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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in der DDR

Albring, Werner

* 26.9.1914 – ✝ 21.12.2007

Geb. in Schwelm (Westf.); Vater Studienrat; Realgymnasium; 1934 – 38 Studium des Maschineningenieurwesens an der TH Hannover; 1938 Assistent; 1941 Prom.; dann stellv. Ltr. am Inst. für Aerodynamik u. Flugtechnik der TH Hannover. 1946 Abt.-Ltr. für Aerodynamik der Zentralwerke Bleicherode (Thür.); 1946 – 52 ltd. Mitarb. in einer dt. Spezialistengr. in der UdSSR; 1952 Berufung auf den Lehrstuhl für Angewandte Strömungslehre der TH Dresden, 1955 – 60 nebenamtl. Ltr. des Bereichs…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Alexander, Gertrud

* 7.1.1882 – ✝ 22.3.1967

Geboren am 7. Januar 1882 in Ruhla/Thüringen als Gertrud Mathilde Bertha Gaudin, Tochter eines Arztes. Studium an der Universität Jena, anschließend an der Kunsthochschule Eisenach und an der königlichen Kunsthochschule in Berlin. Um das Studium zu finanzieren, arbeitete sie als Zeichenlehrerin. 1902 lernte sie Eduard Alexander kennen, sie heirateten 1908, die Ehe wurde in den zwanziger Jahren geschieden. 1907 Bekanntschaft mit Clara Zetkin und Beginn erster publizistischer Arbeiten für die sozialdemokratische Presse, u. a. 1909 die Artikelserie »Die Prometheussage« in der Frauenzeitschrift »Die Gleichheit«. Mitglied der SPD, während des Krieges illegale Arbeit für die Spartakusgruppe, 1919 Mitglied der KPD, leitete innerhalb der Agitpropabteilung die Kulturarbeit und war für das Feuilleton der »Roten Fahne« verantwortlich. Zwischen 1920 und 1925 erschienen von ihr 160 Beiträge. Sie galt in dieser Zeit als wichtigste Kunstkritikerin der KPD. 1923 erarbeitete sie gemeinsam mit Hermann Duncker und Karl August Wittfogel das »kulturpolitische Notprogramm der KPD«. Sie übersiedelte im Dezember 1925 nach Moskau und kam ins Frauensekretariat der Komintern. Seit 1926 Mitglied der KPdSU, war sie von 1931 bis 1939 Mitarbeiterin der Hauptverwaltung für Literatur (Gawlit) sowie politische Redakteurin an der Moskauer Staatlichen Zentralbibliothek und der Leninbibliothek. Sie war während der Stalinschen Säuberungen 1937 auch kurz inhaftiert, von 1939 bis 1944 evakuiert. Nach 1945 freiberufliche Übersetzerin und Redakteurin für das Sowinformbüro und die Zeitschrift »Sowjetliteratur«. Gertrud Alexander starb am 22.März 1967 in Moskau.

Wer war wer in der DDR

Allmeroth, Heinrich

* 9.3.1901 – ✝ 18.10.1961

Geb. in Knickhagen (Hessen); Vater Lehrer; Studium der Staats- u. Rechtswiss. in Frankfurt (Main) u. Göttingen; 1924 Prom. zum Dr. rer. pol.; parallel zur kfm. Tätigkeit in Kassel Gesangsstudium; 1926 Bühnendebüt am Stadttheater Göttingen, Beginn der gewerkschaftl. Tätigkeit in der Genossenschaft Dt. Bühnenangeh.; ab 1927 wechselnde Engagements: 1927/ 28 Stadttheater Halle (Saale), 1928/29 Stadttheater Dortmund, 1929 – 32 Opernhaus Köln, 1932 – 34 Opernhaus Düsseldorf, 1934 – 38 Hof- u.…

Wer war wer in der DDR

Altenbourg, Gerhard

* 22.11.1926 – ✝ 30.12.1989

Geb. in Rödichen-Schnepfenthal (Thür.); Vater Prediger einer ev.-freikirchl. Gemeinde; seit 1929 in Altenburg (Thür.); 1944/45 Wehrdienst, Lazarett. 1946 – 48 schriftsteller. Tätigkeit, Zeichenunterricht bei Erich Dietz; 1948 – 50 Studium an der HS für Baukunst u. bildende Kunst in Weimar; danach freischaff. in Altenburg, Annahme des Künstlernamens »Altenbourg«; 1959 Beteiligung an der documenta II in Kassel; 1961 Gastatelier in der AdK in Berlin (West); 1964 Anklage u. Verurteilung wegen…

Wer war wer in der DDR

Altmann, Eva

* 17.12.1903 – ✝ 1.3.1991

Geb. in Berlin; Vater Kfm.; Studium der Wirtschaftswiss. in Frankfurt (Main), Kiel u. Berlin; 1921 Mitgl. des KJVD, 1923 der KPD; 1931/32 neuneinhalb Mon. Festungshaft; Ende 1932 zwei Mon. Gefängnis; Jan. 1933 Frauen-Ltr. des Erwerbslosen-Bezirksaussch. Berlin-Brandenburg; März 1933 zu den Reichstagswahlen KPD-Instrukteur in Eisleben, Jan. – Juni 1934 U-Haft in Berlin; anschl. Angeklagte im Prozeß Hans Otto u. Genossen vor dem 4. Strafsenat des Kammergerichts Berlin, Freispruch aus Mangel an…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Amecke, Adolf

* 28.4.1873 – ✝ 1939

Geboren am 28. April 1873 in Dinker in Westfalen, aus streng evangelisch-christlichem Elternhaus stammend, studierte Jura und ließ sich dann 1903 als Rechtsanwalt in Dortmund nieder. Politisch war er vor dem Weltkrieg bei den National-Liberalen aktiv. Als Soldat geriet er in russische Kriegsgefangenschaft. Der inzwischen radikalisierte Amecke ging in Rußland zu den Bolschewiki über und kam 1923 nach Dortmund zurück. Von 1923 bis 1925 war er im KPD-Bezirk Ruhr einer der bekanntesten Linken in der KPD, gehörte dem Stadtrat in Dortmund an und war kurze Zeit führend in der BL. Aktiv in der linken Opposition, legte er im Juni 1926 sein Mandat im Dortmunder Stadtrat nieder, trat 1926 aus der KPD aus und arbeitete nur noch als Rechtsanwalt. Während der NS-Diktatur schloß er sich Ende 1934 einer illegalen Widerstandsgruppe der KPD an. Am 3. März 1936 verhaftet, wurde er am 18. Dezember 1936 vom OLG Hamm zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt, später kam er in »Schutzhaft« ins KZ, wo er 1939 umgekommen sein soll.

Wer war wer in der DDR

Anders, Christoph

* 16.12.1936

Geb. in Mittelsteine (Krs. Glatz, Schles. / Ścinawka Średnia); Vater Arbeiter; Grund- u. Oberschule; 1951 FDJ; 1951 – 56 Lehre u. Arbeit als Elektromonteur; 1956 – 59 Matrose bei der Volksmarine; 1959 SED; 1959 / 60 Org.-Instrukteur; 1960 – 63 Stud. an der DASR Potsdam-Babelsberg, Dipl.-Staatswiss.; 1963 – 71 Stellv. des Vors. des Rats des Krs. Zeitz für Inneres; 1966 – 70 Fernstud. an der HU Berlin, Dipl.-Jurist; 1971 – 76 1. Stellv. des Vors. des Rats des Krs. Zeitz, 1976 – 78 Vors. des Rats…

Wer war wer in der DDR

Andert, Reinhold

* 26.3.1944

Geb. in Teplitz-Schönau (Teplice-Šanov/ Tschechien); Vater Schneider, Mutter Arbeiterin; 1958 – 62 Bischöfl. Vorseminar, 1962 – 64 Orgelbauerlehre u. Abitur an der Abendschule, 1963 SED; 1964 – 69 Studium der Philos. u. Geschichte an der HU Berlin; 1966 – 73 Mitgl. des Oktoberklubs Berlin (bis 1967 Hootenanny-Klub); 1967 erste eigene Lieder, prägt in der Polemik gegen phrasenhafte pol. Liedtexte das Motto »DDR-konkret«; 1970 – 80 Auftritte beim Berliner Festival des pol. Liedes; 1969 – 72…

Wer war wer in der DDR

Angermann, Erich

* 21.1.1911 – ✝ 2.11.1968

Geb. in Lichtenberg (Krs. Bischofswerda); Vater Arbeiter; Volks- u. Berufsschule, Lehre u. Arbeit als Zimmermann; 1925 Dt. Baugewerksbund; 1926 RFB u. Arbeiter-Turn- u.-Sportbund, 1929 KPD; nach 1933 illeg. Arbeit, zeitw. inhaftiert; seit Verkehrsunfall 1935 berufsuntauglich, 1937 – 45 als Schwerbeschädigter in der Dresdener Tuchfabrik tätig. 1945 – 48 Arbeitsgebietsltr. der KPD / SED in Großröhrsdorf; 1948 / 49 Sekr. des FDGB-KV Kamenz; 1949 – 52 Kaderltr. bzw. Betriebsltr. in der VVEAB Krs.…

Wer war wer in der DDR

Ansorge, Erich

* 4.12.1937

Geb. in Schatzlar (Krs. Trautenau, ČSR / Žacléř, Tschechien); Vater Bergmann; Grundschule; 1951 – 54 Lehre u. Arbeit als Hüttenwerker im VEB Kupfer- u. Blechwaren Ilsenburg; 1954 – 57 Student an der ABF Halle u. der Bergakad. Freiberg (Abitur), 1957 – 62 Studium am Metallurg. Inst. in Dnjeprpetrowsk (UdSSR), Dipl.-Ing. für Ausrüstungen; während des Studiums zwei Jahre Militärdienst in der sowj. Armee, Ltn.; 1958 SED; 1962 / 63 Mechaniker, 1963 / 64 wiss. Mitarb., 1964 / 65 hauptamtl. Sekr. für…

Wer war wer in der DDR

Apelt, Fritz

* 4.2.1893 – ✝ 28.1.1972

Geb. in Tiefenfurth (Krs. Görlitz, Niederschles./Parowa, Polen); Vater Bergmann u. Landbriefträger, Mutter Fabrikarb.; Volksschule; 1907 – 10 Ausbildung zum Schlosser; 1910 – 14 u. 1918 – 23 Schlosser u. Werkzeugmacher; 1911 – 23 DMV; seit 1911 in Berlin; Okt. 1912 SPD; 1912/13 Besuch der Arbeiterbildungsschule; 1915 – 18 Militärdienst; Nov. 1918 Mitgl. eines Soldaten- u. eines Arbeiterrats in Liegnitz; Angeh. der Volksmarinediv.; Dez. 1918 USPD; 1918 – 23 Vertrauensmann des DMV u.…

Wer war wer in der DDR

Appelfeller, Martin

* 12.8.1921 – ✝ 1.4.2001

Geb. in Meuselbach; Vater Arbeiter; Volksschule; Ausbildung zum u. Arbeit als Maschinenarbeiter; 1940/41 RAD, 1941 – 45 Wehrmacht. 1945/46 Maschinenarbeiter; 1945/46 KPD/ SED; 1946 – 48 Erfassungskontrolleur beim Rat des Krs. Rudolstadt; 1948/49 Bürgermstr. in Meuselbach; 1949 Eintritt ins MfS, 1949 – 52 operativer Mitarb., 1952 Dienststellenltr.; 1953/54 1. Sekr. der SED-KL, ab 1954 pol. Mitarb. in der Abt. für Sicherheitsfragen, 1957 – 60 Studium an der PHS, Dipl.-Ges.-Wiss.; Fernstudium an…

Wer war wer in der DDR

Alexan, Georg Friedrich

* 12.7.1901 – ✝ 11.1.1995

Geb. in Mannheim / Baden in einer jüd. Familie; Vater Kaufm., Mutter Hausfrau; Volksschule; 1916 – 19 Lehrling; 1919 – 21 Büroangest.; 1921 – 31 Mitarb. im elterl. Ladengeschäft; daneben Besuch der Handelshochschule u. der Freien VH (Abendkurse für dt., franz. u. engl. Literatur u. Sozialgeschichte); 1931 Übersiedl. nach Paris, dort freier Schriftsteller; 1933 SDS; Gründung des Verlags Editions meteor; zwei Romane unter dem Namen Friedrich Alexan (»Mit uns die Sintflut« 1934; »Im Schützengraben…

Wer war wer in der DDR

Alisch, Horst

* 20.5.1925

Geb. in Berlin; Vater Bankangest.; Ausbildung zum Bankkfm., abgebrochen; vier Semester Kunstschule der Dt. Zeichenfilm GmbH; Wehrmacht; Kriegsgefangenschaft. 1946 nach Berlin-Tegel entlassen; ging zum Zeichenfilm (EOS Film GmbH); durch Heirat in die DDR, 1954 – 84 pol. Zeichner bei der Ztg. »BZ am Abend«, anschl. bis 1990 nur noch Humorzeichner, auch tätig für die satir. Ztschr. »Frischer Wind«/»Eulenspiegel« u. den Verlag Junge Welt; neben Pressezeichnungen entstanden mehrere Bildergeschichten,…

Wer war wer in der DDR

Almsick, Franziska van

* 5.4.1978

Geb. in Berlin; begann 1983 mit dem Schwimmsport; 1985 Trainingszentrum; 1987 – 96 KJS bzw. Sportgymnasium; 1989 neunfache Spartakiadesiegerin beim SC Dynamo Berlin, 1990 1. PSV Berlin, SC Berlin, 2001 SG Neukölln (Trainer Dieter Lindemann, 1996 Gerd Eßer, 2001 Norbert Warnatzsch); 1991 2. Platz bei den Dt. Meisterschaften (200 m Freistil); 1992 sechsfache Junioren-EM; 1992 – 2004 viermal Teiln. an Olymp. Spielen: 1992: zweimal Silber (200 m Freistil, 4 x 100 m Lagen), zweimal Bronze (100 m…

Wer war wer in der DDR

Altenburger, Wolfgang

* 19.9.1931 – ✝ 18.3.2008

Geb. in Chemnitz; Vater Schlosser u. Erfinder; Mittelschule. 1947 Ausbildung zum Bergmann; 1948 SED; Drei-Mon.-Lehrgang zum Lehrer u. Pionierltr., anschl. Pionierltr. in Borna; Fernstudium zum Unterstufenlehrer; Instrukteur beim FDJ-ZR für Touristik u. Wandern; nach dem Studienabschl. 1956 als Red. zum Verlag Junge Welt; 1960 – 62 Journalistikstud. in Leipzig, anschl. Fernstudium; 1964 Dipl.-Arbeit, in der er eine Theorie der »soz. Bildgeschichte« entwickelte; 1963 – 86 Chefred. von »Mosaik«;…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Altmann, Heinz

* 30.1.1905 – ✝ 3.3.1939

Am 30. Januar 1905 in Berlin-Charlottenburg geboren, war nach dem Besuch des Realgymnasiums von 1923 bis 1926 Lehrling in einer Buchhandlung und dann Kraftfahrer. 1921 trat er der kommunistischen Jugend bei und war seit 1926 in der Berliner KPD aktiv. Er arbeitete in der Agitpropabteilung in Berlin und war seit 1927 Lehrer an legalen und illegalen Schulen der KPD und ihrer Organisationen. 1930 in Berlin UB-Leiter, gleichzeitig im illegalen AM-Apparat tätig (Deckname Heinz Schreiber). Von Mai bis Dezember 1934 im KZ, er wurde schwer mißhandelt. In Moskau berichtete er, daß ihm zehn Genossen gegenübergestellt wurden, die ihn auf Weisung der SS verprügeln mußten. Nur Werner Hirsch weigerte sich, »die Peitsche auch nur in die Hand zu nehmen«. Daraufhin wurde Hirsch von der SS bewußtlos geschlagen. Altmann emigrierte 1934 über die CSSR und die Schweiz in die UdSSR. Er wurde Sowjetbürger und Lehrer an der Internationalen Leninschule in Moskau. Anfang 1937 vom NKWD verhaftet, schloß ihn das ZK der KPD im März 1937 aus der Partei aus. Auch seine Frau Elisabeth Schmidt war inhaftiert. Er selbst kam für kurze Zeit wieder frei, wurde aber am 17. August 1938 erneut festgenommen. Heinz Altmann wurde in Moskau am 2. März 1939 zum Tode verurteilt und am 3. März 1939 erschossen, 1956 »posthum rehabilitiert«.

Wer war wer in der DDR

Ammer, Thomas

* 19.7.1937

Geb. in Eisenberg; Eltern Inh. eines Handwerksbetriebs zur Herstellung histor. Tasteninstrumente; Vater 1943 – 45 am Widerstand der KPD beteiligt; Besuch der Oberschule, dort als FDJ-Sekr. 1952 / 53 Einsatz für verfolgte Christen; 1955 Abitur, anschl. Aufnahme eines Medizinstud. an der FSU Jena, hier auch FDJ-Funktionär; Herbst 1953 gem. mit Reinhard Spalke u. Johann Frömel Initiator einer konspirat. Widerstandsgr. von ca. 12 Jugendl., die sich an das illeg. Zellensystem im Widerstand gegen das…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Anders, Karl

* 24.1.1907 – ✝ 27.2.1997

Geboren als Kurt Wilhelm Naumann am 24.Januar 1907 in Berlin, Sohn eines Handwerksmeisters. Nach der Gesellenprüfung arbeitete Naumann im Polstermöbelbau, dann als Gartenbautechniker. 1921 im Wandervogel aktiv, ab 1923 in der Arbeiterjugendbewegung. Seit 1929 in der KPD, wurde 1931 Parteisekretär. Zeitweise leitete er die Agitpropabteilung des KPD-Bezirks Berlin-Brandenburg. 1933 Instrukteur des ZK für die Herstellung der illegalen Druckerzeugnisse im Reich, im März 1934 flüchtete er nach Prag und war dort 1936/37 im Vorstand der Roten Hilfe. Anders emigrierte 1939 über Polen nach Großbritannien, wo er von Juni bis Dezember 1940 interniert war. Anders schloß sich 1940 der sozialdemokratischen Gruppe »Neu Beginnen« an und war dann von 1943 bis 1949 in der Deutschlandabteilung von BBC tätig. 1949 kehrte er nach Deutschland zurück und leitete von 1953 bis 1957 den Verlag der »Frankfurter Rundschau« und wurde Mitglied der SPD. Im Wahlkampf 1961/62 gehörte er zur zentralen Wahlkampfleitung der Partei. Als Berater der Gewerkschaft IG Bau veröffentlichte er deren Geschichte: »Stein auf Stein. Die Leute von Bau-Steine-Erden und ihre Gewerkschaften«, Hannover 1969. Von 1971 bis 1974 in der Grundwertekommission der SPD, danach in deren Seniorenrat. Karl Anders starb am 27.Februar 1997 in Dreieich bei Frankfurt/M.

Wer war wer in der DDR

Andrä, Erwin

* 20.5.1921

Geb. in Dresden; Vater Dreher, Mutter Hausfrau, gelernte Blumenbinderin; 1935 – 41 Lehre u. Arbeit als Modellbauer; 1941 – 44 Kriegsdienst; 1944 – 47 Modellbauer. 1947 – 52 Studium an der HS für Werkkunst Dresden, ab 1950 dort Ass. u. Doz.; 1952 – 55 am Inst. für angew. Kunst, Ltr. d. Abt. Holz u. Spielmittelgestaltung; SED; 1953 Kurator der DDR-Spielzeugausstellung in Berlin, 1954 der Schau »Dt. angew. Kunst vom 16. Jh. bis zur Gegenwart« in Moskau; 1955 – 61 Hauptverwaltungsltr. im Min. für…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Angermeier, Heinrich

* 5.4.1884 – ✝ 22.2.1945

Geboren am 5. April 1884 in Groß-Zimmern/ Hessen, Sohn einer Bauernfamilie. Schon sein Vater war Sozialist gewesen. Im Weltkrieg wurde Angermeier schwer verwundet. Er stieß 1920 zur KPD und wurde 1924 Abgeordneter des Hessischen Landtages, in dem er sich als Experte für Agrarfragen einen Namen machte. Mitglied der UB-Leitung Darmstadt. 1927 erneut in den Landtag gewählt. Nach dem Ausscheiden von Heinrich Galm (1929) verließ Angermeier als Rechter die KPD und führte sein Mandat für die KPO weiter. Auch 1931 kandidierte er (nicht gewählt) auf der Liste der KPO für die Hessischen Landtagswahlen. Er war kein hauptamtlicher Funktionär, sondern blieb stets als Landwirt tätig. 1933 verhaftet, war er über ein Jahr im KZ Osthofen. Danach wieder Landwirt in Groß-Zimmern, dort wurde er im August 1944 erneut verhaftet und ins KZ Dachau gebracht, wo Heinrich Angermeier am 22. Februar 1945 ums Leben kam.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Antes, Kurt

* 24.5.1906 – ✝ 1.3.1942

Geboren am 24. Mai 1906 in Ottweiler/Saar, Arbeiter. Er war seit 1926 in der KPD aktiv und soll im illegalen Apparat der KP-Saar tätig gewesen sein. Antes kam im August 1930 in die Sowjetunion und arbeitete als Hauer in den Kohlegruben des Donezbeckens. Von 1933 bis Dezember 1934 studierte er an der Kommunistischen Universität der nationalen Minderheiten des Westens (KUNMS), einer Kaderschule, und arbeitete anschließend als Referent beim EKKI in Moskau. 1937 als angeblicher Neumann-Anhänger vom NKWD verhaftet und am 8. Januar 1938 aus der UdSSR nach Deutschland ausgewiesen. Hier kam er ins KZ Buchenwald. Kurt Antes starb am 1.März 1942 im KZ Neuengamme an Fleckfieber.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Apelt, Fritz

* 4.2.1893 – ✝ 28.1.1972

Geboren am 4. Februar 1893 in Tiefenfurt/Krs. Görlitz, Sohn eines Landbriefträgers; lernte Schlosser und Werkzeugmacher. 1911 Mitglied der SPD, 1917 der USPD. Apelt war bis 1921 DMV-Vertrauensmann und Betriebsrat bei der AEG in Berlin, 1920 Mitglied der KPD. 1923 wegen Führung eines »wilden Streiks« aus dem DMV ausgeschlossen, wurde im Juli 1923 Gewerkschaftsredakteur der »Roten Fahne«. Im September 1924 verhaftet und am 7. November 1924 vom Reichsgericht zu einem Jahr Festungshaft verurteilt, die er in Gollnow absaß. Von 1925 bis 1927 Redakteur beim KPD-Pressedienst bzw. bei der »Roten Fahne«. Anfang 1927 nach Moskau geschickt, wo er als Vertreter der RGO im Vollzugsbüro der RGI in Moskau arbeitete und dort 1928 für Jugendfragen verantwortlich war. Im Oktober 1929 kehrte Apelt nach Deutschland zurück, bis Ende 1932 war er Chefredakteur des »Thüringer Volksblattes« und Mitglied der BL-Thüringen, ab November 1932 Chefredakteur der »Arbeiterstimme« in Mannheim. Im August 1933 verhaftet, war er bis Mai 1934 in den KZs Heuberg und Kieslau inhaftiert. Nach seiner Freilassung Oberberater des ZK im Rheinland und im Ruhrgebiet. Im März 1935 emigrierte er über Paris in die UdSSR. Von 1935 bis 1943 Mitarbeiter der Komintern und des ZK der KPD, zeitweilig Redakteur des Deutschen Volkssenders und des Senders des NKFD Freies Deutschland. Wegen »mangelnder Wachsamkeit« erhielt Apelt von der Moskauer KPD-Führung im Oktober 1942 eine »strenge Rüge«. Im Juni 1945 Rückkehr nach Deutschland, zunächst war er Mitglied des Vorbereitenden Gewerkschaftsausschusses für Sachsen und 2. Vorsitzender des FDGB-Landesausschusses. Im September 1945 wurde Apelt Chefredakteur der Zeitung »Die Freie Gewerkschaft«, ab 1947 der »Tribüne«. Von 1947 bis 1953 Vorsitzender des »Verbandes der deutschen Presse«, im Januar 1954 wurde er Staatssekretär bzw. 1. Stellvertreter des Ministers für Kultur und trat 1956 in den Ruhestand. Er war seit November 1952 mit Frieda Malter verheiratet, erhielt 1970 die Ehrenspange zum VVO in Gold. Fritz Apelt starb am 28. Januar 1972.Andreas Herbst / Peter Erler

Wer war wer in der DDR

Appelt, Rudolf

* 5.12.1900 – ✝ 2.7.1955

Geb. in Niederhanichen (Krs. Reichenberg, Nordböhmen/Dolny Hanychov, Tschechien); Vater Modelltischler, Mutter Heimarb.; Volks- u. Bürgerschule; 1916 – 18 Ausbildung zum Kfm., 1918 – 20 arbeitslos; 1919 – 21 Mitgl. der tschech. SAJ u. der Dt. Sozialdemokrat. Arbeiterpartei in der ČSR (Linke); 1920 als Buchhalter tätig; 1921 – 46 Mitbegr. u. Mitgl. der KPČ, 1921 – 38 hauptamtl. Funktionär, Red. u. Geschäftsf. versch. Parteiztg.; 1921 – 26 Mitgl. des KJV der ČSR; 1924/25 Buchhalter in Hanichen;…

Wer war wer in der DDR

Alexander, Karl Friedrich

* 1.5.1925

Geb. in Berlin; Vater Rechtsanwalt; 1942 Abitur in Berlin, danach Praktikum u. a. bei Siemens & Halske; RAD u. Wehrdienst, Funker, Aug. 1944 frz. Kriegsgefangenschaft. Ende 1945 Rückkehr nach Dtl.; 1946 Physikstudium in Berlin; 1947 SED; 1947 Forts. des Studiums in Göttingen, dort Mitgl. der KPD, 1951 Dipl. am Max-Planck-Inst. für Physik; Übersiedl. nach Berlin (Ost); 1954 Prom. an der HU Berlin; seit 1955 am Aufbau des Zentrums für Kernforschung (ZfK) Rossendorf (b. Dresden) beteiligt, 1955/56…

Wer war wer in der DDR

Allendorf, Marie-Luise

* 26.11.1927 – ✝ 19.9.2010

Geb. in Dudeldorf (b. Bitburg / Eifel); Vater Bäcker, Mutter Schneiderin; Grund- u. OS; 1944 NSDAP; 1944 / 45 im Rahmen des Pflichtjahrs in Mecklenb. Helferin in der Kinderlandverschickung. 1945 – 48 Näherin in Harzgerode; 1948 – 50 Mitarb. im FDJ-LV Sachsen-Anh. u. Lehrerin an FDJ-Schulen; 1949 SED; 1949 Lehrgang an der FDJ-Jugendhochschule Bogensee; 1950 / 51 Lehrerin an einer KPS des SED-LV Sachsen-Anh., 1951 / 52 Schülerin an der SED-LPS in Ballenstedt; 1952 / 53 Lehrerin an der…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Almstadt, Bernhard

* 23.8.1897 – ✝ 6.11.1944

Geboren am 23. August 1897 in Hannover-Linden als dreizehntes Kind des Schuhmachers Wilhelm Almstadt. Kaufmännische Lehre und Arbeit als Angestellter, seit 1913 Mitglied der Arbeiterjugend, ab 1916 Soldat im Ersten Weltkrieg. Er gehörte 1918 gemeinsam mit Karl Fugger zu den Mitbegründern der FSJ in Hannover-Linden. Seit 1919 Mitglied der KPD, wurde er 1920 stellvertretender Jugendleiter des KJD-Bezirks Niedersachsen. 1922 sechs Monate Kursant der KPD-Parteischule in Berlin, anschließend hauptamtlicher Angestellter der BL Niedersachsen. Im Herbst 1923 Bezirksleiter für Braunschweig. Von 1924 bis 1926 zunächst Redakteur, anschließend Geschäftsführer der Parteizeitung »Tribüne« in Magdeburg, 1927 der Parteizeitung in Hagen/ Westfalen, von 1928 bis 1930 des »Ruhrechos«. 1930 wurde Almstadt vom ZK zum Geschäftsführer des Arbeiter-Sport-Verlages in Berlin berufen. Er war Mitglied des Sekretariats der Reichsleitung für rote Sporteinheit und gehörte ab 1933 zu deren illegaler Reichsleitung. Am 12. Oktober 1933 verhaftet und am 6. Dezember 1934 zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt. 1935 entlassen, betätigte er sich weiter illegal, hatte Verbindung zur Uhrig-Gruppe und zur Widerstandsgruppe um Anton Saefkow. Gemeinsam mit seiner Frau Erna leistete er Kurierdienste. Durch Verrat am 12. Juli 1944 erneut verhaftet und vom 1. Senat des VGH am 19. September 1944 zum Tode verurteilt. Am 6. November 1944 wurde Bernhard Almstadt im Zuchthaus Brandenburg-Görden hingerichtet. Erna Almstadt, geborene Duwe, geb. am 28. Dezember 1894 in Hannover als Tochter eines Uhrmachermeisters, war Hausmädchen und Fabrikarbeiterin. Seit 1920 KPD-Mitglied, heiratete 1921 Bernhard Almstadt. 1924 Buchhalterin, u. a. beim »Ruhrecho«, von 1930 bis 1932 beim Freidenkerverlag. Im August 1933 verhaftet; nach einigen Wochen freigelassen. Ab Oktober 1945 Mitarbeiterin im ZK der KPD, dann Buchhalterin bei der SED-Holding Zentrag. Erna Almstadt starb am 9.März 1990 in Berlin.

Wer war wer in der DDR

Altenkirch, Ernst Albert

* 5.11.1903 – ✝ 24.3.1980

Geb. in Bahnitz (Krs. Jerichow II); Eltern Metallarbeiter; Volksschule in Brandenb. (Havel); 1918 – 22 Ausbildung zum Werkzeugschlosser in Brandenb., 1922 – 30 im Beruf tätig; 1919 DMV; 1923 u. 1925 Wanderschaft; 1923 – 29 KJVD, 1925 – 29 Pol.-Ltr.; 1924 wegen illeg. pol. Arbeit verhaftet, zu einer Geldstrafe verurteilt; 1929 KPD-Parteischule »Rosa Luxemburg« in Fichtenau; 1929 Mitgl. der KPD u. deren UBL; 1930 Mitgl. des DMV, ausgeschl.; 1930 – 32 arbeitslos; 1932 Pol.-Ltr. des KPD-UB…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Altwein, Fritz

* 5.6.1889 – ✝ 11.2.1967

Geboren am 5. Juni 1889 in Jena als Sohn eines Zimmererpoliers, erlernte den Beruf eines Lithographen. Von 1908 bis 1924 arbeitete er bei Zeiss Jena. Altwein gehörte um 1908 mit Willi Münzenberg und Georg Schumann zu den Mitbegründern der Arbeiterjugend in Thüringen. 1908 trat er der SPD und den Gewerkschaften bei. 1917/18 Soldat, wurde Mitglied der Spartakusgruppe und der USPD. 1920 ging er zur KPD, war in Jena Ortsgruppenvorsitzender und vertrat die Partei in der Stadtverordnetenversammlung. Altwein war Mitglied der KPD-BL Groß-Thüringen und Anhänger Heinrich Brandlers. 1924 wurde er Sekretär der RHD Bezirk Thüringen, 1925 Zentralsekretär der Reichsleitung der RHD in Berlin. Im April 1929 wurde Altwein wegen seiner Kritik am ultralinken Kurs der KPD-Führung aus der KPD ausgeschlossen und verlor auch seine Stellung als RHD-Angestellter. In der KPO aktiv, ging er mit deren Minderheit im April 1932 zur SAP. Von 1929 bis zu seiner Entlassung im Juni 1933 war er städtischer Wohlfahrtspfleger in Berlin, 1931/32 besuchte er die Hochschule für Politik. Von November 1933 bis Juni 1934 Instrukteur der illegalen SAP in Berlin, floh er wegen drohender Verhaftung über Holland in die CSSR und setzte hier die antifaschistische Arbeit fort. Im Sommer 1938 gelangte Altwein über Rotterdam nach Norwegen und arbeitete als Retuscheur. 1940 nach Schweden emigriert, war er dort zeitweilig interniert. Ab 1943 war er Lithograph in Stockholm und betätigte sich in der Landesgruppe deutscher Gewerkschafter. Da er zunächst keine Rückkehrerlaubnis erhielt, konnte er erst 1958 in die Bundesrepublik ausreisen. Er lebte in Oberursel im Taunus und wurde Mitglied der SPD. Fritz Altwein starb am 11. Februar 1967. Roland Altwein veröffentlichte 2006 eine biographische Skizze über Fritz Altwein.

Wer war wer in der DDR

Ampler, Klaus

* 15.11.1940

Geb. in Marienburg; Vater Arbeiter; POS; seit 1954 aktiver Radsportler, zunächst Motor Warnowwerft/Motor Rostock, 1956 – 59 Ausbildung zum Lichtbogenschweißer; 1959 – 70 Dipl.-Sportlehrer, Studium an der DHfK Leipzig, dort im SC, DDR-Mstr. auf der Straße 1962 u. 1963, in der Verfolgung auf der Bahn 1965 u. 1966, im Straßen-Mannschaftsfahren 1969; 1963 Sieger der Internat. Friedensfahrt; 1963 Sportler des Jahres; SED; 1970 Leistungssport beendet; ab 1971 Radsporttrainer beim SC DHfK Leipzig u. in…

Wer war wer in der DDR

Anderson, Edith

* 30.11.1915 – ✝ 13.4.1999

Geb. in New York; Vater Lehrer, Mutter Lehrerin; 1932 – 37 Ausbild. zur Englischlehrerin am New College der Columbia University New York; 1937 / 38 Ehe mit Victor Teichman; 1938 KP der USA; 1942 / 43 Kulturred. der KP-Ztg. »Daily Worker«; 1943 – 47 Eisenbahnschaffnerin der Pennsylvania Railroad; Gewerkschaftsaktivitäten; 1944 Ehe mit  Max Schröder. 1947 Reise zum Ehemann nach Dtl., wg. Visa-Problemen längerer Zwischenaufenthalt in Paris; Dez. 1947 Ankunft in Berlin; Nov. 1948 Geburt der Tochter…

Handbuch Deutsche Kommunisten

André, Edgar

* 17.1.1894 – ✝ 4.11.1936

Am 17. Januar 1894 in Aachen geboren, André verbrachte seine Jugend als Waise in Belgien, wo er sich der Jungen Sozialistischen Garde anschloß. Nach der Schulentlassung Arbeiter. Im Krieg als Freiwilliger deutscher Soldat, geriet 1918 in französische Gefangenschaft. Nach dem Weltkrieg Rückkehr nach Deutschland, SPD-Mitglied in Koblenz, ab 1922 in Hamburg Hafenarbeiter. 1923 Übertritt zur KPD, 1925 Leiter des RFB Wasserkante, Mitglied der BL und von Oktober 1927 bis 1933 Abgeordneter der Hamburger Bürgerschaft, ab 1930 auch Stadtverordneter in Cuxhaven. Nach dem Verbot des RFB (1929) leitete er die illegale Organisation. Einem Mordanschlag auf André fiel der kommunistische Funktionär Ernst Henning zum Opfer. André arbeitete 1932 einige Zeit für die KP in Frankreich. Nach dem Reichstagsbrand wurde er am 5. März 1933 verhaftet und für die Zusammenstöße zwischen SA und RFB in Hamburg verantwortlich gemacht. Er erlitt schwere Mißhandlungen, da ihn die SA für einen Juden (er war »Arier«) hielt. Am 10. Juli 1936 verurteilte das Hanseatische OLG André wegen »mehrfachen Mordes« zum Tode, obwohl die Mehrzahl der Richter zunächst nicht bereit war, dem Antrag des Staatsanwaltes zuzustimmen. Angeblich hatte Hitler selbst auf das Todesurteil gedrungen. In seinem Schlußwort erklärte André: »Sollten Sie hier das Unmögliche möglich machen und einen unschuldigen Kämpfer zum Richtblock bringen, so bin ich bereit, diesen schweren Gang zu gehen. Ich will keine Gnade! Als Kämpfer habe ich gelebt und als Kämpfer werde ich sterben mit den letzten Worten: Es lebe der Kommunismus!« Trotz zahlreicher Proteste aus dem Ausland wurde Edgar André in Gegenwart von 75 politischen Mitgefangenen am 4. November 1936 mit dem Handbeil enthauptet. Seine Frau, Martha, war ebenfalls einige Zeit inhaftiert, sie emigrierte später und lebte nach 1945 als Parteiveteranin der SED in Berlin, sie starb am 22. Oktober 1966.

Wer war wer in der DDR

Anke, Hannelore

* 8.12.1957

Geb. in Schlema (Erzgeb.); Vater bei der SDAG Wismut tätig; 1969 Beginn mit dem aktiven Schwimmsport; 1971 Jugend-EM; Spezialdisz.: Brust; 1973 Vize-WM über 200 m; 1975 WM über 100 m, 200 m u. mit der 4 x 100-m-Lagenstaffel; 1976 Olympiasiegerin über 100 m u. mit der 4 x 100-m-Lagenstaffel; 1976 sportl. Laufbahn beendet; 1976 – 90 SED; 1976 – 81 Abg. des Bez.-Tags Karl-Marx-Stadt; Studium an einer FS für Krippenpädagogik; danach Krippenerzieherin.Olaf W. Reimann

Wer war wer in der DDR

Antoni, Carmen-Maja

* 23.8.1945

Geb. in Berlin; Vater Kunstmaler, Mutter Aufnahmeltr. beim DFF; ab 1957 erste Fernsehauftritte mit dem Pionier-Kabarett »Blaue Blitze«; Abitur; 1962 – 65 Schauspielstud. an der Dt. HS für Filmkunst Potsdam-Babelsberg; 1965 – 70 Engagement am Hans-Otto-Theater Potsdam, u. a. als Grusche in »Der kaukasische Kreidekreis« von  Bertolt Brecht, Minna in Lessings »Minna von Barnhelm«; 1970 – 75 an der Volksbühne Berlin, Arbeit unter der Regie von  Benno Besson (Herakles in  Heiner Müllers »Herakles V«)…

Wer war wer in der DDR

Apitz, Bruno

* 28.4.1900 – ✝ 7.4.1979

Geb. in Leipzig; Vater Wachstuchdrucker, Mutter Waschfrau; Ausbildung zum Stempelschneider u. Buchhändler; 1914 Mitgl. der SAJ u. anschl. der Liebknecht-Jugend; 1917 wegen Antikriegsprop. zu 21 Mon. Gefängnis verurteilt; 1917/18 Haft im Zuchthaus Cottbus; 1919 wegen Teiln. an einem Streik erneut pol. gemaßregelt; 1919/20 Gelegenheitsarb.; nach Unterricht Schauspieler in Leipzig, dann arbeitslos; 1922 Mitgl. des KJVD u. 1927 der KPD, Ltr. des Zentralverlags der Roten Hilfe (RH); Beginn der liter.…

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Appen, Karl von

* 12.5.1900 – ✝ 22.8.1981

Geb. in Düsseldorf; Vater Glasmaler, Mutter Porzellanmalerin; 1918 Ausbildung zum Theatermaler am Stadttheater Frankfurt (Main); 1920 – 24 Studium an der dortigen Kunstgewerbeschule; 1921 – 26 Bühnenbildner für das Frankfurter Künstlertheater u. die Städt. Oper; 1926 – 29 freier Maler in Berlin; 1929 Übersiedl. nach Dresden, Maler u. Grafiker, Bühnenbildner für Theater in Dresden, Dortmund, Würzburg; Studium an der MASCH; 1932 KPD u. ASSO; 1933 Berufsverbot; ab 1936 wiederholt Kurier der KPD…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Alexander, Eduard

* 14.3.1881 – ✝ 1.3.1945

(* 1881 – † 1945) Geboren am 14. März 1881 in Essen. Abitur in Essen, Jurastudium in Freiburg, Lausanne und Berlin. 1909 Rechtsanwalt bei der Allgemeinen Versicherungs-Aktionsgesellschaft in Magdeburg; 1911 Rechtsanwalt in Berlin. Seit 1908 verheiratet mit Gertrud Alexander, geborene Gaudin. Eduard Alexander war Gründungsmitglied des Spartakusbundes und der KPD in Berlin. Von 1921 bis 1925 dort Stadtverordneter. Unter dem Pseudonym E. Ludwig leitete er 1922 den Pressedienst der KPD, Anfang 1924 war er kurze Zeit Chefredakteur der »Roten Fahne«, dann jahrelang deren Wirtschaftsredakteur, sogar in der Ruth-Fischer-Ära, obwohl er der Mittelgruppe angehörte. 1929 als Versöhnler abgelöst. Von 1928 bis 1930 Reichstagsabgeordneter, danach als Versöhnler nicht mehr aufgestellt. Rechtsanwalt in Berlin-Friedenau. Im August 1931 wählte die Gemeinde Boizenburg (Mecklenburg) Alexander mit 1752 Stimmen der KPD und SPD gegen den Vertreter der NSDAP (1625 Stimmen) zum Bürgermeister. Da die mecklenburgische Regierung seine Bestätigung verweigerte, konnte er dieses Amt nicht ausüben. Nach 1933 Berufsverbot, Alexander betätigte sich bis 1940 als Schiedsmann in Handelsangelegenheiten bei der deutsch-sowjetischen Handelsgesellschaft. Am 2. August 1944 verhaftet, kam Eduard Alexander am 1. März 1945 während des Transports vom KZ Sachsenhausen ins KZ Bergen-Belsen ums Leben.

Wer war wer in der DDR

Allenstein, Walter

* 5.10.1906 – ✝ 26.3.1992

Geb. in Berlin-Schöneberg; Vater Arbeiter; Volksschule, Ausbildung zum kfm. Angest., im Beruf tätig; 1924 Jungbanner u. Reichsbanner; 1926 SPD, 1928 Ausschl. aus dem Reichsbanner u. Übertritt zum RFB, 1928 KPD; 1928 – 33 Funktionär des illeg. RFB bzw. des Abwehrapparats des ZK der KPD in Berlin; 1933 illeg. Arbeit; 1939/40 u. 1943 – 45 Wehrmacht; Juni 1945 kurzz. amerik. Kriegsgefangenschaft. 1945 – 49 stellv. Ltr., dann Ltr. der HA in der Dt. ZV für Industrie bzw. in der DWK; 1946 SED; 1949 –…

Wer war wer in der DDR

Alt, Robert

* 4.9.1905 – ✝ 13.12.1978

Geb. in Breslau (Wrocław/Polen) in einer dt.-jüd. Fam.; Vater Stubenmaler; Volksschule u. Realgymnasium; 1924 – 27 Studium der Soziol. u. der Philos. in Breslau u. Berlin; Mitgl. der Jungsozialisten, 1924 SPD; 1927 – 29 Studium an der Pädagog. Akad. in Frankfurt (Main); Mitgl. des Soz. Studentenbundes; 1929 1. Lehrerprüfung u. Lehrer an der Volksschule Berlin-Neukölln (Grundschule der Karl-Marx-Schule); 1932 zudem Lehrer an der Volksschule der jüd. Gemeinde; 1933 KPD; 1933 2. Lehrerprüfung u.…

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Althaus, Dieter

* 29.6.1958

Geb. in Heiligenstadt; 1977 Abitur; 1977 – 79 NVA; 1979 – 83 Studium der Physik u. Mathematik an der PH Erfurt, Dipl.-Lehrer; 1983 – 89 Lehrer u. 1987 – 89 stellv. Dir. an der POS Geismar (Krs. Heiligenstadt); 1985 CDU; Jan. – Okt. 1990 Kreisschulrat des Landkrs. Heiligenstadt; seit Mai 1990 Abg. des Kreistags Heiligenstadt (später Eichsfeldkrs.), bis Okt. 1990 dort Dezernent für Schule, Jugend u. Kultur; 1990 Vors. des Kreissportbundes Heiligenstadt; Mitgl. des CDU-LV Thür., Vors. des…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Ambs, Hans

* 5.6.1898 – ✝ 8.10.1962

Geboren als einziges Kind eines Schlossermeisters am 5.Juni 1898 in Augsburg; erlernte das Bauschlosserhandwerk. Nach einjähriger Gesellenzeit im März 1917 als Matrose eingezogen. Nach Ausbildung bei der I. Werft-Division in Kiel Dienst in der Mittelmeer-Halbflottille. Im Oktober 1918 Rückkehr nach Kiel. Die Matrosenerhebung hatte für Ambs ferneres Leben entscheidenden Einfluß, er trat im Januar 1919 der USPD und im Januar 1920 der Gewerkschaft bei. Ab 1919 war er in Rostock auf verschiedenen Werften als Schlosser tätig. 1920 mit der linken USPD Übertritt zur KPD. 1923 besuchte Ambs für drei Monate die Parteischule der KPD in Jena. Er wurde im Februar 1924 in den Mecklenburg-Schweriner Landtag gewählt. Nach dem »Offenen Brief« 1925 war er aktiv für die linke Opposition tätig, gehörte zur ultralinken Gruppe um Karl Korsch und Ernst Schwarz und wurde deshalb am 20. August 1926 aus der KPD ausgeschlossen. Er hielt Verbindung mit den linken Gruppen (Leninbund usw.), war aber nicht mehr politisch tätig. Nach dem Besuch von Abendschulen legte Ambs 1930 die Meisterprüfung ab und zog nach Berlin, wo er bei verschiedenen Firmen arbeitete. 1942 zum Militär eingezogen, bei Kriegsende Stabsgefreiter. 1945 Übersiedlung nach Eckernförde, wieder Mitglied der KPD. Ambs war Delegierter zum Reichsparteitag der KPD in Berlin im April 1946. Er wurde 2. Vorsitzender der Gewerkschaft Metall in Eckernförde, stellvertretender Landrat und 1946 von der Besatzungsmacht ernannter KPD-Landtagsabgeordneter in Schleswig-Holstein sowie 1946/47 Mitglied des Zonenbeirats der britischen Zone zur Neugliederung der Länder. 1949 verließ Ambs die KPD wegen erneuter Differenzen und trat im Mai 1950 zur SPD über. Im Oktober 1953 wurde er Bevollmächtigter der IG Metall, Verwaltungsstelle Nordenham. Hans Ambs starb am 8. Oktober 1962 in Nordenham.

Wer war wer in der DDR

Anclam, Kurt

* 7.5.1918

Geb. in Kowanz (Krs. Kolberg/Kowancz, Polen); Vater Schneider; Volksschule in Kowanz; 1932 – 35 Ausbildung zum Bäcker; Wehrdienst u. Kriegsgefangenschaft. 1947 Mstr.-Prüfung; 1947 – 52 Bäckermstr.; 1948 LDPD; Vors. der Ortsgr. u. 1948 – 50 Gemeindevertr. in Krembz (Krs. Gadebusch); 1949 – 54 Mitgl. des Krs.-Vorst. der LDPD Schwerin-Land; 1950 – 54 Abg. des Krs.-Tags Schwerin; 1952 – 54 Krs.-Rat für Handel u. Versorgung beim Rat des Krs., danach stellv. Vors. des Rats des Krs. Schwerin-Land,…

Wer war wer in der DDR

Anderson, Sascha

* 24.8.1953

Geb. in Dresden; Vater Theaterintendant, Mutter Architektin, später Regisseurin im Trickfilmstudio Dresden; wuchs in Kinderheimen u. bei Adoptiveltern auf; Ausbildung zum Schriftsetzer; 1970 sechs Mon. u. 1972 zwölf Mon. Haft jeweils wegen Flugblattakt. u. illeg. Verbreit. von  Biermann-Gedichten; 1974/75 DEFA-Volontariat; 1975 – 82 als IMB »David Menzer«, 1982 – 86 als IMB »Fritz Müller« u. 1986 – 90 als IMB »Peters« vom MfS erf.; 1975 – 77 Studium an der HFF Potsdam; dann Hausmstr. der…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Andre, Max

* 5.6.1884 – ✝ 1945

Geboren am 5. Juni 1884 in Stettin, Steinträger. Mitglied der SPD, später der USPD, Kassenführer der USPD in Randow-Greifenhagen. Seit Dezember 1920 Mitglied der KPD, gehörte er der BL Pommern an und war zeitweise Orgleiter bzw. Geschäftsführer der BL in Stettin, dort auch Stadtverordneter für die KPD. Auf dem VIII. Leipziger Parteitag 1923 Wahl zum Ersatzmitglied des Zentralausschusses. Später Leiter der Kampfgemeinschaft für rote Sporteinheit in Stettin. Am 2. Mai 1933 in Stettin festgenommen, »Schutzhaft« u. a. im KZ Sonnenburg. Im September 1933 entlassen. 1945 zunächst in Stettin, später in Randow/Mecklenburg, soll Max Andre 1945 Selbstmord begangen haben.

Wer war wer in der DDR

Ansbach, Herbert

* 2.3.1913 – ✝ 31.7.1988

Geb. in Tarnowitz (Krs. Brieg, Oberschles. / Tarnowiec, Polen); Vater jüd. Kaufmann; Volksschule, Gymnasium; 1929 – 31 kaufm. Lehre u. Arbeit; 1931 – 33 Karl-Marx-Schule in Berlin-Neukölln; seit 1929 als inoffizielles Mitgl. des KJVD Zersetzungsarbeit innerhalb der SDAP-Jugendorg. »Sozialist. Jugendverb.« (SJV); 1932 offiziell KJVD u. KPD; Ende 1932 Übernahme der Reichsltg. des SSB; nach 1933 illeg. antifasch. Arbeit u. zeitw. Polit.-Ltr. des KJVD-UB Berlin Südost; Anfang 1936 Verhaftung u.…

Wer war wer in der DDR

Apel, Erich Hans

* 3.10.1917 – ✝ 3.12.1965

Geb. in Judenbach (Krs. Sonneberg); Vater Schlossermstr., Mutter Schneiderin; Realschule in Sonneberg u. Steinach, 1932 mittlere Reife; 1932 – 35 Ausbildung zum Werkzeugmacher u. Schlosser in der Porzellanfabrik Neuhaus; 1934 Mitgl. des Dt. Jungvolks, nach neun Mon. wegen negativer Einstellung zur militär. Erziehung ausgeschl.; 1935 Gesellenprüfung, 1935 – 37 Werkzeugmacher u. Konstrukteur in Neuhaus; 1937 – 39 Studium an der Ing.-Schule Ilmenau u. Mitgl. des Dt. Studentenbundes, 1938…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Appel, Jan

* 1890 – ✝ 4.5.1985

Geboren 1890 in einem Dorf in Mecklenburg, übersiedelte früh nach Hamburg, wurde Schiffbauer und fuhr einige Jahre zur See. Seit 1908 Mitglied der SPD, gehörte Appel im Weltkrieg zu den führenden Linksradikalen in Hamburg. Er war Vorsitzender der Revolutionären Obleute und leitete Anfang 1919 kurz die Hamburger Kommunisten. Auf dem II. KPD-Parteitag vertrat er die Opposition gegen die Levi-Führung und gehörte im April 1920 zu den Mitbegründern der KAPD. Gemeinsam mit Franz Jung kam er auf dem (damals u. a. von Hermann Knüfken gekaperten) Schiff »Senator Schröder« nach Moskau. Nach seiner Rückkehr als Jan Arndt für die KAPD in Mitteldeutschland aktiv. Er vertrat die KAPD auch auf dem II. (Juli/August 1920) und III. Kongreß (Juni/Juli 1921) der Komintern in Moskau. Auf dem außerordentlichem Parteitag der KAPD im September 1921 in Berlin ergänzte er den Bericht von Alexander Schwab über die Erfahrungen bei der Komintern und hielt das Referat zur Arbeitslosenfrage. Bis 1923 versuchte Appel (vergeblich), die AAU in Mitteldeutschland zu reorganisieren. Ende 1923 wegen der Kaperung der »Senator Schröder« verhaftet, saß er bis zur Amnestierung 1925 im Gefängnis. Danach Schiffbauer in Holland und führend in der dortigen KAP. Appel war im Widerstand gegen die deutsche NS-Besatzung aktiv. Nach 1945 gab er die kleine sozialistische Wochenschrift »Spartakus« heraus. Appel hatte es nach der Befreiung unterlassen, in die Legalität zurückzukehren. Infolge eines Verkehrsunfalls kam er schwerverletzt in ein Krankenhaus, wurde aufgrund seines Akzents als Deutscher ohne gültige Papiere festgenommen. Angehörige des niederländischen Widerstandes bürgten für ihn, er erhielt eine befristete Aufenthaltsgenehmigung, es wurde ihm jedoch eine politische Betätigung verboten. Im Jahre 1969 erhielt er eine ständige Aufenthaltsgenehmigung. Jan Appel starb am 4. Mai 1985 im niederländischen Maastricht. Hubert van den Berg veröffentlichte 2001 den Beitrag: Jan Appel – ein deutscher Rätekommunist im niederländischen Exil und Widerstand 1926-1948.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Aquila, Giulio (Sas

* 16.12.1893 – ✝ 26.8.1943

(* 1893 – † 1943) Geboren am 16. Dezember 1893 in Jazbereny (Ungarn) als Julius Spitz, Sohn einer deutsch-jüdischen Familie. Im Rahmen einer magyarophilen Bewegung in Ungarn legten sich später die drei Söhne Julius, Andreas und Stephan gemeinsam den ungarischen Nachnamen Sas zu. Von 1916 bis 1918 diente Gyula Sas in der österreichischen Armee. Seit 1911 Mitglied der Sozialdemokratischen Partei, trat er 1919 in die KP Ungarns über und gehörte während der Ungarischen Räterepublik dem Ökonomischen Rat unter Eugen Varga an. Nach der Niederschlagung der Räterepublik im September 1919 Flucht nach Wien, später wirkte er im Auftrag der Komintern in Italien. Nach dem Mussolini-Putsch 1921 ausgewiesen, nahm er den Parteinamen Aquila an, ging nach Berlin, wurde Mitglied der KPD und arbeitete hauptamtlich für die Komintern und die sowjetische Handelsvertretung. Er publizierte mehrere Artikel und Broschüren zur Faschismusfrage. Mit Willi Münzenberg war er 1924 auch Berichterstatter »über die faschistische Bewegung« auf dem V. Komintern-Kongreß. 1929/30 im Internationalen Antifaschistischen Komitee in Berlin tätig, dann in Moskau Referent für italienische Fragen bei der Komintern. 1931 wieder in Deutschland, außenpolitischer Redakteur der »Roten Fahne«. Aquila wurde im März 1933 verhaftet und im April als Staatenloser ausgewiesen. Ab Juni 1933 in Moskau, im Büro von Karl Radek und im Institut für Weltwirtschaft bei Eugen Varga. Am 17. Januar 1937 vom NKWD verhaftet, am 2. Oktober 1937 zu 10 Jahren Arbeitslager verurteilt, kam Giulio Aquila am 26. August 1943 in einem Gulag im Fernen Osten bei der Stadt Swobodni (Amur) ums Leben. Seine erste Frau Etelka Sas, geborene Silberer, geb. 21. 4. 1886 in Budapest, war ebenfalls Mitarbeiterin im Varga-Institut. Sie starb 1955 in Moskau. Ihre zwei Töchter, Agnes (*1921 – †2001) und Vera (* 1919), waren Schüler der Karl-Liebknecht-Schule in Moskau. 1941 meldete sich Agnes freiwillig zur Roten Armee, bis 1943 hinter den feindlichen Linien eingesetzt. Sie bemühte sich um die Freilassung und Rehabilitierung ihres Vaters, wurde im Februar 1943 wegen »Nichtbeachtung des Paßgesetzes« verhaftet. 1947 kehrte sie nach Deutschland zurück, als Mitglied der SED Journalistin und Dolmetscherin. Aquilas zweite Ehefrau (seit 1924) war Valentina Adler, 1898 in Wien als Tochter des berühmten Psychologen Alfred Adler geboren. Valentina Adler studierte Nationalökonomie und promovierte. 1918 Mitglied der SPÖ, 1919 der KPÖ, 1921 der KPD. Im Januar 1934 emigrierte sie in die Sowjetunion, arbeitete in der Verlagsanstalt ausländischer Arbeiter. Anfang 1937 vom NKWD verhaftet, starb sie 1942 im Gulag von Akmolinsk.