitpunkt für euch war, eure Stärke zu offenbaren. Jetzt glauben wir jedoch, dass eure Strategie, bewaffnete Kämpfe im Süden durchzuführen, richtig ist, und deshalb haben Sie unsere volle Unterstützung.«[5] Diese Aussage ist bezeichnend für die Änderung der Politik der KPCh gegenüber Vietnam. Im September 1960 bestätigte der Dritte Parteitag der PdWV seine strategische Aufgabe: Befreiung des Südens und nationale Befreiung. Sofort nach ihrer Gründung am 20. Dezember 1960 erkannte die chinesische Regierung die Nationale Front für die Befreiung Südvietnams (NFB) an.[6] Danach wurde China der wichtigste Verbündete Nordvietnams bei der Durchführung seines bewaffneten Kampfes in Südvietnam.

Zur gleichen Zeit setzte die Sowjetunion ihre Entspannungspolitik gegenüber dem Westen fort. Weil er eine direkte militärische Konfrontation mit den Vereinigten Staaten vermeiden wollte, war Chruščëv nicht zur Einmischung in Indochina bereit, deshalb praktizierte er eine Politik der Zurückhaltung. Die Sowjetunion bot Nordvietnam politische Unterstützung, jedoch nur begrenzte wirtschaftliche und militärische Hilfe an.[7] Im Ergebnis dieser Politik stützte sich die PdWV vor Ende 1964 hauptsächlich auf China, was sich negativ auf die sowjetisch-vietnamesischen Beziehungen auswirkte. Das verschaffte der KPCh auch eine Grundlage, um die PdWV für ihren Kampf gegen den sowjetischen Revisionismus zu gewinnen. Die PdWV wollte unbedingt die größtmögliche Hilfe von den Ländern des sozialistischen Blocks erhalten. Obwohl sie versuchte, im chinesisch-sowjetischen Konflikt neutral zu bleiben, lehnte sich die PdWV angesichts der Dringlichkeit ihres bewaffneten Kampfes in Südvietnam eher an Peking als an Moskau an.

Nachdem die PdWV sich klar dazu bekannt hatte, an der Seite der KPCh zu stehen, erhöhte China seine Hilfe für Vietnam. Am 25. Februar 1964 reisten der Generalsekretär der KPCh Deng Xiaoping, das Mitglied des Politbüros Kang Sheng, der Direktor der Kommission für Außenhandel Fang Yi und der Präsident der Nachrichtenagentur Xinhua Wu Lengxi nach Hanoi. Sie tauschten sich vor allem in zwei Punkten mit der Partei der Werktätigen Vietnams aus: 1. Die Reaktion der KPCh auf das Schreiben der KPdSU vom 29. November 1963 und 2. Chinas Wirtschaftshilfe für Vietnam. Deng wies darauf hin, dass China völlig einverstanden sei, dass Vietnam, wenn es die Bedingungen zuließen, ein völlig autonomes Wirtschaftssystem aufbauen werde. Er gab auch bekannt, dass China den Vietnamesen eine Milliarde Renminbi (Yuan) für den Kauf von Ausrüstung, Gütern und Materialien zur Verfügung stellen wolle.[8]

Spätere vietnamesische Dokumente zeigen jedoch, dass dieses chinesische Angebot nicht ohne Bedingungen war. Die Hilfeleistung war davon abhängig, dass die Vietnamesen jegliche Form von Hilfe der Sowjets ablehnten.[9] Zu dieser Zeit hatte Mao Chinas außenpolitische Haltung bereits vom Antiimperialismus zu Antiimperialismus und Antirevisionismus verschoben. Tatsächlich versuchte China, eine antirevisionistische Einheitsfront zu errichten. Der Hauptzweck von Dengs Besuch in Vietnam bestand darin, den vietnamesischen Führern Maos neuen strategischen Ansatz der Außenpolitik vorzustellen. Am nächsten Tag verkündete Deng: »Wir hoffen, zwei Einheitsfronten zu etablieren. Die erste ist die Einheitsfront gegen den US-Imperialismus, die alle Menschen in der Welt, einschließlich Frankreich und Japan, vereinen wird; die zweite ist eine gegen Chruščëvs Revisionismus gerichtete Einheitsfront.«[10]

Die vietnamesischen Führer waren erfreut, solch massive Hilfe von den Chinesen zu erhalten, und im Ergebnis verbesserten sich die Beziehungen zwischen der VAP und der KPCh in der ersten Hälfte des Jahres 1964 erheblich. Im Rahmen ihrer engen Zusammenarbeit begann Nordvietnam auch, sich nicht nur militärisch, sondern auch politisch und wirtschaftlich auf China zu verlassen.[11] Mao und andere chinesische Führer fingen an, der Situation in Vietnam mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Sie ergriffen die Initiative, um vorzuschlagen, eine chinesische Freiwilligenarmee nach Vietnam zu schicken. Am 24. Juni sagte Mao zu Van Tien Dung, Chef des Generalstabs der vietnamesischen Volksarmee: »Wenn die Vereinigten Staaten eine Invasion in Nordvietnam riskieren, werden chinesische Truppen [in Nordvietnam] einschreiten. Wir werden eine freiwillige Armee einsetzen.« Am 10. Juli verkündete der chinesische Premierminister Zhou Enlai gegenüber dem birmanischen Premierminister Ne Win: »Wenn die Vereinigten Staaten einen Krieg im koreanischen Stil führen wollen, werden wir vorbereitet sein.«[12]

Sowohl die KPCh als auch die PdWV begrüßten den Sturz Nikita Chruščëvs, des ersten Sekretärs der KPdSU, im Oktober 1964 mit Freude und Aufregung. Maos anfängliche Position war es, die KPdSU für ihre Entscheidung zu loben, Chruščëv von seiner Führungsposition zu entbinden, und dann abzuwarten, welche Veränderungen sich unter Chruščëvs Nachfolger Leonid Brežnev ergeben würden. Die Position der PdWV ähnelte derjenigen der KPCh. Premierminister Pham Van Dong und andere Parteiführer glaubten, dass der Rücktritt Chruščëvs »definitiv eine gute Sache« sei, aber es gelte auch abzuwarten, welche Schritte die neuen Führer der KPdSU einleiten würden.[13] Die KPCh und die PdWV unterschieden sich allerdings in der Beurteilung der nachfolgenden Veränderungen in der Führung der KPdSU und in der Frage, wie sie darauf reagieren sollten. Wegen ihrer starken ideologischen Prägung sorgten sich die Führer der KPCh um die Ergebnisse der chinesisch-sowjetischen Polemik – welche Partei den wahren Marxismus-Leninismus repräsentierte und wessen Politik und Programme die internationale kommunistische Bewegung leiten würden. Im Gegensatz dazu waren die vietnamesischen Parteiführer vor allem darüber besorgt, ob die neuen sowjetischen Führer Chruščëvs Politik gegenüber Vietnam verändern würden. In den Worten Pham Van Dongs und des Politbüromitglieds der PdWV Le Duc Tho war »Chruščëvs Revisionismus sehr schlecht«, weil er den Antiimperialismus und die nationalen Befreiungsbewegungen nicht unterstützte.[14] Nach Ansicht der Führung der PdWV bestand das Kernproblem darin, dass Chruščëv die Politik der bewaffneten Vereinigung Vietnams und die laotische Revolution nicht unterstützte.

Gestützt auf mehrere in der Sowjetunion veröffentlichte Artikel begannen Führer der Partei der Werktätigen Vietnams bereits Veränderungen in der Politik der KPdSU zu bemerken. Noch bevor Mao Zedong dies angeregt hatte, hatte Ho Chi Minh, der Vorsitzende der PdWV, vorgeschlagen, dass die PdWV und die KPCh Delegationen zu den Feierlichkeiten der Oktoberrevolution in die Sowjetunion entsendeten, damit die drei Parteien ihre Ansichten austauschen könnten. Nachdem sie auch vom Vorschlag der KPCh erfahren hatten, eine Delegation in die Sowjetunion zu schicken, waren die Führer der PdWV sehr zufrieden.[15] Obwohl also die KPCh und die PdWV während der Periode der chinesisch-sowjetischen Polemik einig geblieben waren, begannen ihre Differenzen zur Zeit der Absetzung Chruščëvs zuzunehmen, gerade als die neue sowjetische Führung versuchte, die Einheit in der internationalen kommunistischen Bewegung zu erreichen. Diesmal verhielt sich die PdWV nicht mehr im Einklang mit der KPCh. Gegen Ende 1964 versuchte die KPdSU, die sowjetische Position in Indochina wiederherzustellen und das neu aufzubauen, was Chruščëv aufgegeben hatte.

Die Delegationen der KPCh und der PdWV reisten gemeinsam nach Moskau, um sich auszutauschen. Während aber die Verhandlungen zwischen der KP Chinas und der KPdSU scheiterten, verbesserten sich die Beziehungen zwischen der PdWV und der KPdSU grundlegend. Vietnam erhielt nicht nur eine Hilfszusage von der Sowjetunion und den osteuropäischen Ländern, die NFB erwarb auch einen legalen Status. Aus vietnamesischer Perspektive war Chruščëvs Absetzung ein positives Ereignis, weil Hanoi danach sein Ziel erreichte, Unterstützung und Hilfe von den Ländern des sozialistischen Blocks zu erhalten. Anfang 1965, vor dem Hintergrund der chinesisch-sowjetischen Spaltung, der Eskalation des Vietnamkrieges und des sowjetischen Eingreifens in Indochina, begann China mit der Sowjetunion in der Frage der Bereitstellung von Hilfe für Vietnam zu konkurrieren. Vietnams Beziehungen zu China und der Sowjetunion waren davon abhängig, wie viel Hilfe jeder leisten würde. Die PdWV stellte sich wegen des Hilfsangebots auf die Seite der Sowjetunion, während China versuchte, diese sowjetische Hilfe für Vietnam zu blockieren. So gingen die engen chinesisch-vietnamesischen Beziehungen, die nach dem 9. Plenum der PdWV aufgebaut worden waren, zu Ende. Im Jahr 1965 unterschieden sich die PdWV und die KPCh gravierend in Bezug auf ihre diplomatischen Ziele, und die chinesisch-vietnamesischen Beziehungen wechselten von Freundschaft zu Entfremdung.

 

3. Pjöngjang zwischen Peking und Moskau

 In den späten 1940er-Jahren unterstützten sich die Kommunistische Partei Chinas und die Partei der Arbeit Koreas während ihrer jeweiligen Machtübernahme und der Errichtung ihrer revolutionären Regime gegenseitig. Beide unterhielten enge Beziehungen zu Moskau und waren Mitglieder des sozialistischen Blocks. Vor dem Eintritt Chinas in den Koreakrieg war die Demokratische Volksrepublik Korea (DVRK) jedoch ein sowjetischer Satellitenstaat, während es zwischen der KPCh und der PdAK keine formellen Beziehungen gab. Folglich beherrschte die Sowjetunion in dieser Zeit Nordkorea maßgeblich, während der Einfluss der KPCh in Korea unerheblich war. Nach dem Eingreifen chinesischer Truppen in den Koreakrieg im Oktober 1950 nahmen Chinas Einfluss und seine Rolle in Nordkorea merklich zu. Während der Zeit des Koreakrieges stand der sowjetische Führer Josef Stalin Mao zur Seite, und das Überleben des nordkoreanischen Regimes wurde dadurch von China und der Sowjetunion gleichermaßen vollkommen abhängig.

Nach der Unterzeichnung des koreanischen Waffenstillstands im Juli 1953 gewährte China Nordkorea umfassende Hilfe für den Wiederaufbau nach dem Krieg. Die Strategie des nordkoreanischen Führers Kim Il-sung bestand in der privaten Anerkennung chinesischer Hilfe bei gleichzeitiger öffentlicher Betonung von Koreas »Eigenständigkeit«. Um den Anschein von Unabhängigkeit zu wahren, schlug Kim seine Juche-Idee (Selbständigkeit) vor und widersetzte sich jeder Unbotmäßigkeit. Nach dem August-Zwischenfall in der PdAK 1956 schockierte und verärgerte Kims Säuberung der chinesischen »Yanʼan-Fraktion« (Koreaner, die aus China zurückgekehrt waren) Mao. Eine gemeinsame chinesisch-sowjetische Delegation unter Leitung des sowjetischen stellvertretenden Vorsitzenden des Ministerrates Anastas Mikojan und des chinesischen Verteidigungsministers Peng Dehuai wurde nach Pjöngjang entsandt, um einzugreifen. Unter Druck musste Kim »seine Fehler eingestehen«, tat es aber nur halbherzig. Letztlich weigerte er sich, dem sowjetischen und chinesischen Druck nachzugeben, und setzte die politische Säuberung bald fort. So standen die chinesisch-nordkoreanischen Beziehungen vor einer Krise. Mao, der das Gefühl hatte, China habe die Kontrolle über Nordkorea verloren, schlug den Sowjets vor, gemeinsam drastische Maßnahmen zu ergreifen, um die Korea-Frage zu lösen.[16]

Ab 1958, als China alle seine Truppen aus Nordkorea abzog und Nordkorea mit »absoluter Aufrichtigkeit« behandelte (und Nordkorea solche chinesischen Gesten in vielen Fällen zutiefst schätzte), behielt Kim Il-sung dennoch eine »äquidistante Diplomatie« zwischen China und der Sowjetunion bei. Obwohl Kim Chruščëvs Außenpolitik ablehnte, war die Sowjetunion ökonomisch viel stärker als China. So war Kim, wann immer Moskau einen Ölzweig reichte, bereit, diesen zu akzeptieren. Anlässlich des 50. Geburtstages von Kim Il-sung veröffentlichte die Sowjetunion eine Sammlung von Kim Il-sungs Schriften und Reden. Ein einführender Essay über die Sammlung erschien im Kommunist. Kim schrieb prompt ein Vorwort für die Sammlung und ein Artikel darüber erschien auf der Titelseite der Rodong sinmun (Arbeiterzeitung).[17] Am 18. April 1962 übermittelte Außenminister Pak Song-chol eine Botschaft von Kim Il-sung an den chinesischen Botschafter Hao Deqing: »Wir hoffen, dass China und die Sowjetunion die Einheit erreichen werden. Wir werden entlang unseres eigenen Weges vorwärts marschieren. Uns ist egal, was andere zu sagen haben.«[18]

Weil China nicht in der Lage war, die von Nordkorea erbetene Wirtschaftshilfe zu leisten,[19] würde Kim Il-sung bei jedem kleinen Schritt der Sowjets schwanken. Aber China brauchte zu diesem Zeitpunkt die politische Unterstützung der DVRK, weil Mao mit Chruščëv um die Führung in der internationalen kommunistischen Bewegung konkurrierte. Daher hatte Mao keine andere Wahl, als Zugeständnisse zu machen. Peking intensivierte beispielsweise seine Wirtschaftshilfe für Pjöngjang und ging in mehreren Punkten Kompromisse ein, etwa im Fall der über 70 000 koreanischen Staatsangehörigen, die illegal die chinesisch-nordkoreanische Grenze überschritten hatten und 1961 und 1962 nach Nordkorea geflohen waren. Darüber hinaus legte der 1962 unterzeichnete Grenzvertrag zwischen der Volksrepublik China und der Demokratischen Volksrepublik Nordkorea die Rückgabe eines großen Teils des Himmelssees auf dem Paektusan im Changbai-Gebirge fest, der zuvor zu China gehört hatte. Bei zahlreichen Gelegenheiten erzählte Mao Kim Il-sung, dass Nordostchina das weite Hinterland der DVRK sei und dass er, [Mao], im Falle eines Krieges die Provinzen im Nordosten Chinas Kims Befehl unterstellen werde. [20]

Chinas Wirtschaftshilfe und Zugeständnisse in Bezug auf Migration und Territorium brachten Pjöngjang einige politische Vorteile ein. Einem Bericht der chinesischen Botschaft zufolge hatten die nordkoreanischen Propagandameldungen bereits Anfang 1962 die chinesische Position gegen die Ansichten der Sowjets eingenommen.[21] Auf einer Sitzung des Zentralkomitees der PdAK am 8. März 1962 äußerte Kim heftige Kritik am Revisionismus in denselben Worten, wie sie in den Zeitungen der KPCh verwendet wurden. Er erklärte: »Der moderne Revisionismus ist die größte Gefahr für die internationale kommunistische Bewegung. […] Die Revisionisten negieren die allgemeinen Prinzipien der sozialistischen Revolution – die Führung der marxistisch-leninistischen Partei und die Diktatur des Proletariats. […] Die Revisionisten verzerren das Grundprinzip des Marxismus-Leninismus – die Theorie des Klassenkampfes.«[22]

Obwohl er mit der sowjetischen Außenpolitik nicht einverstanden war und sich die sowjetisch-nordkoreanischen Beziehungen verschlechterten, versuchte Kim Il-sung nach Möglichkeit immer noch, normale Beziehungen zur UdSSR aufrechtzuerhalten. Auf jeden Fall war die Sowjetunion in der Lage, Nordkorea viel mehr wirtschaftliche und militärische Hilfe anzubieten als China. Nach Chruščëvs Sturz begann die neue sowjetische Führung unter Brežnev und Alexej Kosygin die sowjetische Außen- und Innenpolitik zu ändern, und die sowjetisch-nordkoreanischen Beziehungen verbesserten sich allmählich. Kim Il-sung war sowohl ein pragmatischer Politiker als auch ein kluger Diplomat. Trotz Chinas wirtschaftlicher und militärischer Hilfe und seiner Zugeständnisse bei Migration und Territorium konnte es aber nur drei bis vier Jahre (1961–1965) einen dankbaren Kim an seiner Seite halten. In dieser Zeit stand Kim Peking näher als Moskau. Wie ostdeutsche Diplomaten 1963 feststellten, blieben für Nordkorea trotz der Rhetorik der Nähe zu China gute Wirtschaftsbeziehungen zu Osteuropa unverzichtbar, um die ehrgeizig angestrebte wirtschaftliche Entwicklung zu erreichen. Nordkorea mag ideologisch eine größere Nähe zu China gehabt haben, aber in der Praxis hatte die DVRK früher oder später keine andere Wahl, als auf die sowjetische Seite zu wechseln.[23]

Nordkoreas Beziehungen zu seinen beiden kommunistischen Verbündeten begannen sich in den 18 Monaten vor Beginn der Großen Kulturrevolution in China im Mai 1966 stark zu verändern. Im November 1964 führte Kim Il, stellvertretender Vorsitzender der PdAK, eine Delegation nach Moskau, um an den Feierlichkeiten zum Jahrestag der russischen Oktoberrevolution teilzunehmen. Während dieser Zeit bestand die PdAK darauf, dass die Sowjets sich an zwei Prinzipien hielten: »Eine grundlegende Revision der sowjetischen Politik gegenüber den USA zur Beschleunigung eines ›weltweiten antiimperialistischen Kampfes‹ und ein Ende aller sowjetischen Versuche, der nordkoreanischen Partei Vorschriften zu machen oder sich in ihre inneren Angelegenheiten einzumischen«.[24] Als Kim Il-sung kurz nach Chruščëvs Absetzung im November 1964 Mao begegnete, sagte er diesem, dass Brežnev »taktlos und unerfahren« sei. Dies implizierte die Meinung, dass China und Nordkorea keine übertriebenen Erwartungen an die neuen sowjetischen Führer haben sollten.[25] Doch bald darauf begannen sich die Beziehungen zwischen Nordkorea und Peking abzukühlen. Ein am 3. Dezember 1964 veröffentlichter Leitartikel in der Rodong sinmun kritisierte offen den chinesischen Dogmatismus. Er erklärte, dass »wir über den Sieg der Sache aller Völker für Frieden, nationale Unabhängigkeit und sozialen Fortschritt nicht getrennt vom Kampf gegen den Imperialismus sprechen können«, und der Artikel verlangte, dass der sozialistische Block und alle revolutionären Kräfte von allen Seiten Druck auf die Imperialisten ausüben und ihnen einen Schlag versetzen sollten.[26] Zu dieser Zeit forderte Moskau eine Verstärkung der gemeinsamen antiimperialistischen Aktion des sozialistischen Blocks (»Einheit der Aktion«) gegen den US-Imperialismus in Vietnam, aber die Chinesen zeigten sich unnachgiebig gegenüber der Sowjetunion. Der Leitartikel der Rodong sinmun war ein verschleierter Angriff auf die chinesische Position und unterstützte die Sowjetunion.

Der Besuch des Vorsitzenden des Ministerrats der UdSSR Alexej Kosygin in Nordkorea im Februar 1965 gilt als bedeutender Wendepunkt in den Beziehungen zwischen der Sowjetunion und Nordkorea. Kosygin und Kim Il-sung diskutierten die Wiederaufnahme der sowjetischen Wirtschafts- und Militärhilfe für Pjöngjang. Kim versprach, die Moskauer 26-Parteienkonferenz vom März 1965 (an der nur 19 Parteien teilnahmen) nicht zu kritisieren, auf der weder die Nordkoreaner noch die Nordvietnamesen anwesend waren.[27] Anfang 1966 wurde klar, dass Kim Il-sung sich viel mehr in Richtung Moskau als nach Peking bewegte.

 

4. Die Kommunistische Partei Japans und die Spaltung

Mit der Vertiefung der Streitigkeiten zwischen der Kommunistischen Partei Japans und der KPdSU wurde die Haltung der KPJ gegenüber der ideologischen Polemik in der internationalen kommunistischen Bewegung klarer. Das 7. Plenum des 8. Parteitags der KPJ Mitte Oktober 1963 nahm einen »Beschluss über mehrere Fragen in der internationalen kommunistischen Bewegung« an, berichtigte einige Formulierungen des 5. Plenums vom Februar und machte deutlich: »Wenn eine Partei eine andere Partei öffentlich kritisiert, stellt dies eine Verletzung der Moskauer Erklärung von 1960 dar. Diese Kritik öffentlich zu widerlegen entspricht den Prinzipien der Unabhängigkeit und der Gleichheit.« Das Plenum hob auch die Formulierung auf, dass »die KPdSU der rechtmäßige Vorreiter in der internationalen kommunistischen Bewegung ist«.[28]

Bei einem Treffen mit Politbüromitglied Kikunami Katsumi im Frühjahr 1964 bestätigte Mao die Entscheidung des 7. Plenums des 8. Parteitags der KPJ. Er ging auf seine neu entwickelte antiimperialistische und antirevisionistische internationale Strategie ein und erklärte: »Wir sollten uns auf den antiimperialistischen Kampf konzentrieren. […] Unser wichtigstes antirevisionistisches Ziel ist die Chruščëv-Clique.« [29] Mao erklärte dann seine Zwischenzonen-Theorie, die er auf der Arbeitskonferenz des ZK der KPCh am 28. September 1963 vorgeschlagen hatte. Basierend auf diesem Denken »gibt es zwei Zwischenzonen: zur einen gehören Asien, Afrika und Lateinamerika; die andere ist Europa.« Mao behauptete, dass weder Japan noch Kanada mit den Vereinigten Staaten zufrieden seien. Er erwähnte auch, dass die Beziehungen zwischen der Sowjetunion und den osteuropäischen Ländern angespannt seien.[30] Er versuchte, seine Zwischenzonen-Theorie zu verwenden, um die KPJ zu führen. Nach Maos Argumentation sollte die KPJ die Möglichkeit nicht unterschätzen, dass sich die japanischen Monopolkapitalisten gegen die Vereinigten Staaten wenden könnten. Mao empfahl seinen japanischen Besuchern: »Die KPJ ist entschieden antiamerikanisch. Aber man sollte auf die antiamerikanischen Ressentiments der japanischen Monopolkapitalisten achten. Wenn die japanischen Monopolkapitalisten antiamerikanisch sind, aber die KPJ sich passiv verhält […], wird es für die Arbeiter und die Massen schwierig sein, dies zu verstehen.«[31]

Der Generalsekretär der KPJ, Miyamoto Kenji, der sich für die Unabhängigkeit einsetzte und gegen Großmachtchauvinismus und Einmischung in die Angelegenheiten anderer Parteien war, akzeptierte Maos neue Theorie allerdings nicht. Die Grundlinie der KPJ war, sich dem US-Imperialismus zu widersetzen und sich der japanischen monopolkapitalistischen Clique entgegenzustellen. Nach Miyamotos Ansicht »sollten wir die Widersprüche zwischen amerikanischem Monopolkapital und japanischem Monopolkapital ausnutzen«. Dies bedeute jedoch nicht, dass »japanische Monopolkapitalisten« zu Verbündeten der KPJ werden würden.[32] Obwohl er wegen Krankheit bettlägerig war, berief Miyamato kurz nach Kikunamis Treffen mit Mao ein Politbürotreffen der KPJ in seinem Haus ein. Auf diesem Treffen wurde wiederholt, dass der US-Imperialismus und das japanische Monopolkapital die beiden Feinde des japanischen Volkes seien. Man müsse jedoch unbedingt auf der Hut sein, einen Feind wegen eines anderen zu vernachlässigen.[33]

Moskau beobachtete aufmerksam die Interaktion zwischen der KPCh und der KPJ. Auf einem Plenum des ZK der KPdSU im Februar 1964 erklärte Boris Ponomarev, Mitglied des Zentralkomitees der KPdSU und Leiter der internationalen Abteilung des Zentralkomitees der KPdSU, dass die Führer der KPCh »ihre Anstrengungen verstärkt haben, politisch unreife Parteiführer und solche zu überzeugen, die sich aus anderen Gründen den Ansichten der KPCh angeschlossen haben«. Neben der Partei der Arbeit Albaniens und der PdAK habe die KPCh auch die Führung der KPJ erfolgreich beeinflusst. Ponomarev warf der KPCh den Versuch der Fraktionsbildung in der internationalen kommunistischen Bewegung vor.[34] Danach begann die KPdSU, ihre Politik gegenüber der KPJ anzupassen und diese davon abzuhalten, sich mit der KPCh zu verbünden.

Am 26. Februar 1964 reiste KPJ-Politbüromitglied Hakamada Satomi mit einer Delegation nach Moskau und führte Gespräche mit einer sowjetischen Delegation unter Leitung von Leonid Brežnev, seinerzeit Mitglied des Sekretariats des ZK der KPdSU.[35] Die Verhandlungen verliefen nicht gut, und die sowjetischen Führer kritisierten den Widerstand der KPJ gegen den Partiellen Atomteststopp-Vertrag. Hakamada weigerte sich daher, ein gemeinsames Kommuniqué über die Gespräche zu unterzeichnen.[36]

Nach dem Scheitern der KPJ-KPdSU-Verhandlungen in Moskau reiste die japanische Delegation im März 1964 nach Guangzhou, wo sie Miyamoto, der dort seit dem 15. Februar zur Erholung war, Bericht erstattete. Nach Miyamotos Ansicht gab es Unterschiede zwischen Maos Rat an die KPJ, wie er im Januar an Kikunami weitergeleitet worden war, und dem Grundprogramm der KPJ. Unterdessen bereitete sich Miyamoto nicht auf eine Spaltung mit der KPdSU vor. Für die KPJ war es wichtig, unabhängig von der KPdSU und der KPCh zu bleiben. Die KPJ war gegen die Einmischung der KPdSU, aber sie war auch nicht bereit, der KPCh mechanisch zu folgen. Am 19. März unterzeichneten Miyamoto und das Politbüro-Mitglied Hakamada gemeinsam einen Brief mit dem Titel »Mehrere Punkte, die in unserer gegenwärtigen Arbeit Aufmerksamkeit verdienen«, adressiert an Mitglieder des Politbüros der Kommunistischen Partei in Japan. In dem Brief wurde vorgeschlagen, dass sich die KPJ mit Fragen aus der Perspektive »antiseparatistischer Aktivitäten, nicht antirevisionistischer Aktivitäten« in der demokratischen Revolution befassen solle. »Es ist nicht richtig, sich nur auf den Anti-US-Imperialismus zu konzentrieren und nicht gegen Monopolkapitalisten und Reaktionäre zu Hause vorzugehen.«[37]

Nach dem Sturz Chruščëvs begannen die neuen Sowjetführer, ihre Beziehungen zu den Nationen im Fernen Osten zu überdenken. In Bezug auf Japan schlug die KPdSU »weitere formelle Treffen und Kontakte« vor, »um sich auf gegenseitige Besuche vorzubereiten«. Hinsichtlich der zwischenparteilichen Beziehungen war die KPdSU der Meinung, dass die chinesisch-sowjetische Polemik sich negativ auf die brüderlichen Beziehungen der Parteien ausgewirkt habe. Die KPdSU erwog daher, »Kontakte mit den Führern der Bruderparteien« aufzunehmen, um Fragen von gemeinsamem Interesse zu erörtern.[38] Ob sich die Beziehungen zwischen KPdSU und KPJ verbesserten, würde davon abhängen, ob die KPdSU ihre Politik der Intervention in die inneren Angelegenheiten der KPJ und in die demokratische Revolution in Japan überdachte.

Gegen Ende November 1964 waren jedoch alle Bemühungen um eine Aussöhnung zwischen der KPCh und der KPdSU nach der Absetzung Chruščëvs gescheitert, und eine neue Runde offener Polemik begann. Zu Beginn des Jahres 1965 unterstützten sich die KPCh und die KPJ gegenseitig in politischer und organisatorischer Hinsicht – ihre Beziehungen waren sehr gut. Sie würden auch weiterhin in ihrem Widerstand gegen die Weltkonferenz der Kommunistischen und Arbeiterparteien im März 1965 in Moskau zusammenarbeiten.

Obwohl die Beziehungen zwischen den Kommunistischen Parteien Chinas und Japans 1965 freundschaftlich blieben, wirkten sich einige neue Faktoren negativ aus. Erstens berichtigten die neuen sowjetischen Führer nach dem Sturz Chruščëvs schrittweise ihre Politik gegenüber Vietnam und den Vereinigten Staaten, indem sie mehr auf Hilfe für Vietnam und auf Widerstand gegen die Vereinigten Staaten setzten und eine härtere Linie gegenüber dem Westen verfolgten. Moskaus neue Haltung verringerte die Kluft zwischen der KPdSU und der KPJ im Hinblick auf ihre Politik gegenüber den Vereinigten Staaten. Zweitens nahm die sowjetische Führung in einem neuen Versuch, den Einfluss der KPdSU auf die KPJ wieder zu verstärken, von Chruščëvs Politik Abstand, den prosowjetischen kommunistischen Dissidenten in Japan uneingeschränkte Unterstützung zu gewähren.[39] Drittens hielt China im August 1965 ein Chinesisch-Japanisches Freundschaftstreffen der Jugend ab und 271 junge Delegierte aus Japan reisten daraufhin nach Peking. Chinesische Führer, darunter Mao und der damalige chinesische Präsident Liu Shaoqi, trafen sich am 26. August mit den jugendlichen Abgesandten.[40] Berichten der Renmin ribao zufolge schienen Mao und die KPCh erheblichen Einfluss auf die japanischen Jugendlichen und Massenorganisationen gehabt zu haben. Sano Takanobu, Leiter einer der Gewerkschaftsdelegationen sagte: »Mao Zedong ist der Mentor der revolutionären Jugend der Welt, und sein Denken erleuchtet die ganze Welt.« »Wir sollten den revolutionären Geist der Kühnheit zu kämpfen und zu siegen, den wir von der chinesischen Jugend gelernt haben, nach Japan bringen.«[41] Miyamoto spürte jedoch, dass sich die KPCh in die japanischen Angelegenheiten einmischte. Insbesondere nach dem Putschversuch vom 30. September 1965 in Indonesien glaubte die KPJ, dass »eine zu große Abhängigkeit von Peking und die blinde Akzeptanz der Führungsrolle Chinas die Schwierigkeiten der indonesischen Partei verschlimmerten und sogar zu den Verlusten der Partei nach dem Putsch führten«.[42] Miyamoto behielt also die KPCh wachsam im Auge. Viertens betrachtete Mao nach dem Bruch der KP Chinas mit der KPdSU die Sowjetunion als Chinas Feind Nr. 1 und er versuchte, eine antisowjetische internationale Einheitsfront zu etablieren. Als Mao bei seinem Treffen mit Generalsekretär Miyamoto im März 1966 versuchte, der KPJ seine antisowjetische Linie aufzuzwingen, und den Vorschlag der KPJ für ein gemeinsames Vorgehen gegen den US-Imperialismus in Vietnam ablehnte, wurde ein Bruch der Beziehungen zur KPCh unvermeidlich.

 

5. Die Kommunistische Partei Indonesiens und die Spaltung

In den frühen 1960er-Jahren, als die Sowjetunion und China den Kampf Indonesiens zur Wiedereroberung von West-Irian (West-Papua) unterstützten, erhöhte Moskau seine Hilfe für die indonesische Regierung und stellte ein großes Darlehen sowie schwere Waffen zur Verfügung. Peking gewährte dagegen nur minimale Hilfe.[43] Chruščëvs Großzügigkeit brachte ihm große Dankbarkeit seitens der indonesischen Regierung und der Kommunistischen Partei Indonesiens ein. Während seines Besuchs in Moskau im Juni 1961 lobte der indonesische Präsident Sukarno öffentlich die guten Beziehungen seines Landes zur Sowjetunion.[44] In der Zwischenzeit steigerte die KPCh ihre Bemühungen zur Einflussnahme auf die PKI, die zu dieser Zeit die größte nicht regierende kommunistische Partei der Welt war. Nach ihrer fast völligen Zerstörung während der Madiun-Affäre im Jahr 1948[45] richtete die PKI unter ihrem neuen Führer, Generalsekretär D. N. Aidit, den Fokus auf die Unterstützung eines friedlichen und parlamentarischen Weges zur Macht.

Auf dem 22. Parteitag der KPdSU im Oktober 1961 wandte sich die PKI gegen Chruščëvs Kritik an Albaniens Führer Enver Hoxha. Auf dem Rückweg nach Indonesien machten Aidit und die indonesische Delegation in Peking Station, wo Mao lange Gespräche mit der Delegation führte. Zu Beginn eines Treffens wies Mao darauf hin: »Auf dem 22. Parteitag der KPdSU wurde nicht über den Aufbau des Sozialismus diskutiert. Auf der Tagesordnung stand hauptsächlich der Antistalinismus, der Kampf gegen die sogenannte Antiparteienclique, gegen Albanien und gegen China.« Aidit berichtete Mao, dass er Chruščëv bei seinem Treffen mit der KPdSU-Delegation ausdrücklich gesagt habe, »dass wir die Denunziation der Albaner durch sowjetische Genossen nicht unterstützen«. Angeblich erzählte Aidit Chruščëv auch, dass »Stalin dem indonesischen Volk nie etwas Schlechtes angetan hat und das indonesische Volk immer noch große Zuneigung zu Stalin hegt«. Um die Position der PKI zu demonstrieren, führte Aidit die indonesische Delegation zur Kranzniederlegung in Lenins und Stalins Mausoleum.[46]

Obwohl die KPCh die Reaktion der PKI auf den 22. KPdSU-Parteitag mit Erleichterung zur Kenntnis nahm, war Aidit laut dem chinesischen Bericht »sehr verwundert« über das neue Parteiprogramm der KPdSU zu Themen wie »Staat des ganzen Volkes« und »Partei des ganzen Volkes« sowie über die Meinungsverschiedenheiten zwischen der KPCh und der KPdSU.[47] Zu dieser Zeit bestand das Hauptanliegen Aidits darin, im Konflikt zwischen der KPCh und der KPdSU zu vermitteln und die Einheit in der internationalen kommunistischen Bewegung aufrechtzuerhalten. Als die KPCh die Strategie vorschlug, »eine Führungsposition im Kampf gegen die revisionistischen Länder zu übernehmen« und »die Entwicklung linker Kräfte aktiv zu unterstützen und die marxistisch-leninistischen Gruppen zu konsolidieren und zu stärken«,[48] versuchte sie, die PKI für sich zu gewinnen, sodass sie fest im linken Lager stünde.

Ende 1961 kam es zwischen Indonesien und den Niederlanden zu militärischen Konflikten um West-Irian. Um zu verhindern, dass Indonesien sich vollständig dem Ostblock zuwende, übten die Vereinigten Staaten diplomatischen Druck auf die Niederländer aus, was die Niederlande und Indonesien im August 1962 zur friedlichen Lösung der West-Irian-Frage veranlasste. Die politische Lösung der West-Irian-Frage unterdrückte den wachsenden sowjetischen Einfluss in Indonesien[49] und half in Wirklichkeit China, das zu dieser Zeit über weniger Einfluss in Indonesien verfügte, weil es viel geringere wirtschaftliche und militärische Hilfe als die Sowjets bot. Die Erholung von den durch die indonesische Ausgrenzung der chinesischen Minderheit verursachten Schäden trug ebenfalls zur Stabilisierung der chinesisch-indonesischen Beziehungen bei. Dies schuf nicht nur günstige Bedingungen für verbesserte Beziehungen, sondern ermöglichte auch eine engere Zusammenarbeit zwischen der KPCh und der PKI in ihren antiimperialistischen und antikolonialen Kämpfen.

Weil die KPCh versuchte, die PKI mit ihrer langjährigen Erfahrung in der chinesischen Revolution zu indoktrinieren, verbesserte sich die Position der KPCh gegenüber der PKI stetig. Beim Treffen mit einer PKI-Delegation unter Leitung des Politbüromitglieds Jusuf Adjitorop konzentrierte sich Mao auf die Frage der Einheitsfront und die Mobilisierung der Bauern. Er betonte: »Die Bauernfrage ist sehr wichtig. Wer das Bauernproblem lösen kann, wird gewinnen. Die Kapitalisten werden es nicht lösen können.« Mao ermutigte die Mitglieder der indonesischen Delegation, »unaufhörlich zu kämpfen! Alle Schwierigkeiten zu überwinden! In der Revolution erfolgreich zu sein!«. Darauf erwiderten Mitglieder der Delegation: »Wir versprechen, dass wir den Erwartungen des Vorsitzenden Mao gerecht werden.«[50]

Am 3. September 1963 traf sich Mao mit Aidit in Peking. Als Mao fragte, ob China und die Sowjetunion einen gemeinsamen Feind hätten, antwortete Aidit: »Die Sowjetunion ist mit unserem Hauptfeind befreundet.« Aidit wiederholte die Ansicht der PKI, dass der US-Imperialismus den niederländischen Imperialismus als Hauptgegner in Indonesiens antiimperialistischem Kampf abgelöst habe. In einer Diskussion über die historischen Erfahrungen der KPCh merkte Mao an: »Wir Kommunisten sollten auf einen Krieg vorbereitet sein.« Aufgrund der Erfahrungen der KPCh warnte Mao Aidit, dass er wachsam sein solle, was die Möglichkeit eines Krieges der Kapitalisten gegen die Kommunisten angehe.[51]

Obwohl die PKI in dieser Zeit die Einheitsfrontpolitik realisiert hatte und eine Rolle in Sukarnos NASAKOM-Kabinett spielte,[52] war ihr ultimatives Ziel, die politische Macht zu ergreifen. Die Führer der PKI begannen den Warnungen Maos und der KPCh und den Möglichkeiten eines bewaffneten Kampfes der PKI größere Aufmerksamkeit zu schenken. Offensichtlich war die KPCh in dieser Hinsicht der einzige überzeugte Unterstützer der PKI. Im Gegenzug erklärte Aidit am Ende seiner China-Reise: »Eine fundamentale Garantie für die indonesische Revolution und die Weltrevolution ist die Haltung der PKI gegenüber der internationalen kommunistischen Bewegung. […] Ich halte es für wichtig zu wiederholen, dass die PKI unbeirrbar auf der Seite des Marxismus-Leninismus stehen und sich dem Revisionismus entgegenstellen wird.«[53]

Nach der Absetzung Chruščëvs sagte Aidit am 17. und 24. Oktober 1964, der Sturz Chruščëvs sei eine gute Sache für die KPdSU und die internationale kommunistische Bewegung. Bei einer Kundgebung zum 47. Jahrestag der Oktoberrevolution betonte er: »Die KPdSU sollte die Programme des 20., 21. und 22. Parteitags revidieren.« Im Einklang mit der KPCh erklärte Aidit, die KPdSU »muss die Internationale Konferenz der Kommunistischen und Arbeiterparteien aufschieben«, die im Dezember stattfinden sollte.[54]

Zu dieser Zeit nahm der Einfluss der PKI sowie der linken Kräfte in Indonesien stetig zu. Die Bauernbewegung, die Arbeiterbewegung und die Jugendorganisation waren alle am antiimperialistischen Kampf beteiligt. Bei einer Massenkundgebung zur Feier des indonesischen Jugendfestivals Ende Oktober schlug der Präsident der Indonesischen Jugendfront die Beseitigung »aller Formen imperialistischen Kultureinflusses« vor. Er verlangte sogar die Schließung des Büros der United States Information Agency in Indonesien. Sukarnos antiamerikanische Gefühle wuchsen. Auf der Kundgebung appellierte er an die indonesische Jugend, »Imperialismus und Neokolonialismus zu zerschlagen«.[55] Mit Sukarnos fortwährender Linkswendung in der Außen- und Innenpolitik wurde die politische Situation Indonesiens sehr angespannt und instabil. Rechte Kräfte, einschließlich der Militärs, Nationalisten und islamischer Gruppen, suchten aktiv nach Unterstützung westlicher Länder wie den Vereinigten Staaten und Großbritannien.[56] Gerüchte über Sukarnos Gesundheit oder gar seine mögliche Ermordung verschärften den politischen Konflikt zwischen der indonesischen Armee und der PKI für die Zeit nach Sukarno.[57] Es war jederzeit ein Staatsstreich möglich. Doch ohne Sukarnos politische Unterstützung würde die indonesische Armee die PKI eliminieren. So bereitete sich die PKI mit Unterstützung der KPCh bis 1965 darauf vor, die politische Macht mit Gewalt zu ergreifen.

 

 6. Fazit

Auf der Grundlage der traditionellen Praktiken der internationalen Beziehungen ist die Leichtigkeit, mit der viele kleine Länder ihr Eigeninteresse bei den Großmächten maximieren konnten, nicht überraschend. Jedoch war es für die zwischen den beiden Großmächten stehende Demokratische Republik Vietnam offensichtlich komplizierter, solche Beziehungen zu pflegen. Wegen der ideologischen Interessenkonflikte unter den Kommunisten, gepaart mit den objektiven Anforderungen der sich ständig verändernden Situation in Indochina, erkannten die Führer der PdWV schon früh, dass eine realistischere Haltung nötig war, um mit der chinesisch-sowjetischen Spaltung umzugehen. Nach dem 3. Parteitag der PdWV 1960 begünstigten Generalsekretär Le Duan und andere Führer, die weniger idealistisch als Ho Chi Minh waren, die Neutralität Nordvietnams im chinesisch-sowjetischen Konflikt.

Obwohl sich die PdWV in dieser Zeit einmal der KPCh zugewandt hatte, als die Wahrscheinlichkeit einer US-Intervention wuchs und China und die Sowjetunion sich nicht einig waren, kehrte die PdWV zu ihrem früheren Ausgleichsspiel zurück. In diesem Prozess waren die ideologischen Banner des Antiimperialismus und Antirevisionismus der Schlüssel zum Erfolg der PdWV im Wechsel zwischen China und der Sowjetunion zum optimalen Nutzen Hanois. Mit anderen Worten, im Zuge des Umgangs mit Bruderparteien und Bruderländern wurden die PdWV-Führer immer besser darin, aus den inneren Unruhen in der internationalen kommunistischen Bewegung den größten Nutzen zu ziehen. Sie beharrten auf ihrem Kampf gegen den Imperialismus, während sie auf eine Chance warteten, den Revisionismus zu bekämpfen, um sicherzustellen, dass ihre ideologische Position die chinesische oder sowjetische Hilfe für Vietnam nicht beeinträchtigte.

Auch Kim Il-sung war geschickt darin, zwischen China und der Sowjetunion zu balancieren, während er gleichzeitig beträchtliche wirtschaftliche Hilfe von beiden erhielt. Das herausragendste Beispiel dafür war Kims Fähigkeit, im Juli 1961 fast gleichzeitig Bündnisverträge mit der Sowjetunion und China zu sichern. Als Chruščëv 1962 beschloss, die gesamte sowjetische Hilfe für Nordkorea auszusetzen, trat Kim sofort auf die Seite Pekings im Kampf gegen den »sowjetischen Revisionismus«. Tatsächlich brauchte China in dieser Zeit die politische Unterstützung der DVRK, seit Mao die Führungsposition in der internationalen kommunistischen Bewegung anstrebte. So intensivierte Peking seine Wirtschaftshilfe für Pjöngjang und machte große territoriale Zugeständnisse und Konzessionen in der grenzüberschreitenden Migration nach Nordkorea. Doch nach dem Sturz Chruščëvs verbesserten sich die sowjetisch-nordkoreanischen Beziehungen allmählich. Kim Il-sung war eindeutig ein pragmatischer Politiker und ein gewitzter Diplomat. Zwischen 1965 und 1969 war er nicht bereit, Peking in der internationalen kommunistischen Bewegung zu folgen oder Chinas antisowjetische Position zu unterstützen. Er blieb daher näher an Moskau als an Peking.

Nachdem die Differenzen zwischen der KPCh und der KPdSU in den frühen 1960er-Jahren offen zutage traten, entschieden sich sowohl die Kommunistische Partei Japans als auch die KP Indonesiens, sich auf die Seite der KPCh zu stellen. Sie wurden deshalb von Mao hoch gelobt, der sie als große kommunistische Parteien inmitten der wichtigsten kapitalistischen Länder betrachtete. Bei verschiedenen Treffen mit Delegationen der KPJ wiederholte Mao: »Wenn in der chinesischen Führung eine Person vom Typ Chruščëvs, die eine kapitalistische Linie führt, gefunden wird«, würde China sich in seinem Widerstand gegen den Kapitalismus »auf seine zahlreichen Parteimitglieder und die Massen verlassen«. Laut dem Politbüromitglied der japanischen KP Hakamada waren die KPJ und die PKI in dieser Zeit auch »sehr freundlich« zueinander.[58] Obwohl die KPJ die Ansichten der KPCh in Bezug auf das Atomtestverbot und den sowjetischen Revisionismus teilte, lehnte sie die Einmischung der KPdSU in ihre inneren Angelegenheiten ab und bemühte sich, der chinesischen Linie nicht blind zu folgen. Im Gegensatz dazu war dies bei der Kommunistischen Partei Indonesiens nicht der Fall.

Als die neue sowjetische Führung unter Brežnev und Kosygin die sowjetische Außenpolitik neu justierte, indem sie ihre militärische Hilfe für Vietnam erhöhte und aktiv die antiimperialistischen und antikolonialen nationalen Befreiungsbewegungen unterstützte, waren die Linken in der internationalen kommunistischen Bewegung aus Sicht der KPCh »in gewissem Maße schwankend«. Die PdWV wollte sich beispielsweise im Kampf gegen den US-Imperialismus »mit den Sowjetrevisionisten verbünden«. Die PdAK stand »näher bei den Sowjets und kälter uns gegenüber [der KPCh]«. Die PKI »ist die Beste, sie zeigt eine unerschütterliche Haltung gegen den Revisionismus«.[59] Mao und die KPCh hofften inständig, dass die PKI von der chinesischen revolutionären Erfahrung lernen und sie in Indonesien wiederholen würde. Die PKI, insbesondere ihr Führer Aidit, tendierte zur chinesischen Strategie der politischen Machtübernahme durch die bewaffnete Revolution. Am 5. August 1965 besuchte die PKI-Delegation unter Leitung ihres Generalsekretärs Peking. Die Ratschläge Maos und der KPCh an die PKI beeinflussten die Entscheidung Aidits, sich am 30. September an dem Putsch zu beteiligen, der für die PKI in der Katastrophe endete.[60]

 


[1]

CIA Intelligence Report, The Sino-Soviet Struggle in the World Communist Movement since Khrushchev’s Fall, Part I, September 1967, ESAU XXXVI, S. 1, in: www.cia.gov/library/readingroom/docs/esau-33.pdf, ges. am 12.

August 2016.

[2] Für eine detaillierte Diskussion dieses Problems siehe Li Danhui: Reconsidering China’s Policy in Resolving the Indochina Issue at the Geneva Conference, in: Zhonggong dangshi yanjiu [Zeitschrift zur Geschichte der Chinesischen Kommunistischen Partei] (2013), Nr. 8, S. 27‒41. 
[3] Guo Ming (Hg.): Zhong Yue guanxi yanbian sishinian [Vierzig Jahre Entwicklung der chinesisch-vietnamesischen Beziehungen], Nanning 1992, S. 66.  

[4] Forschungsinstitut des Verteidigungsministeriums Vietnams (Hg.): Yuenan renminjun lishi [Eine Geschichte der Vietnamesischen Volksarmee], Bd. 2, Nanning 1991, S. 43.

[5] Interne Berichte, Stiftung für strategische Forschung, Zentrale des Generalstabs der Volksbefreiungsarmee [Zongcan zhanlüe jijinhui], private Sammlung des Autors.

[6] Forschungsinstitut des Verteidigungministeriums Vietnams (Hg.): Yuenan renminjun lishi (Anm. 4), S. 67 f.; Wang Taiping (Hg.): Zhonghua renmin gongheguo waijiaoshi, 1957–1969 [Diplomatische Geschichte der Volksrepublik China, 1957–1969], Bd. 2, Beijing 1998, S. 33.

[7] Bericht des sowjetischen Botschafters in Vietnam über Entwicklungen in Vietnam nach der Moskauer Konferenz von 1960, 17. Oktober 1960, Archiv Vnešnej Politiki Rossijskoj Federacii/Archiv für Außenpolitik der Russischen Föderation (im Folgenden: AVPRF), f. 079, op. 16, p. 31, d. 3, l. 35‒57; Außenministerium der Sowjetunion, Südostasiatische Abteilung: Bericht zur Lage in Südvietnam, 22. Dezember 1961, AVPRF, f. 079, op. 16, p. 32, d. 20, l. 102‒8; Kusnezov an Ponomarev: Bericht über sowjetische Hilfe für nationale Befreiungsbewegungen, 23. September 1963, Rossijskij Gosudarstvennyj Archiv Novejšej Istorii/Russisches Staatsarchiv für Neuere Geschichte (im Folgenden: RGANI), f. 5, op. 30, d. 423, l. 18‒20. Siehe auch Ilya V. Gaiduk: The Soviet Union and the Vietnam War, Chicago 1996, S. 9‒11.
[8] Zhonggong Zhongyang Wenxian Yanjiushi [Forschungsabteilung für Parteidokumente des Zentralkomitees der KPCh] (Hg.): Deng Xiaoping nianpu, 1904‒1974 [Chronik von Deng Xiaoping, 1904‒1974], Beijing 2009, S. 1800 f.; Büro für Wirtschaftsbeziehungen mit dem Ausland und Ministerium für Außenhandel, Bericht über Verhandlungen mit der vietnamesischen Wirtschaftsdelegation, 10. Juli 1965, Archiv des Chinesischen Außenministeriums (im Folgenden: AChA), Nr. 106-01295-03, S. 16, 20.
[9] Truth About Vietnam-China Relations, S. 40, zitiert in Gaiduk: The Soviet Union and the Vietnam War (Anm. 7), S. 16, 257n31. Dieses Pamphlet wurde 1979 veröffentlicht, als sich die chinesisch-vietnamesischen Beziehungen bereits dramatisch verschlechtert hatten. Die vietnamesische Behauptung kann mit den derzeit verfügbaren chinesischen Quellen nicht bestätigt werden.

[10] Deng Xiaoping nianpu, 1904‒1974 (Anm. 8), S. 1801.

[11] Chinesisch-vietnamesische Beziehungen in den letzten fünf Monaten (April bis August 1964), 10. September 1964, AChA, Nr. 106-01175-01, S. 26.

[12] Aktennotiz über das Gespräch Mao Zedongs mit Van Tien Dung u. a., 24. Juni 1964; Zhonggong Zhongyang Wenxian Yanjiushi (Hg.): Zhou Enlai nianpu, 1949–1976 [Chronik von Zhou Enlai, 1949–1976], Beijing 1997, Bd. 2, S. 655.

[13] Telegramm, Chinesische Botschaft in Vietnam an das Außenministerium und das Department für Internationale Beziehungen: Antworten auf den Sturz des Revisionisten Chruščëv, Nr. 6, 21. Oktober 1964, AChA, Nr. 109-03518-06, S. 93; Telegramm, Chinesische Botschaft in Vietnam an das Außenministerium: Antworten auf den Sturz des Revisionisten Chruščëv, Nr. 9, 24. Oktober 1964, AChA, Nr. 109-03518-06, S. 97; Telegramm, Chinesische Botschaft in Vietnam an das Department für Internationale Beziehungen und das Außenministerium: Antworten Vietnams auf den Sturz des Revisionisten Chruščëv, Nr. 1, 16. Oktober 1964, AChA, Nr. 109-03518-06, S. 80.

[14] Ebd., S. 79; Telegramm, Chinesische Botschaft in Vietnam an das Außenministerium und das Department für Internationale Beziehungen: Antworten auf den Sturz des Revisionisten Chruščëv, Nr. 6, 21. Oktober 1964, AChA, Nr. 109-03518-06, S. 93.

[15] Telegramm, Chinesische Botschaft in Vietnam an das Außenministerium und das Department für Internationale Beziehungen: Antworten auf den Sturz des Revisionisten Chruščëv, Nr. 11, 27. Oktober 1964, AChA, Nr. 109-02679-01, S. 9 f.; Telegramm, Chinesische Botschaft in Vietnam an das Außenministerium und das Department für Internationale Beziehungen: Premierminister Pham Van Dong wird eine Partei- und Regierungsdelegation in der Sowjetunion leiten, 1. November 1964, AChA, Nr. 106-01161-03, S. 107; Telegramm, Chinesische Botschaft in Vietnam an das Außenministerium und das Department für Internationale Beziehungen: Vietnam hat beschlossen, eine Delegation in die Sowjetunion zu entsenden, um an den Feiern zur Oktoberrevolution teilzunehmen, 2. November 1964, AChA, Nr. 106-01161-03, S. 111 f.
[16] Für eine ausführliche Untersuchung der chinesisch-nordkoreanischen Beziehungen 1949–1956 siehe Zhihua Shen/Yafeng Xia: A Misunderstood Friendship: Mao Zedong, Kim Il-Sung and Sino-North Korean Relations, 1949–1976, New York 2018, Kap. 1‒3.

[17] AChA, Nr. 109-03222-07, S. 145.

[18] AChA, Nr. 106-00645-01, S. 97 f.

[19] Balázs Szalontai: »You Have No Political Line of Your Own«: Kim Il Sung and the Soviets, 1953–1964, in: Cold War International History Project Bulletin, 14‒15 (2003/2004), S. 87–103, hier S. 96.

[20] Für eine umfassende Untersuchung der chinesischen Politik gegenüber der koreanischen grenzüberschreitenden Migration von 1950 bis 1962 siehe Zhihua Shen/Yafeng Xia: Chinese-North Korean Relations and China’s Policy toward Korean Cross-Border Migration, 1950‒1962, in: Journal of Cold War Studies 16 (2014), Nr. 4, S. 1‒26. Für eine detaillierte Studie des chinesisch-nordkoreanischen Grenzproblems während dieser Zeit siehe Zhihua Shen/Yafeng Xia: Contested Border: A Historical Investigation into the Sino-Korean Border Issue, 1950‒1964, in: Asian Perspective 37 (JanuaryMarch 2013), Nr. 1, S. 1‒30.

[21] AChA, Nr. 106-01129-09, S. 93‒96.

[22] Kim Il-sung: Works, Bd. 16, Pjöngjang 1984, S. 140‒143. 

[23] Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten der DDR, Außereuropäische Abteilung, Sektion Korea, »Der Einfluss der Chinesischen Kommunistischen Partei auf die Politik der PdAK« 4. August 1963; Botschaft der DDR in der Demokratischen Volksrepublik Korea, »Ihre Information über den Einfluss der Chinesischen Kommunistischen Partei auf die Politik der PdAK«, 28. Mai 1963, Politisches Archiv des Auswärtigen Amts, Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten der DDR, A 7174.

[24] CIA Intelligence Report, The Sino-Soviet Struggle in the World Communist Movement since Khrushchev’s Fall, Part I, ESAU XXXIV, S. 36 f., in:

archive.org/stream/ESAU-CIA/The%20Sino-Soviet%20Struggle%20in%20the%20World%20Communist%20Movement%20Since%20Khrushchev's%20Fall%20(Part%201)_djvu.txt, ges. am

12. August 2016.

[25] Gesprächsprotokoll, Mao Zedong und Kim Il-sung, 8. November 1964, private Sammlung des Autors.

[26] Rodong sinmun, 3. Dezember 1964.

[27] CIA Intelligence Report, ESAU XXXIV (Anm. 24), S. 38.

[28] Riben Gongchandang Zhongyang Weiyuanhui [Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Japans] (Hg.): Riben gongchandang liushinian, 1922–1982 [Sechzig Jahre Kommunistische Partei Japans, 1922–1982], Beijing 1986, S. 238 f., 241, 852.

[29] Gesprächsprotokoll, Mao Zedongs Gespräch mit KPJ-Politbüromitglied Kikunami Katsumi, 5. Januar 1964.
[30] Mao Zedong: There are Two Intermediate Zones, 28. September 1963, in: Zhonghua Renmin Gongheguo Waijiaobu/Zhonggong Zhongyang Wenxian Yanjiushi [Ministerium für Außenpolitik der Volksrepublik China/Literaturforschungsbüro des Zentralkomitees der KP China] (Hg.); Mao Zedong waijiao wenxuan [Ausgewählte Diplomatische Arbeiten von Mao Zedong], Beijing 1994, S. 506 f. 

[31] Gesprächsprotokoll, Mao Zedong und KPJ-Politbüromitglied Kikunami Katsumi, 5. Januar 1964.

[32] Gesprächsprotokoll, Mao Zedong und KPJ-Generalsekretär Miyamoto, 13. September 1964; Riben Gongchandang Zhongyang Weiyuanhui (Hg.): Riben gongchandang liushinian (Anm. 28), S. 233.

[33] Ebd.

[34] Ponomarevs Bemerkungen im ZK der KPdSU (Entwurf): Antisowjetische Reden der KPCh-Führer, Dezember 1963, RGANI, f. 2, op. 1, d. 665, l. 12–19.

[35] Riben Gongchandang Zhongyang Weiyuanhui (Hg.): Riben gongchandang liushinian (Anm. 28), S. 853; Gesprächsprotokoll, Mao Zedongs zweites Treffen mit der KPJ-Delegation, 10. April 1964.

[36] Antwort des Zentralkomitees der KPJ auf das Schreiben der KPdSU vom 18. April 1964, Teil 2, in: Renmin ribao, 13. September 1964, S. 4; Antwort des Zentralkomitees der KPJ auf das Schreiben der KPdSU vom 18. April 1964, Teil 3, in: Renmin ribao, 13. September 1964, S. 5; Riben Gongchandang Zhongyang Weiyuanhui (Hg.): Riben gongchandang liushinian (Anm. 28), S. 242.

[37] Ebd., S. 233 f., 854.

[38] Sudarikovs Bericht zu Fragen der Entwicklung und Verbesserung der Beziehungen zu den fernöstlichen Ländern, 21. Oktober 1964, AVPRF, f. 0100, op. 57, S. 510, l. 209–216; Stenografische Aufzeichnungen der Sitzungen des Zentralkomitees der KPdSU: Ergebnisse der Gespräche mit den Bruderparteien, 16. November 1964, RGANI, f. 2, op. 1, d. 762, l. 1–133; Brežnevs Rede vor dem Plenum des ZK der KPdSU: Bericht über die Gespräche mit der KPCh-Delegation, 14. November 1964, RGANI, f. 2, op. 1, d. 758, l. 9–18; RGANI, f. 2, op. 1, d. 6326, l. 3–20.

[39] CIA Intelligence Report, The Disintegration of Japanese Communist Relations with Peking, 28. Dezember 1966, EASU XXXIII, S. 9, in:

www.cia.gov/library/readingroom/document/5077054e993247d4d82b6a9e, ges. am

3. November 2017.

[40] Renmin ribao vom 25. August 1965, S. 4; 27. August 1965, S. 1.

[41] Ebd., 27. Dezember 1965, S. 5; Gesprächsprotokoll, Mao Zedong und die Leiter der japanischen Delegationen, die am Freundschaftstreffen der chinesisch-japanischen Jugend teilnahmen, und andere japanische Freunde, 25. November 1965.

[42] CIA Special Report, China’s Growing Isolation in the Communist Movement, 5. August 1966, DDRS,

CK 3100374938-CK 3100374947, in: www.cia.gov/library/readingroom/docs/CIA-RDP79T00827A000400030006-5.pdf, ges. am 3. November 2017.

[43] Über wirtschaftliche und militärische Hilfe für Indonesien aus der Sowjetunion und China siehe David Mozingo: China’s Policy toward Indonesia, 1947–1967, Ithaca 1976, S. 184 f.; Zhou Taomo: Political Vortex of the Overseas Chinese Issue, in: Lengzhan guojishi yanjiu [Internationale Historische Studien zum Kalten Krieg], (Winter 2010), Nr. 9, S. 169–172; Wang (Hg.): Zhonghua renmin gongheguo waijiaoshi (Anm. 6), S. 58 f.

[44] Pravda, 11. Juni 1962; D. N. Aidit: Shiyue geming, aiguozhuyi he guojizhuyi (1962 nian 11 yue 12 ri) [Die Oktoberrevolution, Patriotismus und Internationalismus, 12. November 1962], Beijing 1963, S. 9; Chinese Embassy in Indonesia (Hg.): The PKI’s General Trends of Affair, (March 1962), Nr. 2, AChA, Nr. 105-00980-02.

[45] Die Madiun-Affäre war eine kommunistische Rebellion gegen die Hatta-Sukarno-Regierung Indonesiens im September 1948. Sie begann in Madiun, einer Stadt in Ost-Java. Die PKI, die von den Holländern nach den Aufständen 1926/27 für illegal erklärt worden war, wurde am 21. Oktober 1945 offiziell neu gegründet. Im Januar 1948 wurde die linke indonesische Regierung durch Mohammad Hattas Regierung abgelöst, die die Guerilla-Einheiten unter kommunistischer Kontrolle demobilisieren wollte. Die PKI förderte die Bildung einer kommunistischen nationalen Front und empfahl den bewaffneten Einheiten, Hattas Demobilisierungspläne anzufechten. Während die kommunistischen Führer auf einer Propagandatour waren, ergriff am 18. September 1948 ein örtlicher kommunistischer Befehlshaber die Initiative, die Macht in Madiun zu übernehmen. Die überraschten kommunistischen Führer waren von ihrer eigenen Propaganda gefangen und hatten keine Alternative, als die Rebellion zu unterstützen. Die Hatta-Sukarno-Regierung ergriff entschiedene Maßnahmen, und die Rebellion wurde innerhalb von drei Monaten niedergeschlagen, wobei die meisten PKI-Führer entweder getötet oder inhaftiert wurden. Für eine detaillierte Studie siehe Rudi Kreutzer: The Madiun Affair: Hatta’s Betrayal of Indonesia’s First Revolution, (= Occasional Paper, South East Asian Studies Committee, James Cook University of North Queensland, Bd. 10), Townsville 1981.

[46] Deng Xiaoping nianpu, 1904–1974 (Anm. 8), Bd. 3, S. 1670; Gesprächsprotokoll, Mao Zedong und PKI-Generalsekretär Aidit, 17. Juni 1961.

[47] Gesprächsprotokoll, Mao Zedong und PKI-Generalsekretär Aidit, 16. Juni 1961.

[48] Hauptpunkte für die Einsendung zur 6. Nationalen Konferenz für Auswärtige Angelegenheiten, Februar 1963, Changchun Munizipalarchiv, 1/1-16/53, S. 24.

[49] Siehe Sun Liping: Dual Contradictions: Analyzing Indonesian Relations with the United States, 19491966, in: Shixue jikan [Gesammelte Beiträge zur historischen Forschung] (2007), Nr. 2, S. 90–96.

[50] Gesprächsprotokoll, Mao Zedong und Adjitorop u. a., 30. November 1962.

[51] Gesprächsprotokoll, Mao Zedong und Aidit, 3. September 1963.

[52] Das NASAKOM-Kabinett bestand aus nationalistischen, religiösen und kommunistischen Kräften, die laut Sukarno die drei Säulen der indonesischen Revolution darstellten. Siehe Sheldon W. Simon: The Broken Triangle: Peking, Djakarta, and the PKI, Baltimore, MD 1969, S. 75.
[53] D. N. Aidit: Yindunixiya geming he Yindunixiya gongchandang de poqie renwu [Die indonesische Revolution und die dringende Aufgabe der indonesischen Kommunisten], Beijing 1964, S. 85 f., 90.

[54] Renmin ribao, 2. November 1964, S. 3; 21. November 1964, S. 4.

[55] Ebd., 31. Oktober 1964, S. 3.

[56] Telegramm, Yao Zhongming an das Außenministerium: Zur Lage in Indonesien, 31. Oktober 1964, AChA, Nr. 105-01233-06, S. 73 f.

[57] AChA, 8. November 1964, Nr. 105-01233-06, S. 76; 17. Dezember 1964, Nr. 105-01233-06, S. 77; 4. November 1964, Nr. 105-01233-06, S. 75.

[58] Gesprächsprotokoll, Mao Zedong und Hakamada Satomi, 6. Januar 1963; Gesprächsprotokoll, Mao Zedong und KPJ- Politbüromitglied Kikunami Katsumi, 5. Januar 1964; Gesprächsprotokoll, Mao Zedongs zweites Treffen mit der KPJ-Delegation, 10. April 1964.

[59] Zweite Rede des Genossen Zhang Yan über die Durchführung der Anweisungen des Vorsitzenden Mao und des Zentralkomitees der KP Chinas, 2. September 1965, Munizipalarchiv Changchun, 1/1-18/42, S. 73 f..
[60] Gesprächsprotokoll, Mao Zedong und die von Aidit geleitete PKI-Delegation, 5. August 1965. Chinesische Quellen zeigen, dass Mao und andere KPCh-Führer Aidit ermutigten, mit bewaffneter Gewalt die politische Macht in Indonesien zu ergreifen. Laut einer CIA-Studie hatten die PKI und die Chinesen Präsident Sukarno unter Druck gesetzt, eine Ausbildung der Bauern und Arbeiter an Kleinwaffen in Indonesien zu beginnen. Es gab auch einige geheime chinesische Waffenlieferungen an Sukarnos linke Luftwaffe. Siehe CIA Intelligence Report, The Sino-Soviet Struggle in the World Communist Movement since Khrushchev’s Fall, Part II, ESAU XXXV, S. 45, in: www.cia.gov/library/readingroom/docs/esau-34.pdf, ges. am 12. August 2016. Inwieweit die PKI an dem Staatsstreich vom 30. September 1965 beteiligt war, wird noch diskutiert, siehe etwa John Roosa: Pretext for Mass Murder: The September 30th Movement & Suharto’s Coup D’État in Indonesia, Madison 2006, S. 65. oder Gao Yanjie/Wang Shiyuan: A Study on the Rise and Fall of the Indonesian Communist Party, in: Dangdai shije yu shehuizhuyi [Zeitgenössische Welt & Sozialismus] (2017), Nr. 4, S. 73 f. 

Kurzbiografie

Abstract

Copyright:

Eventuell enthaltenes Bildmaterial kann aus urheberrechtlichen Gründen in der Online-Ausgabe des JHK nicht angezeigt werden. Ob dieser Beitrag Bilder enthält, entnehmen Sie bitte dem PDF-Dokument.