Als einzige Regionalhauptstadt Italiens hatte Bologna von 1945 bis zum Ende der Kommunistischen Partei im Jahr 1991 durchgehend einen kommunistischen Bürgermeister. Durch sehr unterschiedliche historische Phasen hindurch gelang es dem Partito Communista Italiano (PCI, Kommunistische Partei Italiens), sich stets ein hohes Maß an Zustimmung in der Stadt zu sichern. Bei den ersten demokratischen Wahlen 1946 erhielt die Partei 38 Prozent der Stimmen, in den 1950er-Jahren überschritt sie 40 Prozent, in den 1960er-Jahren lag sie bei 45 Prozent und bei den Wahlen 1975 erreichte sie fast 50 Prozent der Stimmen. Danach begann der Niedergang des italienischen Kommunismus, der allerdings in Städten wie Bologna nicht so stark war wie in anderen: Bei den Wahlen 1990 erreichten die Kommunisten immer noch 39 Prozent Zustimmung und damit ebenso viel wie auf dem Höhepunkt ihrer Popularität als führende Kraft bei der Befreiung der Stadt von der faschistischen Herrschaft im Jahr 1944. Dieses Ereignis sollte fortan für die lokale Erinnerungskultur zentral sein und wurde als Liberazione erinnert.
Die Geschichte der kommunistischen Vorherrschaft in der Stadt kann in drei Phasen unterteilt werden:
- Die erste Phase reichte von der Befreiung bis zum Ende der 1950er-Jahre, als Bologna Hauptstadt einer Region war, die sich im Übergang von der Landwirtschaft zur Industrie befand und deren Gesellschaftsstruktur sich rasch veränderte. In dieser Phase gehörte die Führungsschicht der Partei der »ersten Generation« an, d. h. derjenigen, die zwischen dem Ersten Weltkrieg und den 1920er-Jahren politisch aktiv geworden und dann im antifaschistischen Kampf engagiert gewesen war, die im Untergrund zwischen dem ausländischen Zentrum Paris (centro estero)[1] und Moskau agiert sowie am Spanischen Bürgerkrieg und der Resistenza teilgenommen hatte.
- Die zweite Phase erstreckte sich von den späten 1950er-Jahren bis Mitte der 1970er-Jahre, als die Partei die außerordentliche wirtschaftliche Entwicklung der Region begleitete, für eine neue Wohlfahrtspolitik eintrat und ihre soziale Basis verbreitern konnte, indem sie auch immer mehr Wählerinnen und Wähler aus der Mittelschicht ansprach. In dieser Phase übernahm eine neue Führungsschicht, die zur Zeit der Resistenza in die Partei eingetreten und in der Nachkriegszeit im Rahmen des »partito nuovo« (der »neuen Partei«) ausgebildet worden war.
- Die dritte Phase reichte von den 1970er-Jahren bis 1991. Zu Beginn war sie durch die Wirtschaftskrise sowie starke soziale und generationelle Konflikte gekennzeichnet. Diese wurden in den 1980er-Jahren unter dem Banner eines neuen Entwicklungsmodells, das auf Wissensökonomie, Konsum und der Weltmarktstellung einer hochspezialisierten Industrie beruhte, teilweise beigelegt. In dieser letzten Phase ersetzte neues, nach 1968 ausgebildetes politisches Personal die Führungsschicht des PCI, die sich in der zweiten Phase herausgebildet hatte. Im Zuge dieses Wandels änderte die Partei ihre Haltung zur Geschlechter- und Bürgerrechtspolitik grundlegend.
Die kontinuierliche Regierungsmacht zwang den Bologneser PCI in all diesen Phasen zur Anpassung an unterschiedliche Situationen. Eine Fähigkeit, die von den Wählerinnen und Wählern geschätzt, aber auch von Gegnerinnen und Gegnern sowie internationalen Medien aller politischen Richtungen anerkannt wurde.[2]
In diesem Beitrag werde ich nur auf die erste Phase eingehen, die von der Befreiung des Faschismus bis Mitte der 1950er-Jahre reichte. Die historiografische Frage, der ich nachgehe, lautet: Wie konnte es dazu kommen, dass eine Führungsschicht von einigen wenigen weiblichen und mehrheitlich männlichen Berufsrevolutionären, die in der Illegalität ausgebildet worden waren und die dunkelsten Jahre des Stalinismus unerschüttert überstanden hatten, in der Lage war, eine effiziente Lokalregierung aufzubauen und in einem demokratischen Kontext breite Zustimmung zu gewinnen? Angesichts der anhaltenden Tendenz in der Geschichtsschreibung, die Kommunistische Partei in der Emilia-Romagna als »italienische Version« der europäischen Sozialdemokratie darzustellen, ist diese Frage durchaus relevant. Meiner Meinung nach entbehrt eine solche Sichtweise jeder historischen Grundlage. Die Kommunistinnen und Kommunisten in der Emilia-Romagna haben ihre eigene Geschichte, und wenn sie eine Reformpolitik verfolgten, die bisweilen derjenigen der Sozialdemokratien Nordeuropas ähnelte, geschah dies im Rahmen einer kommunistischen Vision, deren Ziel die Überwindung des Kapitalismus war. Es gab kein »kommunistisches Bad Godesberg«, weder in den 1950er-Jahren noch danach: Die Kommunistinnen und Kommunisten in der Emilia-Romagna wollten es nicht. Es gilt daher, die spezifische Sprache und das politische Konzept der Kommunistinnen und Kommunisten der Emilia-Romagna im Zusammenhang mit ihrer Reformpraxis und ihrem Beitrag zum Aufbau der italienischen Demokratie zu betrachten.
I. Die »neue Partei« in der Emilia-Romagna
Den Rahmen, in dem sich der Bologneser Kommunismus nach dem Zweiten Weltkrieg entwickeln sollte, legte Palmiro Togliatti bereits 1944 fest, nachdem er aus der Sowjetunion nach Italien zurückgekehrt war. Die Schlüsselbegriffe, die den neuen Kurs des italienischen Kommunismus bestimmen sollten, waren die der »neuen Partei« und der »progressiven Demokratie«. Togliatti beabsichtigte die Überwindung des leninistischen Parteimodells und den Aufbau einer neuen Partei auf einer breiten sozialen Mitgliederbasis, die über die Arbeiterklasse hinausging und sowohl die Bauernschaft als auch die städtischen Mittelschichten und die Intellektuellen einbezog. Sich die breite soziale Mobilisierung im Zusammenhang mit der Resistenza zunutze machend, sollte der PCI als politisches Instrument dienen, das die Überwindung des Faschismus zugunsten fortschrittlicher Formen der Massendemokratie gewährleisten würde.[3] Dies erforderte eine Reihe von Veränderungen, darunter auch den Wandel der politischen Kultur im Inneren der Partei: vom Paradigma des Berufsrevolutionärs, der Mitglied einer durch eine starre ideologische Orthodoxie zementierten Weltpartei war, hin zu dem einer in der nationalen Gesellschaft und Geschichte verwurzelten Partei, in der Mitglieder aus heterogenen kulturellen Kontexten ihren Platz finden konnten, einschließlich solcher, denen der Marxismus-Leninismus sehr fern lag, wie den Katholikinnen und Katholiken. Dieses neue Projekt musste jedoch von einer Partei getragen werden, deren Führungsschicht sich in der vorangegangenen historischen Phase herausgebildet hatte, was zweifellos einige Probleme mit sich brachte. Togliattis Programm hatte sowohl unmittelbare Auswirkungen – Eintritt in die Regierung, vorläufige Anerkennung der Monarchie, Beteiligung an der Ausarbeitung der neuen Verfassung – als auch langfristige, wie die Veränderung der politischen Kultur der italienischen Kommunistinnen und Kommunisten.[4] Damit ging die Aufgabe der revolutionären Perspektive einher – im Dienste der notwendigen Stabilisierung der internationalen Gleichgewichte, die Togliatti vor seiner Rückkehr nach Italien mit Stalin vereinbart hatte – und die Erschließung eines Terrains politischer Auseinandersetzung, das weit über die Errungenschaften der liberalen Demokratie hinausgehen sollte. Togliatti passte einige Vorschläge, die bereits in den 1930er-Jahren bei der Gründung der Volksfronten ausgearbeitet worden waren, an den Nachkriegskontext an, insbesondere die Idee einer Demokratie, die die Lebensbedingungen der Massen verbesserte. Die Kommunistische Partei sollte der wichtigste Förderer dieses italienischen Weges zum Sozialismus werden.
Togliatti war zweifellos eine charismatische Führungspersönlichkeit, die sich innerhalb der Partei großer Beliebtheit erfreute. In jenen Jahren war jedoch Pietro Secchia, ein hoch angesehener Parteifunktionär und Leiter der Parteiorganisation, ebenfalls ein wichtiger Bezugspunkt und eine treibende politische Kraft. Obwohl der Konflikt zwischen Togliatti und Secchia zwischen 1944 und 1954 als eine Art Doppelherrschaft dargestellt wurde, die eine mögliche politische Alternative aufzeigte, bin ich nicht der Meinung, dass diese beiden Persönlichkeiten eine politische Alternative verkörperten. Sicherlich verfolgten sie aber unterschiedliche politische Methoden: einerseits die Idee einer Massenpartei, die für unterschiedliche Einflüsse offen war und auf eine soziale und parlamentarische Stärkung des italienischen Kommunismus abzielte; andererseits die Idee einer Partei aktiver und straff organisierter Aktivistinnen und Aktivisten, die zu Mobilisierungen der Basis fähig waren, um die Schlagkraft der Partei in sozialen Konflikten innerhalb der Gesellschaft und in Opposition zur Regierung zu erhöhen. In einer Rede in Moskau im Jahr 1947, in der er der sowjetischen Führung die politische Situation Italiens erläuterte, hob Secchia die Schwäche der Partei hervor, die sich zu einer amorphen Masse entwickele, sich mit zahlenmäßigem Wachstum zufriedengebe und dabei die der bolschewikischen Tradition eigene Entschlossenheit und Wirksamkeit verliere.[5]
Obwohl es in der Partei keine internen Strömungen gab, ja weitgehend Geschlossenheit herrschte (wie vom demokratischen Zentralismus gefordert), machten sich verschiedene Auffassungen bemerkbar, die auf unterschiedliche politische Vorstellungen zurückzuführen waren und nicht ohne Spannungen zusammenwirkten. Diese Pluralität des Verständnisses kommunistischer Politik im Bologneser Kontext zeigte sich in den divergierenden politischen Stilen des Parteiapparats und der Stadtverwaltung. Es handelte sich beinahe um Parallelwelten, zwischen denen es in Bezug auf die politischen Vorstellungswelten, den Klassenhintergrund und die Sprache große Differenzen gab und deren vermittelndes Element der Bürgermeister Giuseppe Dozza war. Die kommunale Führungsriege, die sich um Dozza versammelte, bildeten Fachleute und Intellektuelle mit unterschiedlichem politischen und kulturellen Hintergrund; die Mitglieder der Parteiführung waren dagegen proletarisch geprägt und hatten einen ideologisch und habituell streng stalinistischen Hintergrund.[6] Diese fehlende Übereinstimmung zwischen der Praxis der Kommunalverwaltung und der Parteiorganisation sollte langfristig für Schwierigkeiten bei der Bildung einer für die Verwaltungsaufgaben geeigneten Führungsriege sorgen.[7]
Togliatti betrachtete die Emilia-Romagna als ein wichtiges nationales Labor der progressiven Demokratie, da die Kommunistische Partei ihre soziale Basis hier offenbar ausweiten konnte, indem sie auch die Zustimmung der ländlichen Mittelschichten, der Pacht- und Kleinbauern, gewann. In seiner berühmten Rede, die er im September 1946 in Reggio Emilia hielt – einer Stadt, in der die Partei wenige Monate zuvor mit fast 50 Prozent der Stimmen die Wahl zum Stadtrat gewonnen hatte –, versuchte Togliatti mit der Legende aufzuräumen, die Partei sei gegen private Initiativen. Im Gegenteil: Sie sei eine Förderin des kleinen und mittleren Unternehmertums.[8] Was die Partei vorschlage, so Togliatti, sei keine Beschränkung der Privatinitiative; vielmehr sei diese angesichts der enormen Aufgabe des Wiederaufbaus, die das Land zu bewältigen habe, eine Notwendigkeit. Nicht Verstaatlichung sei das Ziel, sondern vielmehr staatliche Koordinierung, um in der Entwicklung der italienischen Wirtschaft grundlegende Prioritäten zu setzen. Dieser letzte Punkt verdient eine genauere Betrachtung, da er mit der Analyse des italienischen Kapitalismus zusammenhängt, die die Kommunistinnen und Kommunisten bereits in den 1930er-Jahren begonnen hatten. Derzufolge hatte der italienische Kapitalismus eine monopolistische Ausrichtung und ein parasitäres Verhältnis zum Staat, was den Aufbau einer organischen Beziehung zum Faschismus begünstigte. Das Ergebnis war ein starkes Misstrauen gegenüber staatlichen Wirtschaftsplänen in einem kapitalistischen Kontext, das in der sozialdemokratischen Diskussion weit verbreitet war. Staatliche Eingriffe, so das Argument, könnten Instrumente sein, um ein auf Gegenseitigkeit beruhendes Bündnis zwischen ineffizienten Privatunternehmen und politischen Mächten zu schmieden – und dem »gesunden« Teil des italienischen Unternehmertums zum Nachteil gereichen, das außerhalb der monopolistischen Konzerne tätig sei. Die kleinen Unternehmen in der Emilia waren das beste Beispiel für diesen »gesunden« Teil der italienischen Produktionswelt, zu dem der PCI eine politische Beziehung aufbauen wollte.
In Bologna erfreute sich der PCI seit seiner Gründung im Jahr 1921 starker Unterstützung. Er überstand zwanzig Jahre Faschismus und schaffte es sogar, trotz wiederholter Verhaftungswellen neue Kader, Aktivistinnen und Aktivisten für die Untergrundorganisation zu gewinnen. Der bewaffnete Widerstand war in der Region besonders intensiv und die Kommunistinnen und Kommunisten spielten dabei eine wichtige Rolle. Sie stellten gut vorbereitete, kämpferische Partisaninnen und Partisanen. All dies bildete die Voraussetzung dafür, dass die Anhängerschaft der Partei beträchtlich wuchs und der Bologneser Parteiverband nach dem Krieg auch landesweit zu den stärksten zählte. Auf dieser breiten gesellschaftlichen Basis konnte die Partei jene Zustimmung festigen, die es ihr ermöglichte, die Hauptstadt der Emilia-Romagna 46 Jahre lang zu verwalten. Der Stadtverwaltung kam die übergeordnete Aufgabe zu, sowohl die Zuverlässigkeit der Kommunisten als regierende Kraft als auch ihre moralische Überlegenheit zu demonstrieren, während das Land ansonsten unter weit verbreiteter Korruption und Ineffizienz litt. Die Stadtverwaltung arbeitete nach den Prinzipien der »progressiven Demokratie«, die Togliatti in seiner neapolitanischen Rede von 1944 aufgestellt hatte: »Kommunist ist derjenige, der Tag für Tag daran arbeitet, das Elend, das er um sich herum sieht, zu beseitigen, indem er stets die Interessen derjenigen verteidigt, die arbeiten, indem er alle Schichten des Volkes organisiert und zum Kampf für die Vermehrung seines Wohlstandes, für Brot und für das Leben anleitet. Dazu müsst ihr [...] alle Positionen, die ihr in den Gewerkschaften und in der öffentlichen Verwaltung einnehmt, nutzen, um euch mehr und mehr mit dem Volk zu verbinden und für seine Bedürfnisse einzutreten.«[9]
II. Die Stadtverwaltung von Bologna als Vorreiterin der progressiven Demokratie
Giuseppe Dozza, der aus einer Arbeiterfamilie stammte, nur die Grundschule besucht hatte, 1921 zu den Gründern der Kommunistischen Partei gehört hatte und in die höchsten Ränge der Komintern aufgestiegen war, bis Stalin ihn für einen seiner Artikel in »Stato operaio« kritisierte, kehrte 1943 als einer der Anführer der Resistenza aus dem französischen Exil in die Emilia-Romagna zurück und wurde 1944 Bürgermeister von Bologna. Er arbeitete hart daran, die Grundsätze des Projekts der progressiven Demokratie mit einer Reihe von Maßnahmen konkret umzusetzen, die Bologna zu einer der landesweit leistungsfähigsten Stadtverwaltungen machten. Die wichtigsten Maßnahmen der von Dozza geführten Verwaltung waren der Wiederaufbau der zerbombten Stadtteile, die Wiederherstellung der kommunalen Dienstleistungen, eine Steuerpolitik, die auf Progressivität setzte und Ausschüsse zur Bekämpfung der Steuerhinterziehung einrichtete, um soziale Ungleichheiten zu überwinden, sowie die Entwicklung der Zusammenarbeit mit den Verbraucherinnen und Verbrauchern. In diesem Kontext sollte die Kommunalverwaltung als Instrument zur Förderung einer sozialen Bürgerschaft fungieren.[10] Der lokalen Regierung fiel die Aufgabe zu, die Lebensbedingungen der Bevölkerung zu verbessern und gleichzeitig die produktive Infrastruktur, die Universität und das Geschäftsviertel zu unterstützen.
Bürgermeister Dozza ging in seinem politischen Handeln sogar noch weiter und führte einen institutionellen und legislativen Kampf um Garantien echter kommunaler Verwaltungsautonomie, die von vielen Apparaten des Zentralstaates behindert wurde. Es ging darum, die Grundsätze der Verfassung auf lokaler Ebene umzusetzen und den Widerstand oder die Beharrungskräfte des faschistischen Staates zu überwinden, der noch in zahlreichen Apparaten, einschließlich der Polizei, fortlebte. In seiner berühmten Rede Das Verbrechen, Bürgermeister zu sein (1951)[11] klagte Dozza über die mannigfachen Blockaden und Erschwernisse durch den Zentralstaat, welche die Lokalverwaltungen bei der Verfolgung einer fortschrittlichen Politik behinderten – vor allem in Bezug auf die Unterstützung der Arbeiter, die der kommunistische Bürgermeister in besonderem Maße beschäftigte. In dieser Auseinandersetzung über die Umsetzung der Verfassung stellte sich die lokale Autonomie als die sich erweiternde Grenze der italienischen Demokratie dar.
III. Gender, race und Demokratie
Die im Vergleich zu dem gescheiterten Versuch eines demokratischen Übergangs nach dem Ersten Weltkrieg wichtigste Neuerung im demokratischen System Italiens nach dem Zweiten Weltkrieg war das Frauenwahlrecht. Es eröffnete dem Wettbewerb der Parteien neue politische Spielräume. Dass sie die Zustimmung der Frauen gewinnen wollte, war eines der besonderen Kennzeichen der »neuen Partei«.
In der Emilia-Romagna herrschten günstige Bedingungen für die Teilhabe von Frauen am politischen Leben, denn in den ländlichen Gebieten der Region gab es Frauenerwerbsarbeit und die mit ihr verbundenen gewerkschaftlichen Organisationen existierten bereits seit Anfang des 20. Jahrhunderts. Überdies wurde hier spürbar, dass die Frauen eine wichtige Rolle in der Resistenza gespielt hatten. Auf dieser Grundlage entwickelte sich die Beteiligung der Frauen in den Repräsentativkörperschaften in einem Ausmaß, das in anderen Teilen Italiens beispiellos war.[12] Zwar hatten Frauen auch in der kommunistischen Tradition keine herausragenden Führungspositionen inne, dennoch wurde ihnen hier mehr Raum gewährt als in anderen politischen Subkulturen Italiens. Theoretisch waren sie in der Partei auch keiner geschlechtsspezifischen Diskriminierung ausgesetzt. Die aufstrebenden weiblichen Führungskräfte folgten den strengen Regeln der Parteischulen, die sie politisch, aber auch, vielleicht sogar vor allem charakterlich vorbereiten sollten. Disziplin, Bescheidenheit, Selbstbeherrschung und Kampfgeist: Die Partei strebte danach, die eher »irrationalen« und »wechselhaften« Aspekte des weiblichen Temperaments zu disziplinieren, gleichzeitig wollte sie auch dazu beitragen, dass Frauen die Scheu überwanden, die sie in der politischen Konfrontation mit Männern behindern konnte. Frauen in Führungspositionen gab es in jenen Bereichen, die einerseits eine traditionelle Auffassung der Frauenrolle widerspiegelten, andererseits aber einen der wichtigsten Aspekte für den Erfolg des emilianischen Kommunismus darstellten, nämlich die vielen Facetten der Wohlfahrt – von der Bildung bis zur Betreuung von Kindern und älteren Menschen.
Die politische Entwicklung der Frauen in der Emilia vollzog sich des Weiteren in Räumen, die von denen der Männer getrennt waren. Die politische Arbeit in der UDI (Unione Donne in Italia, Frauenunion in Italien), der wichtigsten linken Frauenorganisation Italiens, die zwar formal unabhängig war, tatsächlich aber vom PCI finanziell unterstützt wurde, entzog sich der alltäglichen Kontrolle der Männer. Diese Trennung spiegelte zwar Vorurteile über die politische Unreife von Frauen wider und implizierte die Anerkennung eines besonderen, speziellen politischen Aktivismus, sollte jedoch nicht ausschließlich als Diskriminierung verstanden werden. In diesen abgetrennten und relativ autonomen Räumen konnten sich Frauen auch wohler fühlen, wenn sie das Wort ergriffen und einen politischen Standpunkt formulierten.[13]
In Bezug auf die Geschlechterungleichheit in der italienischen Gesellschaft zeigte die Kommunistische Partei einige Ambivalenzen. Während sie auf der einen Seite die politische Bildung förderte und Räume für eine stärkere politische Präsenz der Frauen schuf, herrschte auf der anderen Seite in den Auffassungen über Familie und Geschlechterrollen ein Konservatismus, der stärker ausgeprägt war als in den Jahren der Untergrundtätigkeit und der »Avantgardepartei« vor 1945.[14] Nun, da die Partei Massenwirkung entfaltete, entsprach sie auch mehr dem Traditionalismus ihrer Anhängerinnen und Anhänger, obwohl sie sich für eine langsame Veränderung der Geschlechterrollen einsetzte. Darüber hinaus war in der männlichen Führungsschicht eine vorurteilsbehaftete Haltung gegenüber Frauen weit verbreitet. Viele glaubten, dass Frauen zwar für die praktische Arbeit geeignet seien, ihnen aber die Fähigkeit zur soliden ideologischen Ausarbeitung fehle.[15] Dies führte zu einer Haltung der Überlegenheit, manchmal mit paternalistischen Untertönen, die für die Stärkung der Rolle der Frau ein großes Hindernis darstellte.
Der PCI war Teil einer politischen Bewegung, die »Rassenblindheit« zu einem ihrer Markenzeichen gemacht hatte. Viele Kommunistinnen und Kommunisten aus der Emilia-Romagna hatten in den 1920er- und 1930er-Jahren die Schulen der Komintern in Moskau besucht und waren von dem multikulturellen und multiethnischen Umfeld, das sie dort vorfanden, tief beeindruckt. In den Worten von Arturo Colombi, dem Sekretär des Kommunistischen Bundes von Bologna, der in den 1930er-Jahren in Moskau gewesen war, gab es Studierende »aus allen Teilen der Welt, aller Rassen, Sprachen und Farben. Trotz dieser Verschiedenheiten beherrschten der Geist der Solidarität und die brüderliche Wärme des Internationalismus das Leben des Kollektivs.«[16] Während des Äthiopienkriegs entsandte die Kommunistische Partei Italiens zudem Militärexperten, um im Namen des Internationalismus und des Selbstbestimmungsrechts der Völker gegen die Armee ihres eigenen Landes zu kämpfen.[17] Das Erbe des kommunistischen Vorkriegsinternationalismus blieb in der Nachkriegszeit erhalten, als Bologna zum Zentrum eines Netzwerks der Solidarität mit demokratischen, antirassistischen und antikolonialen Bewegungen in der »Dritten Welt« wurde. Später führte diese Aufmerksamkeit zur Gründung des Cabral-Zentrums, einer Bibliothek mit angeschlossenem Kulturinstitut, das sich dem Studium der Länder Asiens, Afrikas und Lateinamerikas widmete. Selbst in der von der Partei unterstützten und an Jugendliche gerichteten Publikumspresse waren antirassistische Inhalte zu finden.[18] In einem Land und einer Gesellschaft, hinter denen zwei Jahrzehnte imperialistische Diktatur lagen, in denen die italienischen Massen zum Rassismus und zur triumphalen Feier der Überlegenheit der »italienischen Rasse« erzogen worden waren, war diese Arbeit von erheblichem Wert.
IV. Die Rolle der Partei und die demokratische Legalität
Die Stadtverwaltung galt in der Nachkriegszeit als bevorzugtes Terrain für die Verbreitung des Kommunismus. Sie stand in enger Beziehung zur Partei, ihrer Organisation und der Ausbildung ihrer Kader. Bei der Ausbildung der Parteikader wird das Erbe der sowjetischen Erfahrung deutlich, das zur Ausbildung von »Berufsrevolutionärinnen« und »Berufsrevolutionären« führte.[19]
Das Organisationsmuster und die damit verbundene politische »Anthropologie« der Bolschewiki wurden erstmals 1902 mit der Veröffentlichung von Lenins Was tun ausgearbeitet. Er begründete darin die Abkehr von den Organisationsprinzipien der deutschen Sozialdemokratie, denen zufolge die Massenpartei ihre Entscheidungsfindung auf eine Reihe von demokratischen Verfahren stützte, mit den Bedingungen der Illegalität, unter denen die Partei in Russland arbeitete. Lenin setzte sich daher für eine von Berufsrevolutionärinnen und -revolutionären getragene »Avantgardepartei« ein. Das vom Zweiten Kongress der Komintern 1920 eingeführte Parteimodell war eine Weiterentwicklung des leninistischen Entwurfs. Die Zentralisierung des organisatorischen und ideologischen Apparates galt als notwendig, um die revolutionären Aufgaben jener historischen Phase zu erfüllen, die eine Art militärische Disziplin erforderten. In der zweiten Hälfte der 1920er-Jahre verschärfte Stalin diese Doktrin, und in den 1930er-Jahren führte er zunehmend erdrückende und gewaltsame Kontroll- und Repressionsmittel ein. Die Bolschewisierung der kommunistischen Parteien führte zu einer Ausdehnung dieser Prinzipien auf die gesamte internationale Bewegung – und die italienische Partei, die aufgrund ihres Untergrundstatus stark von Moskau abhängig war, hielt sich beflissen daran.
Der Eintritt in die Partei bedeutete nach diesem leninistisch-stalinistischen Muster eine Neudimensionierung der eigenen Existenz. Diese war von der Aura der Heiligkeit umgeben, die durch den Geist der Brüderlichkeit mit den Genossinnen und Genossen, die totale Befolgung der Doktrin und ein persönliches Verhalten untermauert wurde, das keinen Raum für Privatsphäre ließ. Diese totale Hingabe und Verpflichtung trug zur Legitimierung einer ständigen Wachsamkeit und Überwachungskultur bei, die sich auf das Verhalten der Genossinnen und Genossen in allen Bereichen ihres Daseins, einschließlich ihrer intimen Beziehungen, richtete, um ihre Übereinstimmung mit den Zielen der Partei zu prüfen.[20] Jede abweichende Meinung wurde als Angriff auf das Leben der Partei und als Verrat betrachtet und musste daher mit allen Mitteln unterdrückt werden. Das Parteimodell und seine Kultur der Militanz unterdrückten jeglichen Raum für Autonomie und alle Vorstellungen eines Privatlebens.[21] Diese eiserne Disziplin konnte nicht allein durch Repression aufrechterhalten werden, sie musste sich auch im Modus der subjektiven Anpassung selbst entwickeln. Die kommunistische Pädagogik basierte auf einem aktiven Prozess der Umstrukturierung des Selbst, der in der Selbstergründung und Vergesellschaftung der eigenen Biografie seinen Ausgangspunkt hatte.[22]
Die in den Parteischulen gepflegte politische Anthropologie der stalinistischen Herrschaft hielt sich bis weit in die 1950er-Jahre hinein. Ihr Verhältnis zum Demokratisierungsprozess der italienischen Gesellschaft nach dem Zweiten Weltkrieg war widersprüchlich. Auf der einen Seite könnte man sagen, dass es sich um eine für das Wachstum der italienischen Demokratie fruchtbare Beziehung handelte, weil sie die Wirksamkeit und Effizienz einer eisernen und zentralisierten Organisation bei der Verfolgung von politischen Zielen schätzte, die im Rahmen der demokratischen Prinzipien blieben. So gesehen, diente die Partei auch als Instrument zur Disziplinierung des politischen Handelns der Massen, das in der Nachkriegszeit vor allem in der Emilia-Romagna subversive Formen annahm.[23] Die Partei brachte diese subversiven Bestrebungen in den legalen Rahmen der republikanischen Verfassung zurück, zu deren Einführung sie beigetragen hatte. Dies stellte einen Beitrag zur Konsolidierung der Demokratie dar, war aber auch Gegenstand kritischer Äußerungen aus dem linken Lager der Kommunistischen Partei, das ihr vorwarf, die aus dem Widerstand hervorgegangenen revolutionären Energien zu neutralisieren.[24] Auf der anderen Seite behinderte das Fortbestehen dieser politischen Anthropologie bis Ende der 1950er-Jahre jede Entwicklung der kommunistischen politischen Kultur hin zu reflexiveren, kritischeren und pluralistischeren Formen, die für eine solide Demokratie charakteristisch sind.
V. Die Formung des Charakters der kommunistischen Führungsschicht
Während die Kommunistinnen und Kommunisten von Bologna in der Verwaltung ihre Fähigkeit zur Offenheit und Konsensbildung unter Beweis stellten, hielten sie in der Partei bis 1956 an stalinistischen Formations- und Organisationsmodellen fest, mit einer Führung, die diese Art der Orientierung widerspiegelte. Nach dem Ende des Krieges war das Problem der Auswahl und Ausbildung der Führungsschicht der neuen Partei von entscheidender Bedeutung. Aus diesem Grund wurden in Bologna, Mailand, Rom, Neapel, Pisa, Reggio Emilia und anderen Orten Italiens umgehend Parteischulen eingerichtet.[25] Viele Lehrerinnen und Lehrer und sogar einige Direktoren dieser Einrichtungen, wie Renato Giachetti, Silvio Di Giovanni und Memo Gottardi, waren in der Zwischenkriegszeit an den Schulen der Komintern in Moskau gewesen.[26]
Bei der Einweihung der Schule in Bologna betonte Togliatti den Aspekt der Charakterbildung als entscheidenden Schritt bei der Heranziehung eines kommunistischen Kaders; die Aufgabe des Schulleiters bestehe vor allem darin, den Charakter der neuen kommunistischen Führungsschicht zu formen.[27] Die Schule in Bologna wurde im Januar 1949 eröffnet, und Mario Spinella, ein junger, gebildeter Intellektueller aus dem Kleinbürgertum, der in der Toskana am Widerstand teilgenommen hatte, zu ihrem Leiter ernannt. Doch schon ein Jahr später wurde Spinella auf Initiative des neu ernannten lokalen Parteisekretärs Enrico Bonazzi, einem Pietro Secchia nahestehenden Parteifunktionär, durch einen Mann ersetzt, der zwar kein Intellektueller war, dafür aber über eine lange Erfahrung in der Partei verfügte, 13 Jahre in der UdSSR gelebt und dort die Komintern-Schulen durchlaufen hatte: Memo Gottardi. Seine Ernennung unterstreicht, dass das Hauptziel der Schule eher in der Charakterbildung als in der Wissensvermittlung bestand. Gottardi stammte aus dem Proletariat und hatte keine akademische Ausbildung. Er verfügte jedoch über einen unerschütterlichen Glauben an die Partei und die Sowjetunion sowie über Härte und Unnachgiebigkeit selbst gegenüber den Schülerinnen und Schülern, über die die Partei Buch führte.[28]
Das Risiko, dass das Wachstum der Partei sprunghaft, ideologisch konfus und mit unpassendem Personal erfolgen würde, beunruhigte die Führung, vor allem in der Emilia-Romagna, wo die Partei sehr schnell eine Massenbasis aufbauen konnte. Tausende junge Menschen besuchten die Parteischulen, die als notwendige und entscheidende Etappe zur Ausbildung neuer Kader angesehen wurden. Die wichtigsten Kurse betrafen die italienische Geschichte, die Geschichte der bolschewistischen Partei, den historischen und dialektischen Materialismus, die Geschichte der Sowjetunion und die politische Ökonomie. Selbst bei der Wahl der Themen war die Kontinuität mit den Komintern-Schulen der 1930er-Jahre offensichtlich.[29] Aber mehr noch als der Lehrplan zielte die Schule darauf ab, den Charakter, das Temperament und die Persönlichkeit der Aktivistinnen und Aktivisten zu formen.
Während seiner Zeit in der Sowjetunion lernte Memo Gottardi die Technik der Autobiografie und der Selbstkritik (samokritika) im Rahmen des Prozesses der »Mitgliedschaftsprüfung/Überprüfung« (chistki partii). Gottardi hatte ein unerschütterliches Vertrauen in die Partei bewiesen, bis hin zu extremen persönlichen Opfern. Er war der richtige Mann, um die Techniken der kommunistischen Subjektivierung auch im Nachkriegsitalien zu fördern. Die Autobiografie zu schreiben und einer Öffentlichkeit zu präsentieren, die dann die Schwächen und Fehler der Vergangenheit untersuchte und diskutierte, die daraus hervorgingen, war der schwierige und oft schmerzhafte Prozess, den die Aktivistinnen und Aktivisten durchliefen, um Kader zu werden. Im Sowjetrussland der 1930er-Jahre waren diese Praktiken zunehmend erdrückend, allgegenwärtig und inquisitorisch geworden. Die Parteiführung bewertete die Reaktionen der Aktivistinnen und Aktivisten auf diese Selbsterforschung, ihre Ernsthaftigkeit und ihre Bereitschaft, ihren Charakter, ihre Entscheidungen und ihr öffentliches und privates Verhalten der Kontrolle der Partei zu unterwerfen, damit diese sie hinterfragen und kritisieren konnte.
Als Gottardi seine Arbeit an der Schule begann, schrieb er ebenfalls seine Autobiografie. Es handelt sich um einen recht ausführlichen Text, der den typischen Weg eines kommunistischen Kaders in der Emilia-Romagna zu Beginn des 20. Jahrhunderts schildert: eine Arbeiterfamilie, Antimilitarismus, der 1918 zur Desertion führte, 1921 Eintritt in die Partei, klandestine Aktivitäten in Bologna und erste Verhaftung 1926, die Lenin-Schule in Moskau, dann Wechsel zwischen dem Auslandszentrum in Paris und heimlichen Streifzügen nach Italien. 1933 wurde Gottardi in die Sowjetunion zurückgeschickt und fand einen Arbeitsplatz in einer Fabrik in Gorʼkij. Gottardis Autobiografie schließt mit den Worten: »Für mich steht die Partei über allem, und für sie bin ich bereit, jedes Opfer auf mich zu nehmen.« Das war keine Floskel. Trotz all der Details, die Gottardi in seiner sorgfältig verfassten Autobiografie anführte, gab es eine 22-monatige Lücke, die in einem dürftigen Satz zusammengefasst ist: »Meine Tätigkeit von März 1938 bis Januar 1940 ist der Parteiführung (Genossen Roasio und Colombi) bekannt.«[30] Obwohl diese Autobiografien nur der höchsten Parteiführung zur Einsichtnahme zur Verfügung standen, erläuterte Gottardi nicht, was in diesen 22 Monaten geschehen war. Offensichtlich war er der Ansicht, seine Aktivitäten in dieser Zeit besonders geheim halten zu müssen.
Gottardi hat sein ganzes Leben lang weder seinen Studierenden noch seinen Parteigenossinnen und -genossen oder gar seinen Familienangehörigen von den Folterungen erzählt, die er im Gefängnis von Gorʼkij erlitten hat. Er verließ den Kerker mit irreversiblen Narben, die er nur in seinen häufigen Albträumen verarbeiten konnte. Gottardi befürchtete, dass sein Bericht darüber der Partei schaden könnte, und als er schrieb, er sei bereit, für die Partei jedes Opfer zu bringen, meinte er es ernst. Die schrecklichen Einzelheiten seiner Erlebnisse wurden erst viel später publik, durch einen Zeugen, der Gottardi im Gefängnis in Gorʼkij getroffen hatte. Aber Gottardi starb, ohne selbst davon erzählt zu haben.[31]
Es überrascht nicht, dass sich die Parteischülerinnen und -schüler in Bologna über die Härte und die eiserne Disziplin beschwerten, die Gottardi in der Schule an den Tag legte. Ihm und den anderen Berufsrevolutionärinnen und -revolutionären, die die Zwischenkriegszeit in Russland verbracht hatten, war eine noch strengere Disziplin und Härte entgegengebracht worden, woraus er seine ganz eigene Art entwickelt hatte, Kommunist zu sein. Nun versuchte er, diese auf einen völlig anderen politischen Kontext anzuwenden – als ob die anthropologische Grundlage der »kommunistischen Aktivistin« bzw. des »kommunistischen Aktivisten« über die verschiedenen politischen Linien erhaben sei, die die Partei vor Ort etablierte, und daher mit vollkommener Konsequenz gelegt werden musste.
VI. Schlussfolgerung
Diese Vorstellung vom kommunistischen Menschen hatte nichts mit der politischen Bildung in einem demokratischen Kontext gemein. Sie war Ausdruck einer politischen Kultur, deren Ursprünge in einem Welt- und einem Bürgerkrieg lagen und die unter Kriegsbedingungen bis 1945 weiter funktionierte, wobei sie die ungeheure Tragödie des sowjetischen Kommunismus in den 1930er-Jahren überdauerte. Es sollte für die kommunistischen Kader der ersten Nachkriegsgeneration keinen Raum geben für die Entwicklung eines kritischen Denkens, keine Vorstellung von einem Privatleben, das von den Pflichten befreit war, die der Aktivismus denjenigen auferlegte, die sich der Partei widmeten. Wer in die Partei eintrat, sollte sich zuallererst von den Überresten dessen befreien, was sie oder er zuvor gewesen war. Dann mussten sie ihre Persönlichkeit aktiv an das Bedürfnis der Partei nach Bestätigung und an die Regeln des sozialen Umgangs innerhalb der politischen Organisation anpassen. Das bedeutete nicht einfach, Befehle auszuführen, es ging vielmehr um etwas Subtileres: um die Umformung der eigenen Persönlichkeit durch eine dialektische Beziehung zwischen Individuum und Kollektiv, die den gesamten Raum des inneren Erlebens und des öffentlichen Verhaltens durchdrang. Dieses prägende Modell brach mit dem Stalinismus nach 1956 und angesichts neuer Generationen junger Mitglieder zusammen, die nicht mehr bereit waren, einen so hohen persönlichen Preis für politisches Engagement zu zahlen.
Zwischen 1956 und 1959 begann eine neue Phase. Eine neue Führung wurde eingesetzt, und die Veränderungen in der italienischen Gesellschaft führten in den 1960er- und 1970er-Jahren zu einem tiefgreifenden Wandel in den Formen des Aktivismus und des politischen Engagements. Die neue Generation sollte die Partei weiter ausbauen. Sie konnte sich dabei auf das symbolische Erbe jener »Reformer und Stalinisten« stützen, die die zwei Jahrzehnte des Faschismus überstanden, Stalins Säuberungen überlebt und die italienische Gesellschaft aus den Trümmern der Nachkriegszeit wieder aufgebaut hatten.
Trotz des rigiden Konzepts von einem kommunistischen Menschen stellte die Kommunistische Partei in Bologna einen aktiven Faktor im Demokratisierungsprozess dar. Dies betraf die Aussöhnung mit den politischen Institutionen der liberalen Demokratie, die Verbesserung der sozialen Wohlfahrt, die – wenn auch widersprüchliche – Einbeziehung der Frauen in die öffentliche und politische Sphäre[32] und die Unterstützung der für ihre Emanzipation kämpfenden Menschen im Globalen Süden. Es geschah nicht nach dem Vorbild der in Westeuropa vorherrschenden liberal-demokratischen oder sozialdemokratischen politischen Kulturen, sondern auf der Grundlage einer besonderen Kombination aus einer revolutionären Ideologie, die aus dem Ersten Weltkrieg hervorging, und einer demokratischen Verfassung, die aus dem Zweiten Weltkrieg resultierte.
Aus dem Englischen von Marcel Streng
[1] Ende 1926 musste die Parteiführung Italien verlassen. Paris bot sich für die Gründung der neuen Organisation an, da es in der Nähe von Italien lag, die Mehrheit der italienischen antifaschistischen Exilantinnen und Exilanten dorthin geflüchtet war und eine Sprache gesprochen wurde, die viele von ihnen bereits beherrschten bzw. leicht lernen konnten.
[2] Paolo Capuzzo: Bologna la »rossa« [Das rote Bologna], in: Massimo Baioni (Hg.): Città mito. Luoghi del Novecento politico italiano [Mythos Stadt: Orte des politischen 20. Jahrhunderts in Italien], Rom 2023, S. 123–133.
[3] Siehe die am 11. April 1944 vor kommunistischen Parteikadern in Neapel gehaltene Rede: La politica di unità nazionale dei comunisti [Die Politik der nationalen Einheit der Kommunisten], in: Palmiro Togliatti: La politica nel pensiero e nell’azione. Scritti e discorsi 1917–1964 [Die Politik im Denken und Handeln. Schriften und Reden 1917–1964], hrsg. von Michele Ciliberto und Giuseppe Vacca, Mailand 2014, S. 564–601.
[4] Gianluca Fiocco: Togliatti, il realismo della politica [Togliatti, Realismus in der Politik], Rom 2018; zur »Wende von Salerno« (svolta di Salerno), ebd., S. 167–178.
[5] Relazione sulla situazione italiana presentata a Mosca nel dicembre del 1947 [Bericht über die Lage in Italien, vorgelegt in Moskau im Dezember 1947], in: Annali (= Fondazione Giangiacomo Feltrinelli, Archivio Pietro Secchia 1945–1973, Bd. 19), o. O. 1978, S. 611–627. Zu Secchia siehe Marco Albeltaro: Le rivoluzioni non cadono dal cielo. Pietro Secchia, una vita di parte [Revolutionen fallen nicht vom Himmel. Pietro Secchia, ein Leben für die Partei], Bari/Rom 2014.
[6] Dieser kulturelle Unterschied zwischen den Kommunistinnen und Kommunisten in der Stadtverwaltung und jenen in der Partei wurde auch von einem ihrer schärfsten Gegner hevorgehoben, dem katholischen Soziologen Achille Ardigò, siehe Appunti di Achille Ardigò per lʼintervento del 22 dicembre 1994 in Consiglio Comunale di Bologna, in occazione del 20 dalla morte di Giuseppe Dozza [Notizen von Achille Ardigò für seine Rede am 22. Dezember 1994 im Stadtrat von Bologna anlässlich des 20. Todestages von Giuseppe Dozza], www.comune.bologna.it/storiaamministrativa/media/files/pdf_dozza_2.pdf (ges. am 21. August 2024).
[7] Luca Baldissara: Per una storia dell’esperienza comunista in Emilia-Romagna [Für eine Geschichte der kommunistischen Erfahrung in der Emilia-Romagna], in: Luca Baldissara/Paolo Capuzzo (Hg.): Il comunismo in una regione sola? Prospettive di storia del Pci in Emilia-Romagna [Kommunismus in einer einzigen Region? Perspektiven für die Geschichte des PCI in der Emilia-Romagna], Bologna 2023, S. 58.
[8] Palmiro Togliatti: Ceti medi e Emilia rossa [Der Mittelstand und die rote Emilia], in: Togliatti: La politica nel pensiero e nell’azione (Anm. 2), S. 21–51.
[9] Togliatti: La politica di unità nazionale (Anm. 2), S. 598.
[10] Luca Baldissara: Per una città più bella e più grande. Il governo municipale di Bologna negli anni della ricostruzione (1945–1956) [Für eine schönere und größere Stadt. Die Stadtverwaltung von Bologna in den Jahren des Wiederaufbaus (1945–1956)], Bologna 1994.
[11] Giuseppe Dozza: Il reato di essere sindaco [Das Verbrechen, Bürgermeister zu sein], Bologna 1951.
[12] Zur Rolle der Frauen in der kommunistischen Strategie in der Emilia-Romagna siehe Giuliana Bertagnoni: Le donne nel Pci alla vigilia del »miracolo economico« [Frauen im PCI am Vorabend des »Wirtschaftswunders«], in: Alberto De Bernardi/Alberto Preti/Fiorenza Tarozzi (Hg.): Il Pci in Emilia-Romagna. Propaganda, sociabilità, identità dalla Ricostruzione al miracolo economico [Der PCI in der Emilia-Romagna. Propaganda, Geselligkeit, Identität vom Wiederaufbau bis zum Wirtschaftswunder], Bologna 2004, S. 41–58; Teresa Malice: »Un’altra dimensione del mondo«. Azione politica femminile e relazioni di genere nel comunismo emiliano-romagnolo (1943–1991) [»Eine andere Dimension der Welt«. Politisches Handeln von Frauen und Geschlechterbeziehungen im Kommunismus in der Emilia-Romagna (1943–1991)], in: Baldissara/Capuzzo (Hg.): Il comunismo in una regione sola (Anm. 6), S. 321–362, hier S. 321–336.
[13] Siehe auch zum Folgenden, Claudia C. Gatzka: Anders unter Gleichen. Frauen, Männer und Weiblichkeit im italienischen Kommunismus der Nachkriegszeit, in: Ulrich Mählert u. a. (Hg.): Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung 2015, Berlin 2015, S. 95–112.
[14] Sandro Bellassai: La morale comunista. Pubblico e privato nella rappresentazione del Pci [Kommunistische Moral. Öffentlich und privat in der Darstellung des PCI], Rom 2000; Maria Casalini, Famiglie comuniste. Ideologie e vita quotidiana nell’Italia degli anni Cinquanta [Kommunistische Familien. Ideologien und Alltagsleben im Italien der 1950er-Jahre], Bologna 2010; Casalini argumentiert, dass zwischen dem konservativen ideologischen Apparat und dem täglichen Leben der PCI-Aktivistinnen und -Aktivisten eine Kluft bestand, die sich in den 1950er-Jahren vergrößerte. Zu den Geschlechterverhältnissen in der Zeit der Untergrundpartei siehe Anna Tonelli: »Una grande avventura umana«. Pubblico e privato nella militanza comunista [»Ein großes menschliches Abenteuer«. Das Öffentliche und das Private in der kommunistischen Militanz], in: Silvio Pons (Hg.): Il comunismo italiano nella storia del Novecento [Der italienische Kommunismus in der Geschichte des 20. Jahrhunderts], Rom 2021, S. 93–109.
[15] Zum Widerspruch zwischen Massenkonformismus und dem Ideal des »neuen Menschen« innerhalb der Kommunistischen Partei siehe Claudia Gatzka: Der »neue Mensch« auf ausgetrampelten Pfaden. Kommunistische Bewährung und politischer Massenmarkt im postfaschistischen Italien, in: Ulrich Mählert u. a. (Hg.): Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung 2012, Berlin 2012, S. 145–158.
[16] Arturo Colombi: Vita di militante. Dalla prima guerra mondiale alla caduta del fascismo [Das Leben eines Kämpfers. Vom Ersten Weltkrieg bis zum Untergang des Faschismus], Rom 1975, S. 132.
[17] Neelam Srivastava: Italian Colonialism and Resistances to Empire, 1930–1970, London 2018, S. 32–49.
[18] Siehe z.B. die Serie »Ragazzi negri«, in: Pioniere 1951, Nr. 1 bis 28.
[19] Zu den anthropologischen Merkmalen der Berufsrevolutionärinnen und -revolutionäre, siehe Alexander Höbel: I rivoluzionari di professione [Die Berufsrevolutionäre], in: Silvio Pons: Il comunismo italiano (Anm. 12), S. 75–92; Brigitte Studer: Communism as existential choice, in: Silvio Pons/Stephen A. Smith (Hg.): World revolution and socialism in one country, 1917–1941 (= Cambridge History of Communism, Bd. 1), Cambridge 2017, S. 503–525.
[20] Ende der 1940er-Jahre wurde sogar Togliatti, der unbestrittene Führer der Partei, ohne sein Wissen vom Sicherheitsapparat der Partei bespitzelt, und zwar auf der Grundlage einer Wachsamkeitspflicht, von der kein Parteimitglied befreit werden durfte, siehe Fiocco: Togliatti (Anm. 3), S. 221.
[21] Dieses Parteimodell wurde mit der »totalen Institution« von Erving Goffman verglichen, wenn auch in ihrer offenen Form, die auf freiwilliger Mitgliedschaft beruht, siehe Claude Pennetier/Bernard Pudal: Du parti bolchevik au parti stalinien [Von der bolschewistischen zur stalinistischen Partei], in: Michel Dreyfus (Hg.): Le siècle des communismes [Das Jahrhundert der Kommunismen], Paris 2004, S. 499–510.
[22] Paolo Capuzzo: Soggettività e comunismo [Subjektivität und Kommunismus], in: Alessio Berré/Manuela Spinelli (Hg.): Figure dell’anomalia. La costruzione del personaggio nell’Italia dell’Otto e Novecento [Figuren der Anomalie. Die Konstruktion der Persönlichkeit im Italien des 19. und 20. Jahrhunderts], Bologna 2017, S. 179–198.
[23] Toni Rovatti: Repressione, eversione e uso consapevole della forza. I comunisti e la violenza (1943–1984) [Repression, Subversion und bewusste Gewaltanwendung. Kommunisten und Gewalt (1943–1984)], in: Baldissara/Capuzzo (Hg.): Il comunismo in una regione sola (Anm. 6), vor allem S. 228–237. Zur Disziplinierung der Parteibasis siehe Claudia C. Gatzka: Die Demokratie der Wähler. Stadtgesellschaft und politische Kommunikation in Italien und der Bundesrepublik, 1944–1979, Düsseldorf 2019, S. 72 f., 153, 220–227.
[24] Diese Kritik wurde sowohl in den liberal-sozialistischen Kreisen des Partito dʼAzione (Pd’A, Aktionspartei) (siehe Guido Quazza: Resistenza e storia d’Italia. Problemi e ipotesi di ricerca [Widerstand und italienische Geschichte. Probleme und Forschungshypothesen], Mailand 1976) als auch in den häretischen Zirkeln des »linken Kommunismus« geäußert, siehe Danilo Montaldi: Saggio sulla politica comunista in Italia 1919–1970 [Essay über kommunistische Politik in Italien 1919–1970], Piacenza 1976.
[25] Anne Marijnen: Entrée en politique et professionnalisation dʼappareil. Les écoles centrales de cadres du Parti communiste italien (1945–1950) [Einstieg in die Politik und Professionalisierung des Apparats. Die zentralen Kaderschulen der Kommunistischen Partei Italiens (1945–1950)], in: Politix 9 (1996), H. 35, S. 89–107; Sandro Bellassai: The Party as School and the Schools of Party. The Partito comunista italiano 1947–1956, in: Paedagogica Historica. International Journal of the History of Education 35 (1999), H. 1, S. 81–107; Mirco Dondi: L’esercizio del comunismo: le scuole di partito del Partito Comunista Italiano (1944–1954) [Die Verwirklichung des Kommunismus: die Parteischulen der Kommunistischen Partei Italiens (1944–1954)], in: Annali di storia dell’educazione e delle istituzioni scolastiche [Jahrbuch für die Geschichte der Bildung und der Bildungsinstitutionen] 2001, S. 57–100; Mauro Boarelli: La fabbrica del passato. Autobiografie di militanti comunisti (1945–1956) [Die Vergangenheitsfabrik. Autobiografien kommunistischer Aktivisten (1945–1956)], Mailand 2007; Anna Tonelli: A scuola di politica. Il modello comunista di Frattocchie (1944–1993) [In der Schule der Politik. Das kommunistische Modell von Frattocchie], Bari/Rom 2017; Andrea Pozzetta: »Tutto il potere è una scuola«. Cultura, passioni e formazione nei quadri e funzionari del Pci (1945–1981) [»Alle Macht ist eine Schule«. Kultur, Leidenschaften und Ausbildung der Kader und Funktionäre des PCI (1945–1981)], Mailand 2019.
[26] Fiamma Lussana: A scuola di comunismo. Emigrati italiani nelle scuole del Comintern [In der Schule des Kommunismus. Italienische Emigranten in den Schulen der Komintern], in: Studi Storici 46 (2005), H. 4, S. 967–1031.
[27] Palmiro Togliatti: Per la formazione dei quadri [Für die Ausbildung der Kader], in: Palmiro Togliatti: Politica nazionale e Emilia rossa [Nationale Politik und die rote Emilia], Rom 1974, S. 191–204.
[28] Boarelli: La fabbrica del passato (Anm. 23), S. 63–66.
[29] Über die italienischen Kommunistinnen und Kommunisten in den Schulen der Komintern siehe Elena Dundovich: L’apprendistato dei »rivoluzionari di professione«: le scuole internazionaliste in Urss [Das Praktikum der »Berufsrevolutionäre«: die internationalistischen Schulen in der UdSSR], in: Maurizio Ridolfi (Hg.): Gastone Sozzi. Le passioni politiche, i sentimenti, l’antifascismo [Gastone Sozzi. Die politischen Leidenschaften, die Gefühle, der Antifaschismus], Cesena 2006, S. 64 f.; Fiamma Lussana: In Russia prima del Gulag. Emigrati italiani a scuola di comunismo [In Russland vor dem GULag. Italienische Emigranten in der Schule des Kommunismus], Roma 2007; zum Schulsystem der Komintern siehe Leonid G. Babitschenko: Die Kaderschulung der Komintern, in: Hermann Weber u. a. (Hg.): Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung 1993, Berlin 1993, S. 37–59; zu den Erfahrungen von Kommunistinnen und Kommunisten aus der Emilia-Romagna in Sowjetrussland in den 1920er- und 1930er-Jahren siehe Paolo Capuzzo: La genesi internazionale della prima classe dirigente in Emilia-Romagna [Die internationale Entstehung der ersten Führungsriege in der Emilia-Romagna], in: Baldissara/Capuzzo (Hg.): Il communismo in una regione sola? (Anm. 6), S. 93–159.
[30] Autobiografia di Memo Gottardi, Cartelle personali, Autobiografie e rapporto con gli iscritti, Commissione quadri [Autobiografie von Memo Gottardi, persönliche Unterlagen, Autobiografien und Beziehungen zu Mitgliedern, Kaderkommission], Archivio del partito communista italiano, Federazione provinciale di Bologna/Archiv der Kommunistischen Partei Italiens, Landesverband Bologna, Fondazione Gramsci Emilia-Romagna, b. 12, fasc. 620.
[31] Fragmentarische Informationen über Gottardis Inhaftierung und Folterungen finden sich in Romolo Caccavale: Comunisti italiani in Unione Sovietica. Proscritti da Mussolini soppressi da Stalin [Italienische Kommunisten in der Sowjetunion: von Mussolini verboten, von Stalin unterdrückt], Mailand 1995, S. 138–140; Nazario S. Onofri: Un paradiso infernale. Gli antifascisti bolognesi assassinati e incarcerati nell’URSS di Stalin [Ein höllisches Paradies. Die Bologneser Antifaschisten, die in Stalins UdSSR ermordet und inhaftiert wurden], Rom 2000; Lussana: In Russia prima del Gulag (Anm. 27), S. 24; Boarelli: La fabbrica del passato (Anm. 23), S. 65 f.
[32] Siehe den Beitrag von Teresa Malice in diesem Band.