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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in der DDR

Bräunig, Werner

* 12.5.1934 – ✝ 14.8.1976

Geb. in Chemnitz, Vater Hilfsarb., Mutter Näherin; Volksschule; nach 1945 Gelegenheitsarb. u. Schwarzmarktgeschäfte; Erziehungsheim, Schlosserlehre; wegen Schmuggels zu drei Jahren Haft verurteilt, beim Einsatz im Oelsnitzer Steinkohlenwerk u. der Schneeberger Papierfabrik auf zwei Jahre reduziert; 1954/55 Papiermaschinengehilfe im VEB Papier- u. Kartonfabrik Niederschlema; 1956 Instrukteur der FDJ-KL Schneeberg; 1956 – 58 Heizer in der Stadtwäscherei; erste Schreibversuche (ermutigt durch…

Wer war wer in der DDR

Bräutigam, Alois

* 28.4.1916 – ✝ 10.1.2007

Geb. in Grünlos/Loucky (Böhmen); Vater Bergarb.; Volksschule in Neusattl; 1929 – 32 Ausbildung als Maurer, danach im Beruf u. als Bergmann tätig; 1929 Mitgl. des KJV u. 1934 der KP der ČSR; 1932 Mitgl. der Kampfgem. für Rote Sporteinheit; 1937/38 Dienst in der Armee der ČSR; 1939 – 42 Wehrmacht, OGfr.; bis 1945 wieder Bergmann u. illeg. antifa. Arbeit. 1945/46 im tschech. Polizeidienst; 1946 Aussiedl. nach Schmalkalden; zunächst Angeh. der VP; seither hauptamtl. in der SED tätig, zunächst in…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Bredel, Willi

* 2.5.1901 – ✝ 27.10.1964

Geboren am 2. Mai 1901 in Hamburg, Sohn eines Tabakarbeiters. Lehre als Dreher, Mitglied der Arbeiterjugend, des Spartakusbundes und seit 1919 der KPD. 1923 Teilnahme am Hamburger Aufstand, zwei Jahre Haft; anschließend Seemann, Journalist und Dreher. Ab 1928 Redakteur der »Hamburger Volkszeitung«, 1930 wegen »Vorbereitung zum literarischen Hoch- und Landesverrat« zu zwei Jahren Festungshaft verurteilt. Während dieser Zeit schrieb er die Romane »Maschinenfabrik N&K« (1930) und »Die Rosenhofstraße« (1931), trat aber im Bund proletarisch-revolutionärer Schriftsteller wenig hervor. Im März 1933 verhaftet und in das KZ Fuhlsbüttel eingeliefert, 1934 entlassen, gelang ihm die Flucht über die âSR nach Moskau, wo im selben Jahr sein Roman »Die Prüfung« erschien, der als erster international beachteter Roman (in 17 Sprachen übersetzt) über den Terror in einem deutschen KZ berichtete. Bredel gab von 1936 bis 1939 gemeinsam mit Bertolt Brecht und Lion Feuchtwanger die literarische Zeitschrift »Das Wort« heraus. 1937/38 Kriegskommissar des »Thälmann-Bataillons« der Internationalen Brigaden im Spanischen Bürgerkrieg, anschließend über Paris erneut nach Moskau. Ab 1941 Angehöriger der Politischen Hauptverwaltung der Roten Armee, 1943 Mitbegründer des NKFD. Im Mai 1945 kehrte Bredel als Mitglied der Initiativgruppe des ZK der KPD für Mecklenburg unter Leitung von Gustav Sobottka nach Deutschland zurück, Vorsitzender des KB in Mecklenburg, Chefredakteur der Zeitschrift »Heute und Morgen« (1947 bis 1954). 1950 Gründungsmitglied der DDR-Akademie der Künste und ab 1963 deren Präsident sowie von 1953 bis 1956 Chefredakteur der »Neuen Deutschen Literatur«. Von 1954 bis 1964 war er Mitglied des ZK der SED und erhielt 1961 den VVO in Gold. Willi Bredel starb am 27. Oktober 1964 in Ost-Berlin. Zwischen 1962 und 1976 wurden 14 Bände seiner Gesammelten Werke in Einzelausgaben publiziert.Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Breitenstein, Franz

* 16.2.1890 – ✝ 30.12.1968

Geboren am 16. Februar 1890 in Magdeburg als Sohn einer Arbeiterfamilie; Lehre und Arbeit als Former. 1907 Mitglied der Gewerkschaft (DMV), 1911 der SPD, 1917 der USPD. 1917 Einberufung zum Militär, er entzog sich im Mai 1918 durch Selbstverstümmelung dem Kriegsdienst. Nach fünfmonatigem Aufenthalt im Würzburger Lazarett im November 1918 Rückkehr nach Magdeburg. Ende Dezember 1918 war Breitenstein Gastdelegierter des Gründungsparteitags der KPD in Berlin, 1919 Mitbegründer von deren Ortsgruppe Magdeburg und später auch Mitbegründer des RFB. Von 1921 bis 1936 Kohlenträger bei Krupp-Gruson und zeitweilig Betriebsrat, ab 1937 Bauarbeiter. Von 1945 bis 1958 arbeitete er im VEB Schwermaschinenkombinat »Ernst Thälmann« Magdeburg als Brigadier. 1946 Mitglied der SED, zeitweilig Sekretär der SED-Parteileitung in der Eisengießerei des Kombinats. Franz Breitenstein starb am 30. Dezember 1968 in Magdeburg.

Wer war wer in der DDR

Brendel, Manfred

* 14.12.1939

Geb. in Leipzig; Vater Architekt; Grund-, Mittel- u. OS in Leipzig, Abitur; 1957 – 64 Red. für Wirtschaft bzw. Lokales beim »Sächs. Tageblatt«; 1964 – 70 bei Radio DDR; 1967 – 75 Chefred. u. Cheflektor am Inst. für Verwaltungsorg. u. Bürotechnik in Leipzig; Fernstudium an der HfÖ Berlin-Karlshorst; Prom. auf dem Gebiet der Wissenschaftsorg. an der KMU Leipzig, 1973 Dr. oec.; 1975 – 78 stellv. OB von Leipzig für Wohnungspolitik u. Wohnungswirtsch.; 15.2.1979 – 1989 Vors. des Bezirksverb. Leipzig…

Wer war wer in der DDR

Breuer, Grit

* 16.2.1972

Geb. in Röbel; Lehre als Kauffrau für Bürokommunikation; begann bei BSG Medizin Röbel; KJS Neubrandenb., SC Neubrandenb., OSC Berlin, SC Magdeburg (Trainer Thomas Springstein); Spartakiade 1985 u. 1987 400 m (Gold); 1988 Junioren-WM; DDR-Mstr. 1989 200 m (in der Halle), 1989 u. 1990 400 m; 1988 Bronze bei Olympia 4 x 400 m (nur im Vorlauf eingesetzt); 1990 EM 400 m u. 4 x 400 m; 1989/90 acht Länderkämpfe für den DVfL. WM: 1991 400 m (Silber), 4 x 100 m u. 4 x 400 m (Bronze); 24.1.1992 nach einer…

Wer war wer in der DDR

Brie, André

* 13.3.1950

Geb. in Schwerin; Vater  Horst B., Diplomat, Mutter Journalistin, Bruder  Michael B.; Kindheit in China u. Nordkorea; 1956 – 68 Schulen in Schwerin, Peking, Berlin, Pjöngjang u. Dresden; Abitur mit Berufsausbildung als Werkzeugmacher; 1964 FDJ, 1969 SED; 1968 – 71 NVA; 1971 – 76 Studium der Außenpol. an der ASR Potsdam; 1976 – 90 dort beschäftigt im Inst. für internat. Beziehungen, 1979 Prom. zum Dr. rer. pol. mit einer Diss. zur Sicherheitspol. der Bundesrep. Dtl.; 1981 UNO-Stipendiat; 1985/86…

Wer war wer in der DDR

Brill, Hermann Louis

* 9.2.1895 – ✝ 22.6.1959

Geb. in Gräfenroda als Sohn eines Schneidermeisters; 1909 – 14 Studium am Lehrerseminar in Gotha; 1914 Volksschullehrer; im Ersten Weltkrieg Kriegsfreiwilliger; 1918 USPD, 1922 SPD; 1924 – 26 Jurastudium in Jena, 1929 jurist. Promotion; 1920 – 33 MdL Thüringen; 1923 Ministerialdir. im thüringischen Innenmin.; Richter am Disziplinarhof Jena; 1924 Vereinigung sozialdemokratischer Juristen; 1932 Mitgl. des Reichstags; 1933 Entlassung aus dem Staatsdienst; 1934 Mitgl. der Widerstandsgr. »Neu…

Wer war wer in der DDR

Brockhoff, Adolf

* 29.11.1919 – ✝ 7.10.1997

Geb. in Geseke (Westf.); 1930 – 37 OS u. Abitur in Neuß; 1938 RAD; 1939 – 45 Wehrmacht; sowj. Kriegsgefangenschaft, geflohen. 1946 – 50 Studium der Theol. in Münster, Paderborn u. München; 1950 Priesterweihe in München; Übersiedl. in die DDR; 1950 – 53 Vikar in Merseburg, 1953 – 66 Studentenpfarrer u. Ltr. des Sprachenseminars in Halle; 1966 Absetzung u. Studienurlaub; 1968 – 71 Stadtpfarrer in Merseburg; 1957 – 71 vom MfS in den OV »Gift«, »Schleuse« u. »Tabernakel« erf.; charismat.…

Wer war wer in der DDR

Brombacher, Ellen

* 15.2.1947

Geb. in Westerholt (Ruhrgebiet); Vater Arbeiter; Volksschule; 1959 Übersiedlung in die DDR; 1961 Mitgl. der FDJ; EOS, FDJ-Sekr. der A.-v.-Humboldt-Schule Berlin-Köpenick, 1965 Abitur u. Facharb.-Abschluß als Mechanikerin; 1965/66 Besuch der Komsomol-HS Moskau; 1966 SED; 1966 – 70 Abendstudium an der HU Berlin, Dipl.-Russistin; seit 1966 verantw. Funktionär in der FDJ-BL Berlin, 1966/67 Instrukteurin, 1967/69 Krs.-Vors. der Pionierorg. in Berlin-Friedrichshain u. Sekr. für Schulen der KL der FDJ;…

Wer war wer in der DDR

Brückner, Christoph

* 25.12.1929

Geb. in Zwickau; Vater Friseurmstr.; bis 1948 OS, Abitur; 1945 LDPD; 1949 – 54 Studium der Med. an der HU Berlin; 1956 – 65 ltd. Arzt in Betrieben des Zwickauer Steinkohlenbergbaus; 1965 – 72 Ltr. der Bez.-Inspektion Gesundheitsschutz in den Betrieben beim Rat des Bez. Karl-Marx-Stadt; Juli 1967 – März 1990 Abg. der Volkskammer, Nov. 1967 – 89 Vors. des Aussch. für Gesundheitswesen (Nachf. von Günter Wiedemann); 1973 Dr. sc. med.; seit 1972 ord. Prof. für Arbeitshygiene u. Dir. des gleichn.…

Wer war wer in der DDR

Brühl, Reinhard

* 23.8.1924 – ✝ 2.7.2018

Geb. in Chemnitz; Eltern Arbeiter; Volksschule; Maschinenschlosser; 1942 Wehrmacht, Ltn., 1944 sowj. Kriegsgefangenschaft, Zentr. Antifa-Schule Taliza. 1949 Rückkehr nach Dtl.; SED; Eintritt in die Polizei, VP-Kommissar; 1950 – 54 Lehrer für Geschichte bzw. verantw. für ges.-wiss. Ausbildung an einer Politoffiziersschule der KVP; zeitw. Studium am IfG; 1954 – 58 Abt.-Ltr. in der Pol. Verw. der KVP bzw. NVA für ges.-wiss. Lehre an den Offiziersschulen; 1957 Oberst; 1958 – 61 Lehrstuhlltr. für…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Bräuning, Karl

* 5.1.1886 – ✝ 14.9.1962

Geboren am 5. Januar 1886 in Ilversgehofen bei Erfurt, Sohn eines Bergmanns, der später ein Milchgeschäft betrieb. Gelernter Metalldreher, 1903 Mitglied des Deutschen Metallarbeiterverbandes. Nach der Lehre ging Bräuning auf Wanderschaft und trat 1906 in Düsseldorf der SPD bei. Nach seiner Militärzeit 1906 bis 1908 arbeitete er in den Zeiss-Werken in Jena und wurde dort später Betriebsrat. 1917 Mitglied der USPD, 1920 mit deren linkem Flügel zur KPD. Obwohl schon während des Krieges Mitglied der Spartakusgruppe, wollten er und seine Freunde erst die Mehrheit der USPD für die KPD gewinnen. Von 1923 bis Januar 1924 inhaftiert, wurde Bräuning 1928 Orgleiter der KPD Thüringen. Er gehörte zum rechten Parteiflügel. Auf dem Thüringer Bezirksparteitag im Januar 1929 vertrat er die Opposition, wurde deshalb aus der KPD ausgeschlossen und ging zur KPO. Als Sekretär in der Thüringer KPO-Organisation führend, arbeitete er für sie nach 1933 illegal, war dann Orgleiter des Berliner Komitees der KPO und für diese bis 1941 in der Emigration tätig. Bräuning nahm am Spanischen Bürgerkrieg teil. Weil er Verbindungen zur POUM hatte, wurde er in Spanien von den Stalinisten verhaftet und über ein Jahr im Gefängnis festgehalten. Er konnte nach Frankreich entkommen, flüchtete 1942 in die USA und kehrte erst 1955 nach Deutschland zurück. Hier trat er der SPD bei. Karl Bräuning starb am 14. September 1962 in Darmstadt.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Brechenmacher, Hans

* 23.10.1892 – ✝ 28.4.1975

Geboren am 23. Oktober 1892 als Sohn eines Textilarbeiters und aktiven Sozialdemokraten in Weißenburg/Bayern; lernte Exportkaufmann und hielt sich bis 1914 in Südamerika auf. Im Weltkrieg Soldat, 1919 trat er der KPD bei. Seit 1921 arbeitete Brechenmacher in der Gewerkschaftsabteilung der KPD-Zentrale in Berlin, mußte aber Ende 1923 als rechter Kommunist ausscheiden. Wegen Fortführung der illegalen KPD 1924 kurz im Gefängnis, ab 1926 übernahm er verschiedene Funktionen im Parteiapparat. 1929 aus der KPD ausgeschlossen, soll zeitweilig der KPO angehört haben, war aber seit 1931 Funktionär der SAP, von 1933 bis zur Emigration 1937 in der Führung der illegalen SAP. Brechenmacher war dann in der Auslandsleitung der SAP in Paris aktiv. Er wurde 1943 in Lyon verhaftet und zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt, die er in Brandenburg/Havel und im KZ Vaihingen absaß. Nach seiner Befreiung kehrte er 1945 nach Weißenburg zurück und war dort in der Finanzverwaltung angestellt. Er war für die Gruppe Arbeiterpolitik, die Nachfolgerin der KPO, tätig und hat in deren Organ publiziert, bis er 1959 in die Schweiz übersiedelte. Hans Brechenmacher starb dort am 28.April 1975.

Wer war wer in der DDR

Bredemeyer, Reiner

* 2.1.1929 – ✝ 5.12.1995

Geb. in Vélez (Kolumbien); Volks- u. Realschule in Breslau; 1944/45 Wehrmacht. 1948 Abitur; 1949 – 53 Kompositionsstudium an der Akad. für Tonkunst München; 1954 Übersiedl. in die DDR, seit 1955 in Berlin; Mstr.-Schüler an der DAK bei  Rudolf Wagner-Régeny u. Lehrbeauftragter an der Staatl. Schauspielschule Berlin; 1957 – 60 musikal. Ltr. am Theater der Freundschaft, seit 1961 musikal. Ltr. am Dt. Theater; 1978 Mitgl. der AdK; 1983 NP; 1988 a. o. Prof. für Komposition an der AdK, dort Ausbildung…

Wer war wer in der DDR

Breitfeld, Walter

* 5.12.1903 – ✝ 21.6.1981

Geb. in Meinersdorf (Erzgeb.); Vater Textilarbeiter, Mutter Strumpfnäherin; Volksschule in Meinersdorf; 1918 – 21 Ausbildung zum Textilarb., 1921 – 31 im Beruf tätig; 1918 Mitgl. des Dt. Textilarbeiterverb.; 1921 – 23 Mitgl. im SAJ, 1921 – 33 ADGB, 1923 KJV, KPD; 1924 – 29 Mitgl. der KPD-Ortsltg. Meinersdorf; 1926 – 33 Mitgl. des RFB, Miltär. Ltr. in Meinersdorf; 1929 – 31 Montagearb. in Vukova (Jugosl.); organisierte im Winter 1932 Waffentransporte von der ČSR nach Dtl.; 1934 vom LG Freiberg in…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Brenzel, Otto

* 22.5.1898 – ✝ 27.9.1945

Geboren am 22. Mai 1898 in Frankfurt/M.; lernte Schreiner. 1913 Mitglied der Arbeiterjugend, später Funktionär der KPD im Bezirk Hessen, wurde im September 1930 im Wahlkreis Hessen-Darmstadt in den Reichstag gewählt, dem er bis 1933 angehörte. 1933 zunächst illegale Arbeit, dann Emigration in die Schweiz, wo er 1936 verhaftet und nach Frankreich abgeschoben wurde. In Moskau erteilte ihm das Sekretariat des EKKI eine Rüge wegen seines Verhaltens vor dem Schweizer Gericht, er wurde aber nicht aus der KPD ausgeschlossen, wie ursprünglich vorgesehen. Brenzel soll auch in Spanien gewesen sein, bevor er nach Dänemark emigrierte und dort als Vertreter der Roten Hilfe wirkte. In Kopenhagen lebte er ab Anfang 1937 unter dem Decknamen Peter und leitete die Arbeit der Roten Hilfe für Dänemark, Norwegen und Schweden. Nach der deutschen Besetzung untergetaucht, hatte er Verbindungen zu dänischen Widerstandskreisen. Otto Brenzel starb am 27.September 1945 während einer Sitzung der KPD-Auslandsleitung in Kopenhagen an Herzschlag. Seine Frau Luise Wolf-Brenzel war 1941 in Deutschland zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden.

Wer war wer in der DDR

Breunig, Willi

* 2.2.1928

Geb. in Klein Auheim (b. Hanau); Vater Streckenwärter; einklassige Volks-, 1942 – 44 höhere Schule. 1945 – 50 Landarb.; 1950 – 52 FS für Landw.; 1952 – 55 Landw.-Studium an der HU Berlin, Dipl.-Landwirt; 1955/56 Betriebsassistent in einem VEG; 1956 – 62 wiss. Mitarb. im Inst. für Acker- u. Pflanzenbau, Prom. zum Dr. agr. mit einer Diss. über Pflegemaßnahmen auf Weideflächen; 1962 Doz., nach Habil. ab 1963 ord. Prof. für Acker- u. Pflanzenbau an der HU; 1963 SED; 1962 – 65 Prodekan der…

Wer war wer in der DDR

Brie, Horst

* 1.2.1923 – ✝ 26.3.2014

Geb. in Berlin-Karlshorst; Vater Geschäftsreisender für chem. Geräte; Volksschule u. Gymnasium, Söhne  André u.  Michael; 1934 Emigr. mit den Eltern in die ČSR; Besuch des Stefan-Gymnasiums; 1.4.1939 Flucht nach Polen, Juli 1939 nach Großbritannien, Frühsommer 1940 zeitw. Internierung in Huyton bei Liverpool; Mitbegr. der FDJ in Großbritannien; Ausbildung zum u. Arbeit als Werkzeugmacher; 1943 KPD. Juni 1946 Rückkehr über Jugosl. nach Dtl.; SED u. FDJ; nach Schwerin, Red. beim Landessender…

Wer war wer in der DDR

Brillke, Erwin

* 15.5.1920 – ✝ 24.9.1981

Geb. in Berlin; Vater kfm. Ang.; Volksschule, Gymnasium; Ausb. zum Kfm.; Versicherungsang.; 1940 RAD, Wehrmacht, amerikan. Kriegsgefangenschaft. 1945/46 SPD/SED; 1945/46 Versicherungsang.; 1946 – 49 parität. Ltr. der Abt. Verw. der Wirtschaftsbetriebe im Parteivorst. der SED; 1949/50 Lehrgang an der PHS in Liebenwalde; Chefred. u. Ltr. des Dt. Filmverlags; stellv. Dir. des Betriebs Druckbedarf der Zentrag; 1952 – 60 Ltr. des Verlags »Das Volk« in Erfurt; 1960 – 64 Sachbearb. bzw. Red. der…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Brodde, Werner

* 14.8.1898 – ✝ 1955

Geboren am 14. August 1898 im pommerschen Pyritz als Sohn einer Kindergärtnerin, sein Vater war der jüdische Arzt Dr. Walter Gutmann, der aus Angst vor der Deportation 1939 Selbstmord beging. Nach Beendigung der Schule besuchte er die Präparandenanstalt und war von 1914 bis 1918 Soldat im Weltkrieg. Anschließend kaufmännische Lehre, arbeitete als Reisender und Vertreter. 1925 Mitglied der KPD. 1928 UB-Sekretär in Görlitz. 1929 wurde er Leiter der KPD im Stadtteil Breslau-West, 1930 Kassierer und Mitglied des Sekretariats der KPD-BL Breslau. Ende 1930 wurde er wegen »Beleidigung, Hausfriedensbruchs, Landfriedensbruchs und Widerstandes« zu 15 Monaten Gefängnishaft verurteilt. Nach seiner Entlassung zunächst Polleiter des Freidenkerverbandes in Breslau, dann ab Frühjahr 1932 Agitpropsekretär der KPD-BL Schlesien in Breslau. Brodde, der auch Vorsitzender der Stadtverordnetenfraktion der KPD in Breslau war, wurde Ende März 1933 verhaftet, bis Herbst 1933 im KZ. Von 1935 bis 1938 in der von der Mutter betriebenen Tabakwarenhandlung, anschließend war er wieder als Reisender und Vertreter tätig. Von 1942 bis 1944 Sachbearbeiter des Rüstungsbetriebes Rheinmetall-Borsig in Breslau-Hundsfeld. Im August 1944 als ehemaliger KPD-Funktionär erneut verhaftet und bis November 1944 im KZ Groß-Rosen festgehalten. 1945 kam Brodde nach Sachsen, wurde wieder Mitglied der KPD/SED und leitete den Sachsenverlag in Dresden, bis 1948 Generaldirektor der Export und Import GmbH in Dresden. Im Juni 1948 wurde er Sekretär für Wirtschaftspolitik des SED-LV Sachsen, später wurde er hauptamtlicher Vorstandsvorsitzender des Verbandes Sächsischer Konsumgenossenschaften. 1953 wurde Brodde wegen »parteischädigenden Verhaltens« aus der SED ausgeschlossen und seine VdN-Anerkennung zurückgenommen. Nach Einspruch bei der ZPKK wieder Mitglied der SED. Werner Brodde starb im Sommer 1955.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Brömmer, Hugo August

* 22.3.1895 – ✝ 6.12.1978

(* 1895 – † 1978) Geboren am 22. März 1895 in Schlotheim/Thüringen, Sohn eines Maurers; Seilerlehrling, 1911 Eintritt in den Deutschen Textilarbeiterverband, 1913 Mitglied der Arbeiterjugend. Von 1916 bis 1918 Soldat. Brömmer wurde 1917 Mitglied der SPD, trat 1919 der USPD bei und wurde ihr Ortsgruppenvorsitzender in Schlotheim. Im Herbst 1920 führte er die Mehrheit der Ortsgruppe in die VKPD. Von 1922 bis 1927 Stadtrat in Schlotheim und Mitglied des Kreisrates von Sondershausen, von Februar 1924 bis Februar 1927 Abgeordneter des Thüringer Landtags. 1928 in Pößneck KPD-Stadtverordneter, trat im Februar 1929 wegen des ultralinken Kurses aus der KPD aus und schloß sich im März 1930 der SPD an, für die er bis 1932 Abgeordneter im Kreisrat Saalfeld war. Als ehemaliger Funktionär der KPD bzw. SPD geriet Brömmer im August 1944 in die Verhaftungsaktion »Gewitter« der Gestapo und war bis Dezember 1944 im KZ Buchenwald inhaftiert. 1945/46 Parteisekretär der SPD in Pößneck, wurde im April 1946 Mitglied der SED und Angestellter der Stadtverwaltung Pößneck. Die Anerkennung als VdN wurde ihm 1950 aberkannt. Hugo August Brömmer starb am 6. Dezember 1978 in Pößneck.

Wer war wer in der DDR

Brückner, Roland

* 14.12.1955

Geb. in Köthen (Sachsen-Anh.); 1961 Beginn mit dem Turnen; ab 1963 die KJS Berlin, Mitgl. des SC Dynamo Berlin (Trainer: Heinz-Dieter Schulze); 1972 fünf Siege bei der Kinder- u. Jugendspartakiade; 1975 – 90 SED; erster Olympiastart 1976 in Montreal, 3. Mannschaft; 1979 WM; bei den Olymp. Spielen 1980 Sieger am Boden, 2. Mannschaft, 3. Platz am Barren u. im Pferdsprung; 1981 WM u. EM am Boden; 23facher DDR-Mstr.; bis 1984 Studium an der DHfK Leipzig, Dipl.-Sportlehrer; 1984 Beendigung der…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Bruhn, Gustav

* 16.3.1889 – ✝ 3.2.1944

Geboren am 16. März 1889 in Angermünde, Sohn eines Eisenbahnarbeiters; lernte Tischler. Nach der Lehrzeit Soldat in Kiel, machte hier die Bekanntschaft seiner späteren Frau Elisabeth, die aus einer Landarbeiterfamilie stammte. 1912 trat er in Hannover der SPD bei. Im Weltkrieg zunächst bei einer Matrosendivision, später bei einer Pionierkompanie in Flandern. 1919 USPD und Delegierter des Spaltungsparteitags in Halle, 1920 Übertritt zur KPD. Bruhn wohnte in Heide/ Holstein, dort 1923 beim Aufstandsversuch festgenommen. Als Anhänger des linken Flügels der KPD Delegierter auf dem V. Weltkongreß der Komintern. Seit 1925 hauptamtlicher Parteisekretär für Heide-ltzehoe, von 1926 bis 1929 Mitglied der erweiterten BL Wasserkante sowie 1927 UB-Leiter in Lübeck. Im gleichen Jahre wegen Vertriebs einer Broschüre zur Zersetzung der Marine verhaftet, zu drei Jahren Festung verurteilt, kam auf die Festung Gollnow. Dort freigelassen, weil er 1928 im Wahlkreis Schleswig-Holstein als Abgeordneter in den Preußischen Landtag gewählt worden war. 1932 kam Bruhn nicht mehr ins Parlament. Im April 1933 »Schutzhaft«, zwar im Juli wieder freigelassen, jedoch wegen illegaler Arbeit für die KPD im September 1933 erneut verhaftet, am 14. März 1934 vom VGH zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Seine Frau Elisabeth Bruhn erhielt 1934 zwei Jahre Gefängnis. Nach Verbüßung der Zuchthausstrafe kam Gustav Bruhn ins KZ Sachsenhausen. Dort 1939 entlassen, schloß er sich gemeinsam mit seiner Frau der kommunistischen Widerstandsgruppe Bästlein-Jacob-Abshagen an, beide wurden im Herbst 1942 abermals verhaftet. Nach den Fliegerangriffen auf Hamburg wurden sie für zwei Monate »beurlaubt«, doch meldeten sie sich nicht wieder, sondern gingen in die lllegalität. Bruhn geriet am 16. Dezember 1943 in die Hände eines Gestapospitzels, seine Frau wurde am 3.Februar 1944 verhaftet. Beide wurden ins KZ Neuengamme gebracht und dort am 14. Februar 1944 erhängt.

Wer war wer in der DDR

Braunreuther, Kurt

* 28.7.1913 – ✝ 19.7.1975

Geb. in Leipzig; Vater Tapezierer; 1929 Abschluß des Gymnasiums; Ausbildung zum Schriftsetzer am Bibliogr. Inst. Leipzig; 1932 KPD; Rangierer in Leipzig; nach 1933 versch. Beschäftigungen, zeitw. arbeitslos; nach 1939 Eisenbahner im besetzten Polen, anschl. bis 1946 amerik. Kriegsgefangenschaft. 1946 SED; Aufsicht auf dem Verschiebebahnhof Leipzig-Engelsdorf; Sonderreifeprüfung an einer Vorstudienanstalt, 1947 – 51 Studium der Wirtschaftswiss. an der HU Berlin; danach Assistent am Inst. für…

Wer war wer in der DDR

Brecht, Bertolt

* 10.2.1898 – ✝ 14.8.1956

Geb. in Augsburg; Vater Dir. einer Papierfabrik; seit 1908 Realgymnasium, erste Schreibversuche; 1914/15 erste Veröff.; 1917 Notabitur; Studium der Lit., Philos., später auch Med. an den Univ. München u. Berlin; 1918 Sanitätssoldat, Verbindungen zum Augsburger Soldatenrat u. zur USPD; 1921 Exmatrikulation; 1922 erste UA eines Theaterstücks (»Trommeln in der Nacht«, München); Kleist-Preis; 1923 UA »Baal« in Leipzig; Dramaturg u. Regisseur in München; 1924 Übersiedl. nach Berlin; bis 1926 zeitw.…

Wer war wer in der DDR

Brehm, Erich

* 12.9.1910 – ✝ 15.11.1965

Geb. in Berlin; Lehrer, Schulrat. Gründete erstes Berliner Nachkriegskabarett »Kiki«; seit 1954 als Kabarettautor tätig; 1953 erster Ltr. des neugegr. Berliner Kabaretts »Die Distel«, verhalf ihr rasch zu Ansehen u. Bedeutung; 1958 Übergabe der Ltg. an Hans Krause, widmete sich danach der »Stacheltier«-Prod., der einzigen satirischen DEFA-Reihe; Autor zahlr. Kabarettexte u. Drehbücher für das »Stacheltier« u. Magazinsendungen; 1961 NP; gest. in Berlin.Unterhaltungskunst A – Z. Berlin 1975; Otto,…

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Breitmeyer, Wilhelm

* 23.8.1887 – ✝ 6.10.1974

Geboren am 23. August 1887 in Gröningen/Krs. Oschersleben, Sohn einer Arbeiterfamilie; Tischler, Wanderschaft. 1907 Mitglied der SPD. Während des Weltkrieges aktiv in der Bremer SPD, 1917 Vorsitzender des USPD-Wahlvereins Bremen. Bevor Breitmeyer 1917 zum Militärdienst eingezogen wurde, hielt er sich zeitweise in Rumänien auf, da er in Bremen polizeilich gesucht wurde. Im November 1918 als Mitglied der Bremer Linksradikalen im Arbeiter- und Soldatenrat von Bremen. Stadtkommandant und Mitglied des Verteidigungsrates während der Bremer Räterepublik. Er flüchtete im Februar 1919, kam aber bereits im März nach Bremen zurück und wurde sofort inhaftiert. In die Bremer Bürgerschaft gewählt, wurde er 1919 aus der Haft entlassen. Breitmeyer war 1920 Orgsekretär der KPD in Bremen, ab 1921 selbständiger Tischler. Von April bis Juni 1933 »Schutzhaft«, dann wieder Tischler, später wurde er in einen Rüstungsbetrieb dienstverpflichtet. Im Februar 1945 noch zur Wehrmacht einberufen, von Mai bis Juli 1945 in britischer Kriegsgefangenschaft in Schleswig-Holstein. 1945 übersiedelte Breitmeyer in die SBZ nach Olbernhau im Erzgebirge. Dort baute er die Gewerkschaft auf und wurde 1946 Mitglied der SED. Ab März 1947 war er 1. Vorsitzender des FDGB-Kreisvorstandes Olbernhau. Wilhelm Breitmeyer starb am 6. Oktober 1974.

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Bretschneider, Harald

* 30.7.1942

Geb. in Dresden; Eltern Handwerker. 1960 Abitur in Döbeln; 1960 – 65 Studium der Theol. an der KMU Leipzig; 1965/66 Hilfsarb. auf versch. Großbaustellen, Berufsabschl. als Zimmerer beim Baukombinat Magdeburg; 1966/67 Bausoldat in der NVA, erste Bemühungen um Einsatz von Bausoldaten in zivilen Bereichen; 1967/68 Baukombinat Magdeburg; 1969 Predigerseminar in Leipzig, anschl. bis 1979 Vikar u. Pfarrer in Wittgendorf (b. Zittau); 1969/70 Beteiligung an der Herstellung der Tonbildserie »Ohne kleine…

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Brichmann, Karl

* 24.3.1902

Geboren am 24. März 1902 in Berlin-Weißensee als Sohn eines Handwerkers. Lehre und Arbeit als Schriftsetzer; 1920 Mitglied der KPD, ab 1923 in der sowjetischen Botschaft beschäftigt, arbeitete für den AM-Apparat der KPD und für die OMS der Komintern. Ab 1931 viel im Ausland unterwegs, kehrte Brichmann 1933 nicht mehr nach Berlin zurück. 1934 folgte ihm seine Frau Elisabeth Brichmann (* 3. 1. 1902) mit der dreijährigen Tochter zunächst nach Kopenhagen, 1936 nach Paris. Brichmann wurde im Sommer 1937 aufgefordert, nach Moskau zu kommen und reiste im August aus Paris ab. Er wurde am 3.August 1937 in Moskau verhaftet und am 4.Mai 1939 vom MKOG zu 20 Jahren Arbeitslager verurteilt. Während der Haft im Lager Nordost im Gebiet Magadan ist Karl Brichmann ums Leben gekommen. Seine Frau Elisabeth, die sich nach seinem Schicksal erkundigte, wurde im unklaren gehalten. Nach der Besetzung Frankreichs kehrte sie mit ihrer Tochter nach Deutschland zurück, kam in das Gefängnis nach Saarbrücken und wurde Anfang 1941 nach Berlin überführt. Ende Januar 1941 entlassen, lebte sie dann bis Kriegsende unter Polizeiaufsicht in Berlin. Sie schloß sich 1946 der SED an und lebte bis zu ihrem Tod am 23. Juni 1976 in Ost-Berlin.

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Brie, Michael

* 24.3.1954

Geb. in Schwerin; Vater  Horst B., Diplomat, Mutter Journalistin, Bruder  André B.; aufgew. in China, Nordkorea, Berlin; 1972 Abitur; Volontär bei der Ztg. »Junge Welt«; 1972 – 74 NVA, 1974 SED; 1974 – 76 Philos.-Studium an der Univ. Leningrad, 1976 – 80 an der HU Berlin; ab 1977 beim MfS als IM erf., Okt. 1990 freiw. Offenlegung; 1980 Prom. mit einer Arbeit zum Verständnis von Arbeit u. Produktionsweise im hist. Mat., anschl. Assistent an der Sekt. Philos. der HU Berlin, 1982 nach…

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Brinksmeier, Dankwart

* 11.12.1956

Geb. in Naumburg (Saale); Vater Theologe, Mutter Gemeindehelferin; 1962 – 76 POS u. EOS in Dresden, Mitgl. des Kreuzchors; 1976 – 83 Theolog. Seminar an der kirchl. HS Leipzig, während des Studiums Sonderausbildung zum Seelsorger für Jugendliche; 1983 – 89 Jugendpfarrer im Kirchenkr. Aschersleben, leitete dort den Ausreisekrs. der Harzgegend u. einen Homosexuellenkrs., ab 1987 pol. Kirchennacht mit diversen Gesprächskrs.; 1985 2. Theolog. Examen; seit Sept. 1989 Studentenpfarrer in Berlin;…

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Brodmerkel, Hans

* 29.3.1887 – ✝ 2.2.1932

Geboren am 29. März 1887 in Burgebrach/ Oberfranken. Er übersiedelte nach Bremen und wurde selbständiger Schlachter. Vor 1914 Mitglied der SPD und während des Krieges Vorsitzender der Fleischergewerkschaft. Als Funktionär der Bremer Linksradikalen wurde er im Juni 1916 wegen Verbreitung illegaler Flugschriften kurzzeitig inhaftiert. Brodmerkel war Delegierter der Linksradikalen auf dem USPD-Gründungsparteitag 1917 in Gotha und auf dem Gründungsparteitag der KPD Ende 1918 in Berlin. Er war Vorsitzender des Arbeiter- und Soldatenrates in der Bremer Räterepublik 1919. In der KPD aktiv, wurde Brodmerkel 1923 deren Abgeordneter in der Bremer Bürgerschaft. Anfang 1925 als Rechter aus der KPD ausgeschlossen, wurde aber Ende 1925 wieder aufgenommen. Nach erneutem Ausschluß 1929 Übertritt zur KPO und Funktionär dieser Gruppierung. Hans Brodmerkel starb am 2. Februar 1932 in Bremen.

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Brönnle, Karl

* 4.1.1879 – ✝ 29.5.1952

Geboren am 4. Januar 1879 in Reichenbach/ Württemberg, Sohn eines Eisenbahnexpedienten. Nach dem Besuch der Oberschule ebenfalls Eisenbahndienst (Eisenbahninspektor), aber zugleich auch Schriftsteller. Er schloß sich 1904 der SPD, 1917 der USPD und 1920 der KPD an und arbeitete als Literatur- und Theaterkritiker für Parteizeitungen. Brönnle hatte zwar keinen Einfluß im Parteiapparat, wurde aber von der Führung geschätzt, weil er gute Verbindungen zu bürgerlichen Kreisen besaß und als Fachmann für Kulturfragen galt. Von 1924 bis 1928 vertrat er die KPD im Württembergischen Landtag. Er stand auf dem rechten Flügel der KPD, die er 1929 verließ, um sich der KPO anzuschließen. Bald trat er politisch nicht mehr in Erscheinung. Bis zu seiner Pensionierung 1945 bei der Bahn beschäftigt, hat er sich auch nach 1945 nicht mehr politisch betätigt. Karl Brönnle starb am 29. Mai 1952 in Stuttgart.

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Brugsch, Theodor

* 11.10.1878 – ✝ 11.7.1963

Geb. in Graz; Vater Heinrich B., Ägyptologe; Gymnasium in Berlin; 1898 – 1902 Med.-Studium in Berlin, dort 1903 Prom.; 1903 – 05 am Krankenhaus Altona, 1906 – 09 Assistenzarzt an der II. Med. Klinik der Berliner Charité (b. Friedrich Kraus), hier 1909 Habil.; 1910 Titularprof.; 1917/18 beratender Internist, zul. Stabsarzt eines Kriegslazaretts in Rumänien; 1919 – 27 wieder an der II. Med. Klinik der Charité, 1921 a. o. Prof.; 1927 – Juni 1935 Ordinarius für Innere Med. u. Dir. der Med.…

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Bruk, Franz

* 24.5.1923 – ✝ 7.9.1996

Geb. in Wien; Vater Arbeiter; Volksschule; Ausbildung zum Bäcker; 1940 – 45 Wehrmacht, amerikan. u. brit. Kriegsgefangenschaft. 1945/46 Kassierer im Finanzamt Eberswalde; 1946 SED; 1946/47 Sekr. der DSF Eberswalde; 1949 Ltr. der KPS Eberswalde der SED; 1950/51 Studium an der PHS; 1951/52 Sekr. der SED-KL Senftenberg; 1952/53 1. Sekr. der SED-BL Cottbus; 1953/54 Studium an der PHS des ZK der KPdSU; 1954 – 58 1. Sekr. der SED-BL Halle (Nachf. von  Heinz Glaser); 1954 – 68 Abg. des Bez.-Tags Halle;…

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Braunthal, Bertha

* 1.2.1887 – ✝ 1967

Geboren am 1. Februar 1887 in Wien als Tochter eines jüdischen Buchhalters. Sie war die ältere Schwester der bekannten Sozialisten Alfred und Julius Braunthal. Während des Weltkrieges kaufmännische Angestellte in einer Fabrik in den Niederlanden, dann in Berlin. Sie war mit dem britischen Staatsbürger William Clark verheiratet. Mitglied der USPD und auf deren Parteitag im Dezember 1919 in das sechsköpfige Sekretariat des ZK gewählt. Ab März 1920 leitete sie als Sekretärin die Propagandaarbeit unter den Frauen. Bertha Braunthal stand auf dem linken Flügel der USPD. Auf dem Spaltungsparteitag im Oktober 1920 in Halle kam sie in das vierköpfige Sekretariat des ZK der USPD (Linke). Der Vereinigungsparteitag von KPD und USPD (Linke) im Dezember 1920 wählte Bertha Braunthal in die Zentrale der KPD und übertrug ihr die Leitung des Frauensekretariats. Während der Parteikrise im Frühjahr 1921 gehörte sie zur Mehrheit der Zentrale, die Paul Levis Parteiausschluß forderte. Sie nahm am III. Weltkongreß der Komintern in Moskau teil. Auf dem VII. Parteitag der KPD im August 1921 und auf dem VIII. Parteitag 1923 wieder in die Zentrale gewählt und mit der Leitung des Frauensekretariats beauftragt. Später mit ihrem Mann in der Redaktion der von Julius Alpári geleiteten Zeitschrift der Komintern »Inprekorr« in Berlin, ab 1933 in London für die »Baseler Rundschau«, dem Nachfolgeorgan der »Inprekorr«. Nach Auflösung der Komintern 1943 war sie als Übersetzerin für die Kommunistische Partei Großbritanniens tätig. Berta Braunthal starb 1967 in Großbritannien.

Wer war wer in der DDR

Bredel, Willi

* 2.5.1901 – ✝ 27.10.1964

Geb. in Hamburg; Vater Tabakarbeiter, Mutter Zigarrenkistenkleberin; Volksschule 1916 – 20 Ausbildung zum Dreher; 1916 – 33 Mitgl. des DMV, 1916/17 SAJ, 1917 – 20 Spartakusbund, 1919 KPD; arbeitete in versch. Metallbetrieben; 1921 arbeitslos; 1922/23 Wanderschaft; 1923 Teiln. am Hamburger Aufstand (war Waffenkäufer für den KPD-Bez. Wasserkante), 1924 deshalb zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt, Haft in Hamburg, 1925 amnestiert; Seemann; journalist. Arbeiten für die »Arbeiterztg.« (Bremen),…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Breitenborn, Hugo

* 12.5.1894 – ✝ 1945

Geboren am 12. Mai 1894 in Leipzig-Probstheida, Sohn eines Malergehilfen; wurde Maurer und Schornsteinbauer. Von 1914 bis 1918 Soldat, 1919 Mitglied der KPD. Breitenborn gehörte der Leitung des UB Leipzig an und arbeitete an der »Sächsischen Arbeiterstimme«, dem Organ der BL Westsachsen. 1923 lebte er zeitweilig in der Sowjetunion. Ab 1929 war er Mitglied der BL Westsachsen, ab Januar 1930 auch Mitglied der erweiterten BL Sachsen, 1930 wurde er hauptamtlicher RGO-Funktionär in Sachsen und ab April 1932 Kassierer der RGO-Landesleitung Sachsen. Breitenborn war von 1929 bis 1933 Abgeordneter des Sächsischen Landtags. Bereits am 25. März 1933 in Leipzig verhaftet. Bis August 1934 »Schutzhaft«, danach Maurer. Er hatte Kontakte zur Widerstandsgruppe um Georg Schwarz, deshalb am 22.August 1944 erneut festgenommen und im KZ Sachsenhausen inhaftiert. Während des Transports in das KZ Bergen-Belsen ist Hugo Breitenborn Ende Februar/Anfang März 1945 umgekommen.

Wer war wer in der DDR

Breitsprecher, Werner

* 13.10.1932 – ✝ 22.11.2007

Geb. in Völschow (Krs. Demmin); Vater Arbeiter; Volksschule; 1947 / 48 Landarb.; 1948 – 52 Lehre als Landmaschinen- u. Traktorenschlosser; 1952 SED; 1952 / 53 Abt.-Ltr. in der FDJ-KL Demmin; 1953 2. Sekr. der FDJ-KL Altentreptow; 1954 / 55 1. Sekr. der FDJ-KL Demmin; 1955 / 56 Lehrgang an der SED-BPS in Burg Stargard; 1956 – 60 Abt.-Ltr. Organisation u. 2. Sekr., 1961 – 65 1. Sekr. der FDJ-BL Neubrandenb.; 1959 – 63 Mitgl. der ZRK der FDJ; 1963 – 67 Mitgl. des FDJ-ZR; 1963 – 65 Fernstudium an…

Wer war wer in der DDR

Bretschneider, Sylvia

* 14.11.1960

Geb. in Waren (Müritz); POS u. EOS in Waren, 1979 Abitur; 1979 – 83 Studium der theoret. u. angew. Sprachwiss. an der KMU Leipzig, Dipl.-Lehrerin; 1983 – 89 Lehrerin für Engl. u. Dt. in Neubrandenb.; 1989/90 Betriebsorganisatorin im Verkehrskombinat Neubrandenb.; 1990 SPD. 1990 – 94 Tätigkeit im Schulamt Neubrandenb.; 1991 – 97 stellv., seit 1997 Vors. des SPD-KV Neubrandenb.; 1991 – 2003 Mitgl. des SPD-LV Mecklenb.-Vorpomm.; seit Nov. 1994 MdL Mecklenb.-Vorpomm., 1994 – 2002 Ltr. des…

Wer war wer in der DDR

Brick, Martin

* 18.3.1939

Geb. in Demmin (Krs. Neubrandenb.); Grundschule in Kummerow (Krs. Stralsund) u. Stralsund; Abitur; Gartenbauarbeiter in Stralsund; 1959 – 64 Studium der Veterinärmed. in Leipzig; 1970 – 89 VdGB; 1971 – 87 CDU; 1971 – 78 Mitgl. des Kreistags Strasburg, stellv. Ltr. der Kommission Landwirtsch.; 1980 – 82 postgraduale Ausb. zum Fachtierarzt in Berlin; Fachtierarzt u. Ltr. einer Gemeinschaftspraxis in Woldegk (Krs. Strasburg); 1988/89 Mitgl. der CDU Lübeck-Hüxtertor; ab Mai 1990 Mitgl. des CDU-KV…

Wer war wer in der DDR

Briksa, Gerhard

* 18.11.1924

Geb. in Berlin; Vater gelernter Kfm., tätig als Arbeiter; Volks- u. Aufbauschule; 1941/42 Uffz.-Vorschule, 1942 – 44 freiw. bei der Wehrmacht (Artillerie), Uffz.; 1944 – 48 sowj. Kriegsgefangenschaft, Antifa-Schule in Minsk. 1948 Rückkehr nach Dtl.; SED; 1948 – 50 im VEB Tonwerk Dommitzsch zunächst Arbeiter, dann Einkäufer, zul. Betriebsassistent; 1950 Wirtschaftsschule Gotha, 1950 – 52 Studium an der Dt. Verwa.-Akad. Forst-Zinna; 1952/53 im VEB Schamottewerk Rietschen zunächst Assistent, dann…

Wer war wer in der DDR

Brock, Fritz

* 22.7.1931 – ✝ 6.12.2014

Geb. in Leipzig; Vater Dreher; Volks- u. Mittelschule. 1946 – 48 Lehre als Former; 1946 FDJ u. FDGB, 1947 SED; 1948/49 Arbeit als Former im VEB Leipziger Eisen- u. Stahlwerke; 1949/ 50 Sekr. der FDG-GO der VEB Leipziger Eisen- u. Stahlwerke; 1950/51 Betriebsassistent in den VEB Leipziger Eisen- u. Stahlwerken; 1951 Lehrgang an der Wirtschaftsschule Gotha; 1951 – 53 Betriebsteilltr. der VEB Leipziger Eisen- u. Stahlwerke; 1953 – 55 Instrukteur der Abt. Maschinenbau u. Metallurgie des ZK der SED,…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Broh, James

* 9.11.1867 – ✝ 1942

Geboren am 9. November 1867 in Perleberg/ West-Prignitz. Nach dem Studium Rechtsanwalt in Berlin, dann Justizrat. Stadtverordneter in Charlottenburg, ab 1917 führend in der USPD, linker Kritiker bei den Programmdebatten. 1920 trat Broh zur KAPD über, dort mit Franz Pfemfert und Otto Rühle Vertreter der »Einheitsorganisation« (Allgemeine Arbeiter-Union). Auf dem Parteitag der KAPD im Februar 1921 in Gotha stand im Mittelpunkt der Streit zwischen dem »föderalistischen Flügel«, den Broh zusammen mit Pfemfert vertrat, und dem »zentralistischen Flügel« mit Karl Schröder, Alexander Schwab und Fritz Rasch. Broh und Pfemfert verließen die KAPD und führten die AAU-E, 1926/27 gehörten sie mit Iwan Katz zum »Spartakusbund II«. Broh veröffentlichte politische und theoretische Artikel in der »Aktion«, etwa 1925 gegen Otto Rühle, vor allem aber wandte er sich gegen KPD und SPD. Er gehörte zu den engagiertesten Strafverteidigern von radikalen Kommunisten in der Weimarer Republik, war 1921 einer der Verteidiger von Max Hoelz. 1930 vorübergehend Mitglied der KPD, Zusammenarbeit mit der Roten Hilfe. Sofort nach dem Reichstagsbrand verhaftet und in einem der SA-Keller in Charlottenburg mißhandelt, erlitt er eine schwere Augenverletzung. Seine Frau Rosa (* 4. 10. 1863) erreichte seine Freilassung. Nach Ausschluß aus der Rechtsanwalt-Kammer flüchtete Broh 1933 zunächst in die Tschechoslowakei, anschließend nach Paris. Mitarbeit an antifaschistischen Blättern (»Das neue Tagebuch«) und in kleinen sozialistischen Gruppen, z. B. der von Willi Eichler geleiteten »Sozialistischen Warte« des ISK. Am 26. Oktober 1937 von der NS-Regierung ausgebürgert, lebte er mit seiner Frau nach dem Einmarsch der Wehrmacht zurückgezogen und starb im Sommer 1942 in Paris an einer Lungenentzündung. Henry Walter Brann widmete ihm in der Zeitschrift »Aufbau« im Oktober 1942 einen Nachruf, in dem es u. a. hieß: »Broh gehörte Zeit seines Lebens zu den wenigen selbstlosen und nur der Sache hingegebenen Politikern, die man auch auf der Linken mit der Laterne suchen mußte. Wäre er weniger gewissenhaft und nicht so vollständig integral gewesen, so hätte er zu den höchsten Posten aufsteigen können.« (* 1903 – † 1942?) Geboren am 28. November 1903 in Bernau bei Berlin; lernte das Schlosserhandwerk. 1923 wurde er Mitglied der KPD und arbeitete ehrenamtlich als Funktionär im Arbeitersport und im RFB. Von Dezember 1928 bis Dezember 1929 Orgleiter des 5. Verwaltungsbezirks der KPD in Berlin-Friedrichshain, anschließend Kassierer im KPD-UB Ost. Im Dezember 1930 vom Reichsgericht zu Festungshaft verurteilt, entzog sich Brückmann dieser Strafe durch die Flucht in die Sowjetunion. Hier war er unter dem Emigrantennamen Albert Müller »Kader-Müller« zunächst im Mitteleuropäischen Ländersekretariat der Komintern tätig, später mit Grete Wilde als Referent für die KPD-Angelegenheiten in der Kaderabteilung der Komintern. Er nahm als Beobachter des Mitteleuropäischen Sekretariats an der »Brüsseler Konferenz« im Oktober 1935 in Moskau teil, wurde 1936 Mitglied der Kommission zur Überprüfung der Politemigranten. »Kader-Müller« war tief in die Säuberungen verstrickt, insbesondere wegen seiner vielen Untersuchungsberichte, die zum Parteiausschluß von hunderten KPD-Emigranten führten. Er gab aber auch »Mitteilungen« an das NKWD weiter, die zu Verhaftungen und Verurteilungen der KPD-Funktionäre genutzt wurden. Im Herbst 1938 geriet er selbst in die Säuberungen. Er wurde mit Grete Wilde verhaftet und am 7.April 1941 durch das Sondertribunal des NKWD zu acht Jahren Arbeitslager verurteilt. Georg Brückmann kam in das Lager Kotlas bzw. nach Workuta, wo er 1942 verstorben sein soll. Das Militärtribunal des Moskauer Militärbezirks »rehabilitierte« ihn am 26. März 1958. (* 1901 – † 1986) Geboren am 29. Mai 1901 in Leipzig; Tischler, 1919 Mitglied der USPD, 1922 der KPD. Expedient bei der BL Westsachsen in Leipzig, später auch Portier des Parteihauses in Leipzig (Czermaks Garten), Mitarbeiter des AM-Apparates für Sachsen, Ende 1931 verantwortlich für die Zersetzung bzw. Aufklärung innerhalb der Polizei. Als Vorgänger von Karl Plesse gehörte Brüderlein mit zu den führenden AM-Apparate-Leuten in Sachsen, nach 1933 illegale Arbeit, ab Juni 1934 Leiter des AM-Apparates in Leipzig. Er emigrierte in die Tschechoslowakei, war Mitarbeiter der Roten Hilfe und machte Grenzstellen- und Kurierarbeit. Im März 1939 verhaftet, wurde er während der Gestapoverhöre zur Zusammenarbeit gepreßt. Brüderlein selbst wurde zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach seiner Freilassung V-Mann der Leipziger Gestapo, maßgeblich an der Verhaftung von Leipziger Widerstandskämpfern beteiligt. Nach dem Einmarsch der Amerikaner Flucht aus Leipzig, zunächst nach Kornwestheim, später in Esslingen am Neckar wohnhaft, war dort Schreinermeister. Alfred Brüderlein starb am 19. Mai 1986 in Esslingen.

Wer war wer in der DDR

Broßelt, Max

* 30.4.1909 – ✝ 25.9.1990

Geb. in Marklissa (Krs. Lauban, Niederschles. / Lesna, Polen); Mutter Weberin, Vater Textilarb.; Volks- u. Berufsschule; 1923 SAJ; 1923 – 26 Lehre als Stellmacher in Marklissa; 1926 – 31 SPD; 1927 Arbeit als Tischler in der Möbelfabrik in Langenöls, 1927 – 40 mit »saisonbedingten Unterbrechungen« Arbeit als Parkettleger in der Parkettfabrik in Döbeln; Aug. – Nov. 1939 Militärdienst als Bahnschütze; 1940 dienstverpfl. als Stellmacher im Karosseriewerk Döbeln; 1942 / 43 Militärdienst im…

Wer war wer in der DDR

Brühl, Georg Alex

* 22.2.1931 – ✝ 21.2.2009

Geb. in Breslau (Wrocław, Polen); nach Kriegsende mit der Familie Umsiedl. nach Sachsen, zunächst nach Zwickau, dann nach Karl-Marx-Stadt; Studium der Museologie; Fachrichtungsltr. für Kunstgesch. an der VHS; entwickelte sich in den 1950er Jahren zu einem Kunstsammler mit sicherem Instinkt für die Kunst des Jugendstils, des Impressionismus, Expressionismus u. Art déco; konzentrierte sich später auf Ikonen u. ostasiat. Kunst; ab 1963 vom MfS als IM »Peter« erfaßt; bekennender Schwuler; galt als…

Wer war wer in der DDR

Brundert, Willi

* 12.6.1912 – ✝ 7.5.1970

Geb. in Magdeburg; Vater Schriftsetzer u. Buchhalter; Schule, Abitur; in den 20er Jahren Mitbegr. einer soz. Schülergr.; Studium der Rechts- u. Staatswiss. an den Univ. Halle u. Frankfurt (Main); 1930 Mitgl. der SPD u. des Reichsbanners; 1935 Staatsprüfung in Frankfurt (Main); Prom. an der Univ. Hamburg über Polizeirecht; nach Mai 1933 illeg. pol. Aktivitäten in Halle gem. mit Carlo Mierendorff u. Theo Haubach; Vors. der soz. Studentensch.; pol. verfolgt; Staatsdienst, entlassen; Wirtschafts- u.…